Befindlichkeitsfixierter Aufstand

Ich kann es nicht mehr hören, nicht mehr sehen und nicht mehr lesen.

Jetzt mal ernsthaft: Geht eigentlich sonst niemandem diese ewige Generationsherumdefiniererei wahnsinnig auf den (in meinem Fall bekanntlich nichtexistenten) Sack? Generation Golf, Generation Doof, jetzt auch noch Generation Umhängetasche… Ich möchte Teil einer Jugend- oder zumindest einer Berufsjugendlichenbewegung sein oder wie oder was? Himmel hilf, damals als wir tatsächlich noch Teil der Jugend waren, ging es uns doch vor allem auch darum, uns zu distanzieren von denen, die zwar gleichaltrig, aber nicht gleichgesinnt waren – die Pubertät als Abgrenzungslehrgang, eine Zeit, in der man sich vor allem darüber definierte, dass man nicht so war wie dieser da. Und jetzt? Jetzt sind wir auf einmal alle eine „Generation“. Jetzt stecken wir alle im selben Topf, Deckel druff, jut is.

Ich glaube nicht, Tim.

Klar erkennt man sich in manchen Dingen wieder, die „der Mittdreissiger an sich“ so macht. Ja, ich war auch schon an einer 90er-Party, ja, auch ich liebe „Dirty Dancing“ und „Top Gun“, und ja, auch meine Wohnungseinrichtung besteht vorwiegend aus Ikeamöbeln, und ja, verdammt, ich besitze auch diverse Utensilien, die man vermutlich in der Abteilung „Nostalgiekinderzimmerkitsch“ kategorisieren könnte. Ich bin aber trotzdem ich und nicht wir, und ich brauche dieses verschwörerische, ach so ironisch kodierte Sind wir nicht alle ein bisschen-Geschwafel nicht, um mich als Person zu definieren. Ich finde nun mal keinen Gefallen am „Ha ha, it’s funny cause it’s true“-Humor à la Mario Barth und Konsorten, mir braucht man keinen Spiegel vorzuhalten, um mich darauf hinzuweisen, dass auch ich nur eine Anhäufung von Klischees bin, danke sehr. Das ist mir vollkommen klar.

Und folglich brauch ich auch kein Buch zum Thema „Wenn ich einmal gross bin“. Denn erstens bin ich schon gross genug, um mein Erwachsenenleben zu meistern und mir gleichzeitig eine gewisse kindliche Grossäugigkeit, Naivität und Lebensfreude zu erhalten, die ich persönlich sehr schätze und nicht verlieren möchte. Und zweitens ist ja wohl klar, was ich mache, falls ich mal so gross werden sollte, wie es „meine Generation“ anscheinend ist: Ich schreibe ein Buch über „uns“.

Den Titel hab ich schon.

„Generation Generationenbuchschreiber“.

Und wenn es denn unbedingt sein muss mit der Definition: Reich mir mal einer den Rettich rüber, bitte.

(Hübsch pink hier, ne? Danke Schatz. :-*)

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