The Amtsschimmel strikes back

Erinnern Sie sich noch daran? Ja, lang ist’s her. Die Mail an das Schweizer Konsulat in Stuttgart habe ich dann auch prompt geschrieben. Und danach nie mehr etwas gehört. Naja, wird schon in Ordnung sein, dachte ich mir.

Immerhin flatterte vor kurzem wieder der Umschlag mit den Abstimmungsunterlagen aus der Stadt Bern ins Haus. Zwar immer noch mit dem Mädchennamen als Adressat, aber trotzdem. Nur ein Umschlag.

Ein paar Tage später kam der aus Rüschegg. Mit meinem neuen Namen. Also die selbe alte Scheisse.

Gnark. Offensichtlich erachtet man beim Schweizer Konsulat Mails nicht als wichtige Korrespondenz. Also rufen wir da halt mal an. Am Telefon kann man ja nicht einfach auf ‚Löschen‘ drücken, da muss man unliebsame Kunden noch selber abwimmeln.

„Sie sind mit dem Schweizer Konsulat verbunden. Wenn Sie ein Anliegen zum Thema X haben, drücken Sie die 1. Bei Thema Y die 2. Bei Thema Z die 3. Usw.“ Danach folgte das Ganze noch auf Französisch (und vermutlich Italienisch und Rätoromanisch. Hab ich mir dann nicht mehr angehört). Mein Problem war allerdings weder unter X, Y noch unter Z zu finden. Ich hab mich dann für ein Anliegen zum Thema Zivilstand entschieden. Plötzliche Verdoppelung der eigenen Existenz schien mir dann doch auf ein zivilstandliches Problem hinzudeuten, da ich ja sowohl als ledige wie auch als verheiratete Person zu existieren scheine. (Hm. Das eröffnet ja ganz neue Möglichkeiten, wenn ich es mir richtig überlege…)

Die nette Dame am anderen Ende des Telefons meinte dann, das sei nicht ihr Problem, sondern da müsse ich mich direkt an die betreffenden Stimmregister in der Schweiz wenden, und das sei ja auch nur ein Service des Konsulats, dass man die Unterlagen weiterleite, und sie könne mir aber ja mal die Telefonnummern der Zivilstandsämter der beiden Orte geben, die könnten mich da ja dann an die richtigen Stellen weiterleiten.

Jaja. Nach fünf Sekunden googeln (ich hab wirklich mit Google gesucht, also darf ich das Verb verwenden!) hatte ich dann auch die direkten Nummern der beiden Stimmregister. In Rüschegg verstand man mein Problem und meinte, man würde das ändern, ich könne einfach meine Unterlagen von ihnen vernichten.

In Bern war die zuständige Dame gerade nicht da, aber der Herr, der sich nicht zuständig fühlte, nahm meine Angaben entgegen.

So. Mehr kann ich nicht tun. Dachte ich mir. Jetzt sollen die mal gucken, wo das Problem liegt. Dachte ich mir. Denn bei mir liegt es nicht.

Dann erhielt ich diese Mail:

„Sehr geehrte Frau (hier stand mein Mädchenname. Obwohl ich denen meinen neuen Namen angegeben hatte. Und meine neue Adresse sowie meine Mailadresse, die ebenfalls auf meinen neuen Namen lautet und an die diese Mail geschickt wurde)

Mit Bezug auf Ihr soeben geführtes Telefongespräch mit dem Stimmregister der Stadt Bern, Herrn XXX (der heisst nicht wirklich so. Das hab ich verfälscht) kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:

Sämtliche Änderungen (Adressänderungen, Löschungen, Änderung des Zivilstandes) sind der Schweizerischen Vertretung mitzuteilen, bei der Sie angemeldet sind.
Zu Ihrer Information: Sie sind bei der Schweizerischen Vertretung in Stuttgart angemeldet.

Diese Meldungen werden von den Schweizerischen Vertretungen an die betreffenden Stimmregister in der Schweiz weitergeleitet.

Die Stimmregister dürfen keine direkten Meldungen von den im Register eingetragenen Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer entgegennehmen.

Ich hoffe, Ihnen mit diesen Angaben zu dienen und grüsse Sie freundlich.“

Ich habe diese Mail soeben beantwortet. Ich habe mein Problem noch einmal ausführlich erklärt und freundlich um Aufklärung gebeten. Falls man beim Berner Stimmregister allerdings zwischen den Zeilen lesen kann, lautet meine Antwort folgendermassen:

„Sehr geehrte Frau XXX (das ist nicht wirklich die Frau von dem Herrn da oben. Aber ich halte das für eine schicke Verfälschung)

MUUUUUUUUAAAAAAAAAAAAARRRRRRRRRRGGGGGHHHH!!!!!!

Mit freundlichen Grüssen

Die Frau, die sich jetzt dann Madonna zum Vorbild nimmt und nur noch ihren Vornamen benützt“

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