Kuttner, Mütter, Twitter

Mir ist es herzlichst egal, ob Sarah Kuttner Kinder mag oder nicht. Mir ist es herzlichst egal, ob irgendjemand Kinder im Allgemeinen oder meins im Spezifischen doof findet – im Spezifischen liegt die Person halt einfach falsch, ne.
Mir ist da etwas anderes viel wichtiger: Nämlich die Tatsache, dass jede einzelne Frau das Recht hat, sich für oder gegen Kinder zu entscheiden und das auch offen zuzugeben. Denn so sehr wir Mütter stets im Gefühl handeln, irgendwie alles falsch zu machen, so gibt es doch eine Untergruppe unter den Frauen, die augenscheinlich noch viel übler ist: Die freiwillig Kinderlosen. Weiterlesen

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Wie hast du’s mit der Religion?

Bastian balanciert nach dem Einkaufen mal wieder auf der Mauer des örtlichen Supermarkts und beobachtet die Welt – Gucken geht immer nur in die Richtung, in die man gerade nicht unterwegs ist. Da hilft es auch nicht, wenn ich ihm immer wieder erkläre, dass er auf die Autos achten soll. Oder auf den Weg. Oder auf den Pfosten, der ihm gleich den Weg versper- okay, alles klar, er hat ihn doch irgendwie wahrgenommen. Vermutlich hat er irgendwo einen Radar eingebaut.

Da kommt wieder ein Laster, und er zuckt zusammen. Mit lauten Geräuschen hat er es nicht so, der Sohn. LKWs sind störend, der Handmixer war auch lange problematisch, und ui ui ui, diese Dyson-Airblade-Händetrockner auf öffentlichen Klos? Geht. Überhaupt. Nicht. Interessanterweise sind laute Geräusche allerdings gar kein Problem, wenn er sie produziert. Im Gegenteil, sie sind ein stetiger Quell der Freude. Für ihn.

Oh, dieser Laster hingegen ist interessant! Er hat gleich zwei Bagger geladen, einen Raupenbagger und einen mit normalen Rädern. Das bestätigt mir Bastian dann auch gleich: “Guck, ein Buddel und ein Baggi! Der Buddel hat Gliederketten.” Es ist erstaunlich, was bei dem Kind so hängenbleibt von dem Zeug, das er hört, liest und guckt.

Neulich:
“Bastian, du bist kurz vor einem Wachstumsschub, glaub ich. Du bist gerade wieder etwas quadratisch.”
“Haha, ich bin ein Würfel!”

Und am Wochenende, als er mit seinen “Taschenlampen”, zwei IKEA-LED-Kerzen unter die Kommode im Schlafzimmer leuchtete: “Oh, da ist etwas! Kommt, wir holen das alle zusammen raus!”, im besten Micky-Maus-Wunderhaus-Tonfall.

Diesmal also ist es Fachsimpelei aus Bob der Baumeister, die er vom Stapel lässt. Und gleich darauf: “Die fahren bestimmt zur Kirche.” Nun ist die katholische Kirche zwar gerade in Sichtweite, sie sieht aber überhaupt nicht kaputt aus. Aber der Sohn insistiert: “Die Kirche muss repariert werden!”
“Aber wieso ist sie denn kaputt gegangen, Bastian?”

“Da hat jemand zu heftig gebimmelt.”

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Bleib gesund!

Ich muss immer ein bisschen schief lächeln, wenn mir zum Geburtstag oder sonst “Bleib gesund!” gewünscht wird. Denn die Fakten sind diese: Ich bin nicht gesund. Ich bin auch nicht krank im klassischen Sinne von eingeschränkt, bettlägerig, nicht funktionsfähig. Ich habe Typ-2-Diabetes und Depressionen. Beides Krankheiten, mit denen man meistens halbwegs problemlos leben kann, und Krankheiten, die man mir nicht ansieht. Das ist einerseits natürlich von Vorteil für mich, weil ich mich so nicht mit den üblich üblen Reaktionen wie Mitleid, übergriffiges Hilfsbedürfnis, intrusive Fragen oder stummes Gaffen herumschlagen muss. Andererseits nehmen wir allzu oft Krankheiten, deren Konsequenzen wir nicht auf Anhieb erkennen, nicht wirklich wahr. Sei’s drum, damit kann ich leben. Womit ich nicht leben kann? Mit dem Kult des gesunden Körpers.
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Die FalschmacherInnen: Ein Appell

Heute früh wurde mir ein HuffPo-Artikel in die Facebooktimeline gespült, in dem es sich darum drehte, dass wir unseren Kindern keine “magische” Kindheit bieten müssen. Sprich: Wir müssen uns nicht ständig darum kümmern, dass das Kind spannende Momente erlebt, weil das Kind sich seine spannenden Momente auch selber suchen kann.

