Elfen raus

Zumindest raus aus der Gedächtnisabteilung „Hm, ich frag mich ja, wie das geendet hat?“ und rein in die Ecke „So, jetzt weiss ich das also auch.“

Ich hab nämlich damals 1989 in Norwegen ein Comicbuch aus der Serie „Alvefolket“ gekauft, Band 14 war das, mit dem Titel „Fallet“. Auf Deutsch heisst die Serie, glaube ich zumindest, „Abenteuer in der Elfenwelt“, und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich einen der früheren Bände auch schon mal gelesen habe. Der war aber meines Wissens nie in meinem Besitz – Clara, hattest du den? Falls du nicht mehr weisst, wovon ich rede, bzw. da sowieso vermutlich niemand weiss, wovon ich rede: Dieser Comic ist gemeint. Abteilung „The Original Quest“.

Ja, mir ist auch klar, dass das Zeug grässlich kitschig und irgendwie total eklig gezeichnet ist, aber ich bin trotzdem sehr froh, dass ich – Internet sei mal wieder Dank – darauf gestossen bin und die ganze Geschichte mal lesen konnte. Die restlichen Stories werde ich mir sicher auch noch angucken, aber jetzt bin ich erst mal zufrieden, dass meine langjährige (zugegebenermassen nicht wirklich oft präsente) Neugierde gestillt ist, was das Schicksal von Cutter, Leetah (die ich ehrlich gesagt viel toller fand als Cutter) und Strongbow (den ich noch viel toller fand als Leetah, mei, er ist halt der schweigsame Einzelkämpfer, also für mich logischerweise absolut unwiderstehlich, ich sag nur Winnetou, Captain Future und so weiter (Han Solo!) und so fort (Mal Reynolds!), das ist halt bei mir so!!!) angeht.

Ach ja, und falls jemand noch eine andere Fantasynostalgie aus meiner Vergangenheit befriedigen möchte: Ich hätte gerne meine ganzen Ian Livingstone/Steve Jackson-Rollenspieltaschenbücher wieder. Die fand ich dermassen toll! Die waren neben meinen Cyndi Lauper/Madonna-Imitationen im vollen Kostüm ein zweiter Hauptgrund, weswegen ich in meiner Teenagerzeit regelmässig den Schlüssel meiner Zimmertür umdrehte, um nicht gestört zu werden. Musste ja kein Familienmitglied reinstolpern, wenn ich gerade in voller Elfenkämpferinnenmontur (zersägtes T-Shirt, das gerne auch als Madonna-Top herhalten musste, kombiniert mit aus dem T-Shirt-Unterteil hergestelltem Minirock (ebenfalls ab und zu als Madonna-Outfitteil benutzt) sowie Pseudopfadfindermesser – ja, ich war quasi die Ur-Statistin für Xena und glaubte schon damals strikt an die Maxime „Dress for the occasion“) mit Würfeln um mich warf, um rauszufinden, ob ich die glubschäugige Bestie aus dem Sumpf der Skorpione zerstückeln konnte. Dabei hab ich übrigens gerne beschissen. Hey, ich bin ja heute immer noch eine dieser Gamerinnen, die irgendwann mal verzweifelt den Walkthrough ergoogelt. Vielleicht wäre alles anders gekommen und ich nerdspieltechnisch einiges sozialer geworden, wenn ich Leute gekannt hätte, mit denen ich hätte Dungeons und Dragons spielen können. Das sah nämlich in „E.T.“ total spannend aus, aber solche schicken amerikanischen Sachen gab es natürlich in meiner näheren Umgebung nicht. Wir in der Schweiz kriegten ja nicht mal das ganze leckere Zeug aus Deutschland, für das immer in den Micky Maus-Heften geworben wurde. Kaba! Maoam! Karamalz! Wir hatten ja nix damals. Nur Ovomaltine und Ricola.

Und eben eine ziemlich anständige Sammlung an Abenteuer-Spielbüchern. Also zumindest ich. Eins steht noch in unserem Bücherregal, aber ich weiss gerade nicht mehr, welches das ist. „Das Labyrinth des Todes“, glaube ich. Das ist per se nicht schlecht, aber ich konnte früher halt auch auf „Der Forst der Finsternis“, „Der Sumpf der Skorpione“, „Die Stadt der Diebe“, „Die Insel des Echsenkönigs“, „Der Tempel des Todes“ und „Das Schwert des Samurai“ zurückgreifen, wenn ich mich zerstreuen wollte. Und natürlich auf „Die Höhlen der Schneehexe“. Mein Lieblingsbuch der Serie. Da hatte man nämlich während eines Teils des Abenteuers einen Begleiter.

Einen schweigsamen, einzelkämpferischen Elfen. Need I say more?

Aber, und hier folgt mal wieder die bereits hinlänglich bekannte Begründung für verschollenen Besitz meinerseits, diese Bücher sind alle irgendwo in Australien verschollen – bad karma, dear ex-housemate, baaaaaad karma!!! – , und ich sollte mal bei Amazon Ersatz beschaffen, dort gibt es sie nämlich alle, zwar gebraucht, aber trotzdem.

Bloss: Vielleicht finde ich die ja jetzt ganz doof? Man kennt das ja gerne mal von Kindheits- und Teenagererinnerungen, sowas ist oft nicht mehr so toll im Erwachsenenalter. Heutzutage zum Beispiel käme ich problemlos an Kaba, Maoam und vermutlich auch an Karamalz, aber nun will ich nicht mehr. Und wenn ich diese Bücher wieder hätte, würde ich mir vermutlich vor dem Spielen auch keine Elfenkämpferinnenmontur basteln, und ohne die ist die ganze Sache natürlich nur halb so ernsthaft und spassig. Seufz. Ich besitze ja nicht mal mehr ein Pseudopfadfindermesser.

Andererseits: Vielleicht einfach mal wieder „Das Labyrinth des Todes“ durchspielen und gucken, ob das noch Spass macht. Wobei ich da dann garantiert bescheissen muss, denn einen der drei erforderlichen Edelsteine hab ich bisher erst ein einziges Mal in meiner Abenteuer-Spielbuch-Karriere auf ehrliche Würfel-und-Blätter-Weise ergattert. Das wäre doch mal eine Herausforderung!

Und da fällt mir auch gerade ein, dass dieses eine T-Shirt des Ehemanns sowieso viel zu gammlig ist, um noch angezogen zu werden. Daraus könnte man doch perfekt ein Oberteil und einen Minirock…

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2 Gedanken zu “Elfen raus

  1. Ja, den hattest du von mir! 🙂 Oh Mann! Danke ich werde nun auch einmal meine Neugier befriedigen gehen 🙂 Da kommen Erinnerungen hoch!!!

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