Citius, Altius, Fortius, Nixalsverdrus

Hach ja. Olympische Winterspiele. Mittlerweile habe ich es den Italienern sogar verziehen, dass sie uns die Spiele 2006 weggeschnappt haben, auch wenn ich immer noch der Meinung bin, dass wir das viel toller gemacht hätten. Auch wenn Passion does not live here, immerhin lives Money here, und folglich hätten wir das Olympische Dorf gut geheizt und gesäubert (und sonst In den See mit ihm, mit Steinen an den Füssen – ja sorry, bin gerade noch asterixifiziert von wegen Blogtitel).

Aber irgendetwas fehlt mir bei den Olympischen Winterspielen im Vergleich zu den Sommerspielen. Klar, es könnte sich dabei um die Tatsache handeln, dass Winterspieleteilnehmer mehr Klamotten tragen und es deshalb an diesem gewissen Erotikfaktor mangelt. Andererseits: Eisschnelllauf. So viel zum Thema Bekleidung. Daran kann es also nicht liegen.

Vielleicht fehlt mir der allvierjährliche Dopingfall? Nö. Der kommt auch noch. Auf den ist genauso Verlass wie darauf, dass die deutschen Sportkommentatoren den Namen Lasse Kjus falsch aussprechen. (Chüüs mit einem Ch wie in Ich, nicht Tschüss wie in… äh, Tschüss.)

Nee, was ich schmerzlich vermisse, ist so etwas wie ein Winterspiele-Zehnkampf. Ich meine, Zehnkampf ist ja wirklich das Nonplusultra. Wieso gibt es sowas nicht für die kältere Jahreszeit?

Dabei wäre es doch so einfach.

Erste Disziplin: Biathlon mit Paintballwaffen und den Athleten als bewegliche Ziele. Damit wäre dann auch gleich die Qualifikation erledigt, wer sich zu spät aus der Schusslinie bewegt, den bestraft der Konkurrent.

Zweite Disziplin: Hürden-Eisschnelllauf. Ja, immer nur im Kreis rum ist doch keine Herausforderung. Wir wollen Wassergräben! Dann glänzen die Ganzkörperkondome nach dem Reinfallen auch noch schön. Hrrr.

Dritte Disziplin: Buckelpistenrodeln. Da trennt sich dann ein weiteres Mal die Spreu vom Weizen. Oder der Rodler vom Schlitten.

Vierte Disziplin: Strip-Eishockey. Bei jedem Gegentor muss ein Stück Ausrüstung abgelegt werden. Ach bitteeee. Uns weiblichen Zuschauern zuliebe? Pretty please?

Fünfte Disziplin: Full Contact-Curling. Statt der Steine werden Spieler geschoben. Natürlich mit Mundschutz, man will ja als Athlet keinen Besen fressen.

Sechste Disziplin: Schanzeneiskunstlauf. Stellen Sie sich doch mal vor, wie viele Pirouetten und Axel man da in nur einen Sprung einbauen könnte. Okay, für die Paarläufer wären die Wurfelemente eine etwas schwierige Weiterentwicklung. Aber bitte, so etwas gehört nun mal zum Sport.

Siebte Disziplin: Full Pipe-Snowboard. Wer mit dem höchsten THC-Wert ins Ziel kommt, hat gewonnen. Denglish-Gegner dürfen übrigens hier den Ausdruck Grasskifahren verwenden.

Achte Disziplin: Tandem-Langlauf. Je zwei Leute auf einem Paar Ski. Wäre spätestens in engen Kurven sehr sehenswert.

Neunte Disziplin: Plastiktütenbob. Wer braucht schon ein technisch hochwertiges Gerät, wenn es auch eine Mülltüte tut? Könnte sich dank billigem Material schnell zum Breitensport entwickeln. Allerdings könnte der Sportlerverschleiss etwas hoch sein.

Zehnte Disziplin: Die Superduper-Kombination. Abfahrt über Buckelpisten und Akrobatikschanzen mit anschliessendem Hochkraxeln zum Slalomhang, wo derjenige gewinnt, der die meisten Stangen einsammelt.

Herr Rogge, bitte berücksichtigen Sie meine Vorschläge. Ich denke doch, dass dieser innovative Wettkampf bei den Zuschauern auf grosses Interesse stossen würde. Natürlich, für die TV-Stationen ergäbe sich ein ziemlicher Mehraufwand, da man den bisher lediglich ein paar Minuten langen Pannenzusammenschnitt zum Ende der Spiele neu zur mehrstündigen Sondersendung ausbauen müsste. Aber das bringt ja schliesslich auch wieder Werbeeinnahmen.

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