Viva la Revivaluciòn

Ich bin ja Anhängerin der Theorie, dass der einzelne Mensch sich weiterentwickelt, die Menschheit als Ganzes aber gleich dumm bleibt, weil ja immer wieder neue Menschen dazukommen, die alles erst noch lernen müssen, während diejenigen, die was gelernt haben, sich immer wieder verabschieden.

Ein Beweis für diese Theorie? Revivals. Zum Beispiel das derzeit grassierende 80er-Revival.

Verstehen Sie mich nicht falsch, meine Haltung zu diesem Jahrzehnt ist eine durchaus positiv nostalgische. Ich bin ein Kind der 80er, ich war Mitte 80er voll in der Pubertät und habe alles mitgemacht, was man damals so mitmachen konnte. Ich war Duran Duran-Fan, nur um dann schamlos zu a-ha zu wechseln (passenderweise läuft übrigens gerade The Sun Always Shines On TV im Hintergrund). Ich hab Formel Eins geguckt, ich kann die Musik des Ferienprogramms heute noch mitsingen und den Text kann ich auch noch (sehr zum Erschrecken meines fünf Jahre jüngeren Angetrauten übrigens) ich habe Top Gun und Dirty Dancing geliebt. Dazu stehe ich.

Aber die Mode? Also bitte.

Eines meiner Lieblingsoutfits von damals bestand aus einem neongrünen Blazer, einem neonorangenen Schlauchkleid und knallfuchsiafarbenen Satinturnschuhen. Enough said. Ich trug zwar nicht den standardmässigen Vokuhiladauerwellenhaarschnitt, sondern eher die Volahikudauerwelle, aber ich war immerhin die erste, die an unserer Schule den Haare-kurz-mit-einzelner-langer-blonder-Strähne-hinten-unten-Look vorführte. Und ja, auch ich war ein Opfer des Make Ups, das aus pinkfarbenem Lippenstift, lila Lidschatten und grüner Wimperntusche bestand. Ballonröcke? Aber hallo. Leggings? Selbstverständlich. Plastikohrringe? Nie ohne.

Gott, sahen wir grässlich aus. Meine coolsten Looks trug ich allerdings nur dann, wenn ich in meinem Zimmer hinter verschlossener Tür Madonna imitierte. Davon gibt es vermutlich noch Fotos. Schauder.

Wie gesagt, der einzelne Mensch lernt. Die Menschheit nicht. Trend ist immer das Jahrzehnt, das vor 20 Jahren aktuell war, während das Jahrzehnt danach hoffnungslos out ist. Derzeit sind folglich die 80er hui und die 90er pfui. Und deswegen ist es auch logisch, dass die heutige Jugend die oben beschriebenen Outfits jetzt wieder aufwärmt, wenn auch in leicht abgewandeltem Stil. Das ist ja das Perfide an der Mode: Es kommt alles wieder, aber nicht ganz genauso wie vorher, so dass man das Zeug, das man auf dem Dachboden aufbewahrt hat, eben trotzdem grösstenteils wegwerfen könnte.

Liebe Mädels, lasst euch einfach folgendes sagen: Der Look sah schon an uns nicht gut aus. Und manche Dinge ändern sich nie.

Ich habe ja auch nichts gegen das 80er-Revival per se, aber könnte es sich nicht einfach auf die Musik beschränken? Ich finde es nämlich toll, an Konzerte von Bands zu gehen, die ich damals geliebt habe. Ich war letztes Jahr bei Duran Duran und a-ha. Und meine innere 13-Jährige übernahm die Kontrolle über meinen Körper und Geist. Es war herrlich. Auch wenn die Jungs da auf der Bühne nicht mehr ganz so knackfrisch waren, zumindest Simon Le Bon wirbelte nicht mehr so herum wie früher. Morten Harket, ja der hat sich gut gehalten. Aber auch nur dank kosmetischer Errungenschaften der 90er und des neuen Jahrtausends, vermute ich. Naja, der einzelne Mensch lernt eben…

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