Altersbeschwerden

Nächsten Monat habe ich Geburtstag. Da werde ich 34. Und das gibt mir zu denken. Also nicht das Altern an sich, älter werden wir ja alle, und ich bin mit meinem bisherigen Lebensverlauf mehr als zufrieden – aber wenn sich halt das ominöse Datum wieder nähert, guckt man schon kritischer in den Spiegel als sonst, will rausfinden ob da neue Falten sind, ob man die weissen Haare mal wieder überfärben sollte und wie weit das Gesicht seit dem letzten Wiegenfest runtergesackt ist. Resultat: Die Falten sind eigentlich immer noch relativ gering, bis auf meine Stirnfalten, aber diese Bulldoggenquerstriche hatte ich schon immer. Die weissen Haare wurden erst letzte Woche (regelmässige Leser werden sich erinnern) überfärbt, also alles im grünen (bzw. halt roten) Bereich. Und das Gesicht sackt halt. Nicht so schlimm wie die Oberweite, die mittlerweile eher eine Mittelweite ist und die Unterweite schon fast eingeholt hätte, wenn sich diese nicht mittlerweile hinter den Knien befinden würde.

Also: Eigentlich alles, wie es halt ist, wenn man fast 34 ist. Störend an der ganzen Sache finde ich eigentlich nur die Zahl. 34 ist so ein doofes Alter. 33 ist eine Schnapszahl, 35 ist immerhin 35, also so schön zwischen 30 und 40, aber 34… das ist irgendwie nix. Kennt das sonst irgendjemand, dass er/sie (ja okay: eigentlich nur ’sie‘) gewisse Alter einfach doof findet? 12 ist doch auch so ein blödes Alter. Nicht mehr Kind und noch nicht Teenager. Zumindest war das in meinem Alter so, heutzutage sind die 12-Jährigen ja schon wenn nicht bereits im Musikbusiness tätig, dann zumindest blümchensexuell aktiv, wenn man dem Internet glauben will (Ob man dem Internet glauben will bzw. kann, sei dahingestellt). Oder 19. Als 19-Jährige ist man irgendwie Not a girl, not yet a woman, und so sehr ich Britney Spears mag, der Song ist einfach ziemlich deppert. Aber eben: 34 ist auch nicht viel besser. Da ist man schon a Woman, aber eben immer noch irgendwie a Girl, zumindest pflegt man noch einen sehr regen Kontakt zu seiner inneren 13-Jährigen, die man ja jahrelang verkümmern liess, weil man sooo erwachsen sein wollte. Jetzt ist man erwachsen und will sich unbedingt noch die Jugendlichkeit erhalten. Na bravo. Hans im Schneckenloch und so.

Ich hab mir dann überlegt, ob ich von 34 mal eben die bei Frauen so üblichen fünf Jahre abziehen soll. 29. Aber das ist ja auch grässlich, das ist fast 30, und 30 ist nun wirklich ein Meilenstein. Okay, über meinen 30. Geburtstag kann ich mich nicht beklagen, den hab ich damals frisch verliebt mit meinem jetzigen Angetrauten im Bett verbracht und Curling geguckt, weil da gerade die Olympischen Winterspiele in Salt Lake City stattfanden.

Hm. Bald fangen die Olympischen Winterspiele in Turin an. Mein Gott, wie die Zeit vergeht. Ich bin übrigens einer dieser pingeligen Menschen, der die Leute immer darauf hinweist, dass der Begriff Olympiade nicht die Spiele selbst, sondern den Zeitraum zwischen… ja, im Alter wird man pedantisch. Wenn man jung ist, ist man altklug. Komisch eigentlich, wenn man alt und pingelig ist, sollte man doch eigentlich erst recht altklug sein, aber nein…

Wie dem auch sei, das äussere Zeichen dafür, dass sich ein Geburtstag nähert, ist bei mir immer der Kauf und dann auch die tatsächliche Verwendung von Gesichtscremes der Sorte Anti-Origami (Zwischen Kauf und tatsächlicher Verwendung von Kosmetika besteht bei Frauen IMMER eine gewisse Diskrepanz. Das ist wie bei Männern und technischen Gadgets, bloss besteht die Diskrepanz da zwischen Kauf und praktischem Nutzen). Ich schmiere und salbe also allenthalben und habe bereits einen ganz dollen Erfolg punkto Verjüngungseffekt zu verzeichnen: Meine innere 13-Jährige dringt wieder an die Hautoberfläche. Genau. Pickel.

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