Eigentlich stimme ich dieser Ansicht zu. Eigentlich. Womit ich kurz haderte, war die für mein Empfinden unterschwellig vorhandene Suggestion, dass Eltern, die ihren Kindern eine “magische” Kindheit bescheren wollen, etwas falsch machen. Kommt euch vage bekannt vor, dieses Gefühl? Aus so ziemlich jedem Beitrag über Eltern, über den man im Internet und anderen Medien so stolpert? Jep, geht mir auch so.

Und ich habe für mich einen Entschluss gefasst: Ich mach da nicht mehr mit. Weiterlesen

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Armstricken: Getestet und für gut befunden

Ich bin ja immer auf der Suche nach irgendwelchen neuen Handarbeits- und Basteltechniken. Weil ich ja offensichtlich noch nicht genug angefangene Projekte hier rumliegen habe. Ähem. Ich hab mir zwar schon ein Bastelladenbesuchsverbot auferlegt, aber was kann ich dafür, wenn man das Zeug mittlerweile auch im Supermarkt … und überhaupt.

Immerhin: Keine neue Wolle wurde für dieses Werk gekauft. Ich hatte grad noch was rumliegen.

loopschal Weiterlesen

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April, April

Ich mag offensichtliche Aprilscherze. Die anderen find ich doof, weil ich grundsätzlich immer darauf reinfalle. Ich halte den Aprilscherz, den wir uns als Kinder geleistet haben, immer noch für einen der größten aller Zeiten: Wir haben beim Wohnblock nebenan geklingelt (die ersten mit einer Gegensprechanlage in der Gegend!), und wenn wer fragte: “Wer ist da?”, haben wir mit tiefer Stimme “DERRRR SPINAAAAAAAT!!!” gebrüllt.

Ja, ich weiß: Absolut abstrus. Aber ich muss immer noch lachen. Weiterlesen

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FFFC März: Angrill-Barbie

Oder auch: Mein Kroppzeug photobombt besser als Cumberbatch.

Im März steht bei der Fatty Fashion Fun Challenge das Thema “Barbie” auf dem Programm. Nun hatte ich wider jegliches Erwarten viel weniger Pink im Kleiderschrank als gedacht, und neuen Kram anschaffen ist ja auch nicht Sinn der Sache. Also hab ich mich mehr so Richtung Malibu Barbie orientiert und auf Türkis gesetzt.

Und nee, Barbie hatte keine Lust zu bügeln. Frisch lackierte Nägel, Leute!

fffc1 Weiterlesen

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Stell dir vor, es sind Mommy Wars …

… und keine geht hin. Schwierig, nicht? Wobei, ehrlich gesagt: Ich finde den Begriff “Mommy Wars” fürchterlich. Denn schließlich geht es nicht immer nur um vermeintlich nichtige Themen, nicht immer nur um vermeintliche Überempfindlichkeit und Intoleranz, und vor allem geht es nicht immer nur um Mütter, verdammt. Aber hey, mit “Mütterkrieg” kann man als Frauenthemen empfundene Diskussionen ja so schön abwertend einordnen …

… nun denn. Stell dir also lieber mal vor, dass jede Mutter das Beste für ihr Kind will und sich persönlich verletzt fühlt, wenn ihr von anderen suggeriert wird, dass sie dabei versagt. Zum Beispiel, weil sie ihr Kind nicht ohne medizinische Hilfsmittel zur Welt gebracht hat, oder wie der viel diskutierte Twitter-Hashtag sagt: Nicht #selbstgeboren.

Ich hatte einen Kaiserschnitt. Hier ist seine Geschichte. Meine. Unsere. Triggerwarnung für Fehlgeburten und grafisch beschriebenes Medizingedöns. Und ja, ich komme am Ende wieder auf #selbstgeboren zurück, aber der Kontext dazu ist meiner Ansicht nach wichtig.
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Meltdown

Gestern hatte Bastian einen dieser öffentlichen Wutanfälle, wie sie vermutlich alle Eltern kennen. Ich finde das englische Wort “Meltdown” dafür ganz passend, denn mein Sohn verschmilzt in diesen Momenten tatsächlich zu einem kleinen, schreienden, um sich schlagenden Wutball mit tausend Armen und Beinen. Das ist, gelinde gesagt, nicht schön. Aber es ist nun mal egal, wie ich es finde, ich muss damit umgehen. Und weil ich den Meltdown gestern in meinen Augen recht gut gemeistert habe, will ich jetzt mal beschreiben, wie ich das im Idealfall mache. Und nein, der Idealfall findet nicht immer statt, deswegen ist das hier vor allem auch eine Anleitung an mich selber. Mittels Apronym. Ich mag Apronyme.
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