Alle ausser Ulle

Dieses Foto ist im Juli 2005 entstanden:

Wir warten auf die Tour

Wir sassen bei Riegel an der Strasse und warteten darauf, dass die Tour de France vorbeifährt. Tat sie auch irgendwann, erst kamen stundenlang Begleitwagen, dann irgendwann die Radfahrer, die allerdings nur minutenlang. Das war soweit ich mich erinnern kann auch das Jahr, in dem wir dann in Todtnau an der Strasse standen und auf die Deutschlandtour warteten. Die kam auch irgendwann vorbei.

Strassenrennen im Radsport sind ja live vor Ort nicht wirklich spektakulär. Die Tour de France im TV zu verfolgen ist da schon interessanter, aber zugegebenermassen auch nicht zwingend mein Ding. Früher, zu den Zeiten von Bernard Hinault und später Miguel Induráin war das noch anders. Damals kannte ich das D-Wort noch nicht und war beeindruckt von Dingen wie Induráins legendärer Lungenkapazität und seinem phänomenalen Ruhepuls. (Und Herrn Hinault fanden Mutti und ich irgendwie scharf.)

Wenn ein Radprofi heute etwas zu seinem Lungenvolumen und seinem Ruhepuls sagen will, ist der erste Gedanke doch sowieso: Ausrede. Und meistens hat man recht.

Ganz ehrlich, was da gerade in Sachen Team Telekom läuft, ist doch weder schockierend noch überraschend. Bloss unverständlich, zumindest für mich.

Denn hey, die Tour de France durchzustehen ist doch eine Wahnsinnsleistung per se – warum muss man sich da noch künstlich stärken?

Jaja, weil man sonst nicht gewinnt, weil alle anderen auch dopen.

Also, alle ausser Ulle.

Übrigens zeigt Das Erste derzeit „Höllentour“ als Einstimmung auf die T-Mobile-Pressekonferenz um 11:15. Ich finde das irgendwie hochgradig ironisch, aber nicht ganz so ironisch wie diese Tatsache:

Von allen deutschen Radrennfahrern soll ausgerechnet Jan Ullrich körperlich so fit gewesen sein, dass er ohne Doping erfolgreich war?

Ja nee, is klar. Liegt bestimmt an Lungenkapazität und Ruhepuls.

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