Oops baby one more time

Okay, jetzt habe ich es also getan.

Ich habe nicht nur bei last.fm einen Useracount, wo alle sehen können, was ich gerade so höre, sondern ich höre auch gerade die Musik, vor der ich mich seit der Erstellung ebendieses Accounts gesträubt habe, weil es mir irgendwie peinlich war, dass die ganze Welt mitkriegt, das ich sowas höre.

Aber wie die betreffende Dame gerade gesungen hat: It’s time that I learned to face up to this.

Der Leserschaft dürfte es mittlerweile bekannt sein, dass ich Britney Spears mag.

Was die Leserschaft noch nicht weiss, ist wie ich mich beim Britney Spears-Hören benehme. Und das ist vermutlich gut so. Aber weil ich nun mal zu den Nicht-die-Klappe-halten-Könnern gehöre, sei es hier erläutert:

Ich bin Ganzkörper-Britney-Hörer.

Will sagen, ich höre nicht nur mit, ich singe dazu auch Playback und tanze. Manchmal auf dem Schreibtischstuhl nur mit Arm- und Oberkörperbewegungen (besonders gut geeignet für Balladen), manchmal aber wird die ganze Wohnung zur Bühne (I’m a slave 4 u, Stronger, Boys usw.).

Die ganze Misere mit meiner eigenen Mini-Playback-Show nahm wie bereits früher erwähnt ihren Anfang mit Madonna, deren Styling ich in meinem Jugendzimmer nachahmte, wo ich stundenlang mit meinem kleinen Kassettenradiomikrofon in der Hand ihre Tanzbewegungen einübte (Nein, mit 12 sollte man nicht so tanzen, aber ich war damals so harmlos, dass mir kaum klar war, was Frau Ciccone mit ihren Moves andeuten wollte). Und seitdem hüpfe ich in unregelmässigen Abständen durch meine Behausung, als ob sie der Madison Square Garden wäre.

Wohlgemerkt: Ich singe nicht laut mit, ich mache nur die passenden Lippenbewegungen zum Songtext. Sonst wäre die Illusion, dass ich gut bin, sehr schnell verflogen.

(Kurzer Unterbruch hier: ‚Toxic‘ läuft gerade und die Menge schreit nach mir. Bin gleich wieder da.)

So. Zu ‚Lucky‘ kann ich wieder auf dem Schreibtischstuhl mitmachen. Ich sollte übrigens vielleicht klarstellen, dass ich mich nur so benehme, wenn ich alleine zuhause bin. Alles andere wäre mir viel zu peinlich.

Bleibt natürlich die Frage, warum ich es dann dem ganzen Internet erzähle. Einerseits, weil sich meine Schamgrenze verabschiedet, sobald ich online gehe. Ist ja alles anonym hier und so. Und andererseits um dem Publikum dieses beruhigende Gefühl zu geben, welches sich da nennt: „Herr, ich danke dir, dass ich nicht bin wie diese da.“

Ich bin trotzdem froh, dass es bei last.fm keine automatische Webcam gibt. Blöde Texte im Internet veröffentlichen ist eine Sache, aber man will schliesslich nicht als Videoanhang in tausenden von Mails enden…

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