Frauen denken zu viel nach

Mal ehrlich: Das ist einfach eine Tatsache. Wir denken zu viel und zu schnell und alles gleichzeitig, und dass wir dann in irgendwelche wirren Gedankenspiralen geraten, ist nur verständlich.

Ein aktuelles Beispiel: Heute früh um acht klingelte das Telefon. Ich geh um acht Uhr früh nicht ans Telefon. No way. Um die Uhrzeit ergebe ich noch keinen Sinn, brabble irgendwas Unzusammenhängendes und weiss weder, was der Gegenüber will, wer der Gegenüber ist noch wer ich selbst bin. Und antworte dann trotzdem auf die Frage: „Oh, habe ich Sie/dich gerade geweckt?“ mit „Nein, nein“, obwohl das Ja so offensichtlich ist wie der Fakt, dass Dieter Bohlen auf den südländischen Frauentyp steht.

Ich ging also nicht ran, hörte aber mit einem Ohr der Nachricht zu, welche die Anruferin auf unserem Anrufbeantworter hinterliess. Irgendwas von wegen „Bla bla, danke für Ihren Anruf wegen der Wohnung in Waldkirch, rufen Sie mich doch zurück, ich bin nur unregelmässig erreichbar, aber die Nummer haben Sie ja…“

Äh. Okay. Ich will keine Wohnung in Waldkirch. Offenbar haben die Wohnungssuchenden die falsche Nummer angegeben oder die Wohnungsanbieterin die falsche Nummer angerufen. Weiterschlafen.

Und dann ging es los. Erster blöder Gedanke: Oh Gott, mein Mann will mich verlassen und sucht schon eine Wohnung. Erster darauffolgender rationaler Gedanke: Mein Mann will mich nicht verlassen, und selbst wenn, wäre er nicht so strunzblöd und würde unsere Festnetznummer angeben.

Nächster blöder Gedanke: Uaaah, jetzt erfahren die Leute, die wegen der Wohnung angerufen haben nicht, dass sie zurückrufen sollen, und womöglich kriegen sie deswegen die Wohnung nicht, und ich bin schuld – aaaargh, schlechtes Karma, schlechtes schlechtes Karma. Darauffolgender rationaler Gedanke: Es ist ja wohl nicht meine Schuld, wenn andere Leute zu blöd zum Telefonieren sind.

Dritter blöder Gedanke: Oh Gott, die Nachbarn hassen uns und wollen uns aus der Wohnung raushaben und bewerben sich in unserem Namen für andere Wohnungen. Letzter rationaler Gedanke: Ja, klar. Weiterschlafen jetzt, okay?

Ich habe dann weitergeschlafen. Und mein Mann hat heute Mittag auch nochmal darauf hingewiesen, dass er mich nicht verlassen will, nicht strunzblöd ist, wir keine Schuld daran haben, wenn die anderen die Wohnung nicht kriegen und unsere Nachbarn uns nicht hassen.

Kurz: Es dürfte mittlerweile einleuchtend klar sein, warum wir Frauen unsere Gedanken gerne so unwichtigen Dingen wie Handtaschen, TV-Serien und Robbie Williams widmen. Unser Kopf würde sonst schneller durchdrehen, als man „nur ein bisschen neurotisch“ sagen kann.

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