Argh-hurra-quietsch-kreisch-hilfe-freufreu

Äh ja. D-day. Hund abholen heute. Ganze Sätze nicht möglich.

Nun ja, versuchen wir es zumindest:

Heute wird also das Hundebett besetzt. Ich bin einerseits total hibbelig vor Vorfreude und andererseits absolut panisch, was ich alles falsch machen könnte. Wer mich kennt, dem ist sicherlich mehr als deutlich bekannt, dass meine Vorstellungskräfte in der Abteilung „Was könnte schiefgehen“ nahezu dem Unendlichkeitszeichen gleichzusetzen sind. Das geht von „Wenn wir die Wohnung betreten, fällt der Hund tot um“ über „Der wird sicher schon auf dem Autobahnrastplatz überfahren“ und „Hoffentlich erstickt er nicht an einer aus Versehen nicht aufgehobenen Erdnussschale“ bis zu „Und wenn er jetzt beim ersten Gassigehen auf Nimmerwiedersehen verschwindet?“ Diese und ähnliche Themen kreisen munter in meinem Schädel umher, vereinen sich und bilden neue Ängste und werden, als wären sie Gesangs- und Gitarrenmelodien, von der Bass-und-Drums-Rhythmussektion mit dem Satz „Und nicht vergessen: Hunde können Unsicherheit riechen…“ unterlegt.

Ja, ich weiss: Ich werde sicher mehr als nur einiges falsch machen, was die Erziehung des kleinen Nibbler angeht. Lässt sich beim ersten Hund nun mal nicht vermeiden. Im Zweifelsfall werde ich mich da einfach mal wieder an den Ehemann als Fels in der Brandung halten, der dann halt konsequent und korrekt erziehen muss. Denn hey, der Hund merkt eh sofort, wer bei uns das Alphatier ist, und das bin nicht ich. Vermutlich wird es sowieso so ablaufen, dass ich mich den ganzen Tag hingebungsvoll um das Vieh kümmere, und sobald sich der Schlüssel im Türschloss dreht und Göttergatte da ist, werde ich ignoriert. Pffft.

Aber ich sage mir halt, und das ist ein wesentlicher Grund, warum ich einen Welpen wollte und keinen erwachsenen Notbully oder Tierheimhund: Mir ist klar, dass der Hund Macken haben wird, die andere Leute vermutlich seltsam finden werden. Aber immerhin sind es Macken, die er von mir gekriegt hat, Macken, die ich kenne.

Wenn jetzt noch nicht jedes Welpenbuch, das ich gelesen habe (und es waren so einige!), nicht irgendetwas anderes zum Thema Erziehung behaupten würde, wäre das super.

Und zwischen all den panischen Gedanken murmle ich leise folgendes Stossgebet vor mich hin:

„Herr, gib mir die Kraft, den Bully nicht ins Bett zu lassen, gib mir die Gelassenheit, seine Häufchen und Bächlein in der Wohnung entspannt aufzuwischen, und gib mir die Weisheit, dem Hund und vor allem mir selbst klarzumachen, dass wir diese ganze Sache beide erst gerade lernen.“

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Ein Gedanke zu “Argh-hurra-quietsch-kreisch-hilfe-freufreu

  1. Hunde sind wie Menschen: die verzeihen Fehler auch mal 🙂 Das wirst Du schon richtig machen. Eigentlich müsste er ja Nibbler-laus heißen. Also viel Spaß mit dem Familienzuwachs und liebe Grüße zum Nikolausi!
    Heike

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