Il campionato è troppo azzurro per me

Okay, um es gleich anfangs klarzustellen: Wer anderen in die Fresse haut, gehört gesperrt. Dass Torsten Frings heute Abend nicht spielt, geht in Ordnung. Allein, man würde die Sperre leichter akzeptieren, wenn er seinem Gegenüber wenigstens ordentlich eine verpasst und sich nicht auf einen zaghaften Schubser beschränkt hätte, wie ihn vermutlich eine Pussycat Doll der anderen Pussycat Doll verabreichen würde, wenn die ihr den Mascara klaut, ohne vorher zu fragen.

Und mir ist es ja eigentlich auch ganz Recht, dass Frings heute auf der Bank sitzt. Da kriegt er bestimmt mehr Grossaufnahmen als im Mittelfeld, und ich als Anhängerin des Mannes mit dem Kartoffelkopf, der Gurkennase und der Schnittlauchfrisur (ansonsten stehe ich ja nicht so auf Rohkost, aber da mache ich eine Ausnahme) finde Frings-Grossaufnahmen ausgesprochen löblich.

Es macht mir auch nicht sonderlich zu schaffen, dass die deutsche Nationalelf heute rein statistisch gesehen als Underdog aufs Feld trabt – ich bereite mich lieber auf eine Niederlage vor und bin dann nicht ganz so zu Tode betrübt bzw. umso himmelhochjauchzender glücklich, falls Schlaaand doch gewinnen sollte.

Nein, dass die Deutschen heute Abend verlieren – das könnte ich verschmerzen.

Unerträglich fände ich es hingegen, wenn die Italiener gewinnen.

Die Italiener mit Spuck-Totti, Nasenbrecher-De Rossi, Liga-Skandal-Allemiteinander, und mit ihren nervigen Journalisten, mit denen ich mich während meiner Volunteer-Tätigkeit rumgeschlagen habe (Ich hab sogar mit einem Italienisch gesprochen, weil der mir einfach nicht glauben wollte, was ich ihm auf Englisch gesagt habe. Ich KANN kein Italienisch, okay?).

Nein, nein, nein. Nichts gegen Italien. Nichts gegen die Italiener im Allgemeinen. Um Methusalix‘ Worte in ‚Das Geschenk Cäsars‘ leicht abzuwandeln: „Ich hab nichts gegen Italiener. Manche meiner besten Freunde sind Italiener. Aber diese Italiener da, die sind nicht von hier.“

Ich gönne den Italienern alles erdenklich Gute, eine stabile Regierung, eine friedliche Lösung des Liga-Skandals, schönes Wetter, Strand, Meer und lecker Pizza.

Aber den Azzurri gönne ich den Weltmeistertitel nicht. Grrrr.

Naja, wenn sie heute wirklich grandios aufspielen und die Deutschen verdient schlagen, geht die Sache in Ordnung. Aber daran glaube ich angesichts der Leistungen beider Teams während dieser WM nicht so richtig.

Wir werden sehen. Beim von der Bild propagierten Pizza-Boykott jedenfalls mache ich trotz allem nicht mit, und ich werde auch nicht beherzigen, was folgende deutsche Rundmail fordert:

„Hallo Leute!

Am Dienstag, um 21:00 Uhr sollte ganz Deutschland den netten Bringservice unserer italienischen Restaurants/Pizzabuden nutzen! Also schön zum Spiel Pizza bestellen!!!

Somit haben sie eine kleine Entschädigung für die Niederlage gegen Deutschland und kommen in den Genuss der super Radioübertragungen.
Macht alle mit! Rache ist Blutwurst. Kein Frings – kein gemeinsames italienisches Fernsehgucken!

Schickt die Mail an alle die ihr kennt. Dies ist kein Kettenbrief und es fällt euch kein Blumentopf auf den Kopf falls ihr nicht mitmacht.“

Denn erstens werden wir heute Abend nach guter deutscher Tradition grillen, und zweitens liegt bereits eine Pizza im Tiefkühler.

Eine Ham Hollandaise.

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