Stiftung Natollietest oder so

Ich war ja neulich beim Friseur. Pinkfarbene und orangefarbene Strähnchen. Und wie das immer so ist: Die Farbe hielt nicht wirklich lange. Also: Abhilfe musste her. Ein Haarfärbebericht.

Mit ganz vielen Fotos. Harharhar, äh haarhaarhaar natürlich.

Wir fangen, wie sich das gehört, mit dem Vorher-Look an:

Nicht so toll, mehr so verwaschen und generell halt mit dem Schicksal gestraft, das farbige Strähnen so trifft. Ein zweites Beweisbild:

Aber nicht verzagen, Rettung naht, und zwar in Form von angeblich intelligenter Schönheit.

Ich hab mir schon mal mit Smart Beauty pinkfarbene Strähnchen ins Haar gemacht, die wurden aber eher rötlich. Trotzdem fand ich das Resultat nicht übel, wenn man bedenkt, dass ich vorher nicht gebleicht hab (weil das Produkt das angeblich selber macht). Da ich nun ja aber schon vorgebleichte Strähnchen in den Haaren hatte, habe ich mich für das andere Smart Beauty-Haarfärbeprodukt entschieden, das eben nur bei hellblonden oder vorgebleichten Haaren funktioniert.

Apropos funktioniert: Willkommen zu Tante Natollies Haarfärbekurs. Tante Natollie färbt sich seit nunmehr 23 Jahren die Haare und hat immer noch ein paar vereinzelte Härchen auf dem Kopf, irgendetwas muss sie also richtig machen. Das liegt mit Sicherheit nicht am Strähnchentest, den man ja laut jeder Haarfarbe 48 Stunden vorher machen muss, ebenso wie den Hauttest und überhaupt Testtesttest. Daran liegt es nicht, den sie macht nie einen dieser Tests. Bitte zuhause nicht nachmachen, ich hafte für rein gar nix!!!

Also. Zum Haarefärben brauchen wir Haare (check), Haarfarbe (check), ein eher unempfindliches Badezimmer (check), ein eher unempfindliches bzw. nicht mehr so ganz tolles Handtuch (check) und eine gründliche Portion Selbstironie, falls mal etwas schiefgehen sollte. (Goldbraun damals? Nun ja. Boris Becker wäre neidisch gewesen…) Aber befassen wir uns mal mit der Anleitung des Herstellers. Die besagt: Erst die Haare mit dem beigelegten Shampoo waschen, um Stylingproduktreste zu entfernen. Ich benutze zwar nie Stylingprodukte, aber nun gut. Wir waschen.

Doof gucken ist dabei natürlich für andere optional, für mich hingegen inhärent notwendig. Die Haare sind also jetzt von jeglichen nichtexistenten Stylingprodukten befreit und müssen wieder getrocknet werden. Machma. Erst mit dem Handtuch:

Dann mit dem Fön.

Bei dieser Haarlänge werden übrigens sogar meine Haare innert nützlicher Frist trocken. Aber vielleicht sollte ich doch mal Stylingprodukte benutzen?

Eine Sache habe ich in meiner mittlerweile extensiven Haarfärbekarriere gelernt: Flecken auf der Haut sind doof und mühsamer zu entfernen, als sie vermeidbar sind. Deswegen: Gefährdete Hautpartien eincremen! Wir verwenden dazu… äh… *im bad umguck* …des Ehemannes Handcreme. Jawoll.

Die stand gerade griffbereit. Und ist schön fettig. Und sieht dann auf die Stirn geschmiert so aus:

Ja, so sieht eine Stirn ohne Botox (und mit norwegischer Formel!) halt nun mal aus, sorry. Nun streifen wir die Handschuhe über – hier ein Tipp: Mit dem Fön kurz reinpusten, das öffnet die Finger. Vergesse ich aber meistens, deswegen sieht das bei mir dann jeweils so aus:

Nun klatschen wir uns ordentlich Farbe in die Hand und diese dann auf die Haare. Eigentlich sollte man das ja strähnen- oder zumindest abschnittweise machen mit der Farbverteilung, aber ich mach das immer mehr so… kreativ?! Nun ja, ich schmiere halt rum. Und ui, Kunstblut! Oder so ähnlich, auf jeden Fall eine sehr nette Farbe:

Im Gegensatz zu anderen Haarfärbemitteln hat Smart Beauty eine Entwicklungshaube beigelegt. Sowas hab ich zwar noch nie benutzt, aber jegliche Form von Entwicklungshilfe ist sicher gut. Ha ha ha. Auch wenn ich den Vorteil erst noch nicht so ganz erkenne:

Ich kann mich gerade nicht wirklich zwischen „Give me all your money!“ und „Take me to your leader, earthling!“ entscheiden. Auf jeden Fall hab ich das Ding dann hochgekrempelt und irgendwie um die Haare gelegt, keine Ahnung, ob das etwas bringt oder nicht. Aber als Schutz beim fünfminütlichen Fönen (zwecks längerer Haltbarkeit der Farbe, behauptet die Gebrauchsanweisung) ist das Ding schon nicht schlecht. Also: Fön… Fön… Fön…

Jaaa, unter stetiger Wärmeanwendung werde ich zum Oompa Loompa. Hoffentlich passt sich nur die Haut- und nicht die Haarfarbe an.

Aaaanyway, ich also 40 Minuten gewartet (ich nehme grundsätzlich immer die maximale Einwirkzeit, nützt’s nix, so schadt’s nix), dann runter mit der Haube. Sieht doch schon ganz vielversprechend aus:

Dann spül spül spül, erst mit dem Kopf nach unten, was bei meiner aktuellen Erkältung nicht wirklich angenehm ist, dann halt direkt unter der Dusche. Ich weiss ja nie genau, wie die Definition von „bis das Wasser klar bleibt“ lautet. Ist damit gemeint, dass es total wassermässig durchsichtig ist oder reicht es auch schon, wenn der schmierige Haarfärbeschaum draussen ist und das Wasser noch eine leichte Haarfarbenfärbung hat? Ein Mysterium der Menschheit. Aber fertig gespült und dann wieder trocknen – und hier ist das Endresultat von oben, vorne und hinten:

Also: Mir gefällt’s. Hätte knalliger sein können, aber schon mal nicht schlecht. Und wenn es nicht hält, färbe ich eben nächsten Monat wieder nach. Der Vorteil an solchen Strähnen ist ja, dass man sie relativ einfach wieder rauswachsen lassen oder überfärben kann. Für 4,95 beim dm stimmt für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis, und wie schnell sich das Zeug auswäscht, werden wir ja dann noch sehen. Erst mal werde ich aber sicher noch einen Rat aus der Gebrauchsanweisung befolgen, den ich aufgrund meiner Erfahrungen so nur bestätigen kann: Bei frischgefärbten Haaren Kissenbezüge schützen! Jaja… *hüstel*

(Ach ja: Und meine Haare sehen strohig aus, weil sie strohig sind! So einfach ist des Rätsels Lösung!)

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2 Gedanken zu “Stiftung Natollietest oder so

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