In these shoes?

Falls sich jemand fragt, worauf der Wintereinbruch zurückzuführen ist: Ich bin schuld. Ich habe mir am Samstag ein Paar altrosa hochhackige Schuhe gekauft. In denen kann man natürlich bei Schnee nicht raus, also hat sich Petrus wohl gedacht: Nee, so ja nicht, Frollein.

Dabei bin ich mir ja noch nicht mal sicher, ob ich die Schuhe jemals ausserhalb meiner Wohnung anziehen werde. Aber Hauptsache gekauft.

Ich möchte meine männliche Leserschaft nun in ein weiteres Geheimnis des weiblichen Geschlechts einweihen:

Wir brauchen nicht alles, was wir kaufen, auch wirklich.

Okay, den überraschten Gesichtsausdruck nehme ich Ihnen jetzt nicht so ganz ab.

Vielleicht ist das hier schockierender: Wir Frauen sind der Ansicht, dass man manche Bekleidungsutensilien, die man kauft, auch gar nicht tragen muss. Man muss sie nur HABEN.

Ich hatte jahrelang ein schwarzes Cocktailkleid in meinem Besitz, für den Fall, dass ich mal an eine Cocktailparty eingeladen werde. Habe ich nur zuhause getragen, ab und zu, um zu gucken, ob es noch passt. Passt mittlerweile nicht mehr, wurde also schweren Herzens uneingeweiht entsorgt. Aber es hätte ja sein können, dass sich mal die Gelegenheit ergeben hätte, das Kleid zu tragen. Man weiss ja nie.

In meinem Schuhregal steht ein paar schwarze Satinstilettos, die sehen mörderisch aus. Ich kann darin weder stehen noch gehen. Die habe ich sogar mal getragen. Im Treppenhaus vor der Wohnung, in der die Party stieg, habe ich sie angezogen, bin zum nächsten Sessel geschwankt und habe mich dort für den Rest des Abends elegant drapiert. Nach der Party habe ich im Treppenhaus wieder meine Turnschuhe angezogen. Die Wohnung lag schliesslich in der ersten oder zweiten Etage und ich bin nicht lebensmüde.

Oder nehmen wir das fuchsiafarbene Seidenkleid in meinem Schrank. Das gucke ich ab und zu an und denke mir: „Hm, eigentlich könnte ich ja… aber man kriegt Flecken aus Seide fast nicht mehr raus… und überhaupt, man will ja nicht overdressed sein…“ Aber das Kleid per se ist toll.

Von allen Kleidungsstücken, die ich haben musste, aber nie trage, wurde mein knöchellanger schwarzer Ledermantel vermutlich am häufigsten ausgeführt – der wird nämlich immer dann eingesetzt, wenn irgendwo Kostümierung angesagt ist und ich mangels Ideen mal wieder als The Crow gehe.

Wie gesagt: Musste ich alles haben. Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man sowas hätte, falls man es mal braucht.

Was mich natürlich nicht daran hindert, bei gegebenem Anlass etwas Neues zu kaufen, weil man ja für spezielle Anlässe was Neues haben muss. Und wenn man es nur einmal trägt.

Sehen Sie es uns nach, liebe Herren der Schöpfung. Wir verzeihen Ihnen dafür die gammligen Klamotten, die Sie über alles lieben und immer wieder tragen, obwohl man damit wirklich nur noch in der Wohnung rumlaufen sollte.

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