Gurtenfestival Tag 2 – Von Augenklappen und anderen Operationen

Am Freitag war es mein Ziel, Danko Jones und Wir Sind Helden zu sehen.

Naja, hat so halb geklappt.

Danko Jones hab ich jetzt bereits mehrmals live gesehen, und obwohl es sich nicht um Musik handelt, die ich zuhause täglich höre, sind Livekonzerte des Herrn und seiner Band immer wieder äusserst unterhaltsam. Das liegt einerseits daran, dass die Jungs abrocken wie Hulle, andererseits aber auch daran, dass Herr Jones ein Entertainer vor dem Herrn ist. Anders als der Jackal bei den Kaizers, aber ähnlich animierend. Quasi die Ab 18-Version, denn sowohl in den Songs als auch in den Ansagen geht es meistens um Fortpflanzungsbewegungen zum Spasszweck. Blümchensex ist Herrn Jones‘ Sache nicht.

So fühlte er sich durch das Publikum, das seinen Namen schrie, dazu ermuntert, freudige Masturbationsimitationen von sich zu geben. Und, Showman der er ist, seine Augenklappe darin zu involvieren. Also nicht physisch, nein, mehr so nach dem Motto: „Ihr fragt euch bestimmt, warum ich eine Augenklappe trage. Nun, ich bin der grösste Pirates of the Caribbean-Fan der Welt. Johnny und Orlando sind SO SEXY! Nein, ernsthaft. Wie viele Männer hier masturbieren einmal pro Tag?“ (Einige heben die Hände) „Und wie viele tun es zweimal pro Tag?“ (Noch ein paar Hände) „Tja, ich…“ (Reckt fünf Finger in die Höhe) „Da seht ihr es – man wird tatsächlich blind davon!“

Über das, was passierte, als das Publikum – wie es in der Schweiz Tradition ist – anfing, die La Ola-Welle zu machen, breite ich hier diskret den Mantel des Schweigens. Nur soviel: Wenn es blind machen würde, hätte man dem Herrn zum Verlassen der Bühne einen Hund zur Verfügung stellen müssen…

Als er am Schluss des Gigs dann sein klassisches Mantra „This heart gets stronger, this skin gets thicker, this mouth gets louder“ intonierte, bei dem er sich erst auf die Brust, dann auf den Arm und schliesslich ins Gesicht schlägt, liess er den Klaps auf die Wange mit den Worten „Ihr denkt doch nicht, dass ich mir jetzt ins Gesicht schlage? Davon hab ich das hier (deutet auf seine Augenklappe) gekriegt!“ bleiben.

Kurz: Sehr amüsant wie immer. Achja, und die Augenklappe stammt von einer Operation, weil man bei einer Routinekontrolle festgestellt hatte, dass sich seine Netzhaut zum Teil gelöst hatte. Aber das ist nunmal gar nicht Rock’n’Roll…

Und dann stellte ich fest, dass mein Bauch zu sehr weh tat, um ein Helden-Konzert wirklich geniessen zu können. Was folgte, steht hier.

Falls sich jemand für den aktuellen Zustand meines Bauches interessiert: Der Schlauch bzw. die Lasche ist raus. Musste nicht mal gezogen werden, hat sich selbst entfernt. Derzeit befinde ich mich im Stadium Einmal pro Tag Verband wechseln, duschen ja, baden oder schwimmen nein. Und wenn ich das Ding angucke, stelle ich fest: Die Schwellung ist quasi weg, ich hab jetzt halt eine Verdickung im Bauch (Ha! Als ob das auffallen würde! Ha ha ha!). Und ein Loch. Also wirklich ein Loch. Das ist so einen halben Zentimeter breit und ziemlich tief. Ich frage mich ja, ob mein Bauch von innen leuchten würde, wenn ich eine brennende Taschenlampe an das Loch halte, so wie man das von Nasenlöchern kennt (und bitte – das haben wir ja alle schon mal ausprobiert, oder? ODER?!?!).

Ich hoffe mal, dass das Loch irgendwann wieder verschwindet. Ansonsten werde ich wohl bald lautstark die Meinung vertreten, dass der Trend zum Zweitbauchnabel geht.

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