Mit Schlauch im Bauch…

…geht’s auch.

Ich habe derzeit einen Zapfhahn im Bauch, d.h. eigentlich ist es eher eine Gummilasche, die verhindern soll, dass das Loch in meinem Bauch zuwächst, bevor es zuwachsen soll.

Nein, das ist nicht das modische Accessoire der Saison, das hat sich so ergeben, weil ich der weltgierigste Pickelausdrücker und weltfeigste Arztvermeider bin. Ersteres bringt mit sich, dass ich an allem rumpople, das im Entferntesten an ein kleines gerötetes Nupsi erinnert, zweiteres hat zur Folge, dass ich erst dann zum Arzt bin, als aus dem kleinen geröteten Nupsi diesmal etwas wurde, was mein Vater (sensibel wie er ist) als „Wärechnubu“ bezeichnet hat. Wer mit diesem währschaft berndeutschen Ausdruck nichts anfangen kann, dem sei mit einem Zitat aus dem Arztbericht weitergeholfen: Abszess Bauch rechts, infiziertes Atherom. Und wer Ärztedeutsch auch nicht versteht, dem sei gesagt, dass sich da eine Talgdrüse verstopft und so eine Grützbreigeschwulst gebildet hat, welche sich dann wiederum entzündet hat. Kurz: Die Hose hat geschubbert und ich hab mit langen Fingernägeln den Rest erledigt.

Wer jetzt der Meinung ist, dass man wegen eines Pickels nicht zum Arzt rennt, dem sei dies gesagt: Finde ich ja auch. Aber wenn der Pickel laut Arzt sechs auf vier Zentimeter misst und man weder auf der rechten Seite schlafen noch richtig sitzen oder sich bücken kann… naja. Dann kann man schon mal den Herrn Doktor bemühen. Bzw. die Frau Doktor, die mich dann prompt örtlich betäubt und aufgeschlitzt und ausgedrückt hat, nur um mir eben danach eine Gummilasche ins so entstandene Loch zu stopfen. Wobei da wohlgemerkt die Betäubung schon nicht mehr funktionierte.

Was daran besonders doof ist?

a) Ich darf derzeit nicht duschen. Uärks. Die Leserschaft ist hiermit froh, dass dies hier kein Odorama-Blog ist.

b) Ich durfte beim Ausdrücken nicht zugucken. Hallo? Wie gemein ist denn das bitte? Ich, die Königin der Pickelausdrückerinnen, habe den Heiligen Gral aller Pickel, und ich darf an dessen Entfernung nicht visuell teilhaben und dabei verzückt „Panta Rhei! Alles fliesst!“ brüllen?

Menno.

Aber immerhin war das alles total fernseharztmässig mit Operationslampe und grünen Tüchern und Skalpell und so. Bloss McDreamy hat gefehlt. Wobei mir ja Dr. House eh lieber ist.

Nun gut, heute war ich zuhause beim Arzt (das Ganze hat sich ja in der Schweiz anlässlich des Gurtenfestivals abgespielt, was natürlich jetzt dann einiges an Krankenkassentheater mit sich bringt und was eben auch ein Grund dafür war, dass ich eigentlich erst wieder in Deutschland zum Arzt wollte, aber der Pickel war dagegen), der meinte, dass die Lasche bis morgen drin bleiben muss. Immerhin etwas Positives bringt die Sache mit sich: Ich habe jetzt einen Hausarzt hier. Und eine greuliche Moritat mehr zu erzählen.

Denn mal ehrlich – was bringt einem der schmerzhafteste Pickel der Welt, wenn man anderen nicht mit bildhaften Erzählungen davon den Verdauungsprozess ruinieren kann? In diesem Sinne: Guten Appetit!

(Und keine Nippel-durch-die-Lasche-Witze jetzt, danke.)

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