Wie ist das so mit dem Hund?

Eine Freundin wollte heute via Mail in Sachen Nibbler wissen: „wie macht er sich denn sonst so von wegen stubenrein, spazierfreudigkeit, essensgewohnheiten, schlafen etc.?“

Hier meine Antwort, einfach mal direkt rüberkopiert:

Also. Wie ist das mit dem Hund so.

Satansbraten Junior heisst ab und zu auch des Teufels Frikadelle, da ja eben noch sehr kleiner Braten. Aber schon sehr satanisch. Er hält mich natürlich dauernd auf Trab, wenn er wach ist, es ist natürlich alles anstrengender und mühsamer, als man sich das in der Theorie vorgestellt hat. Und ich hab es mir in der Theorie schon anstrengend und mühsam vorgestellt – was für mich halt wirklich übel ist nach ein paar Jahren Ausschlafen: Um sechs Uhr früh aus den Federn. Jeden Tag. Blah. Dieses Wochenende haben Thorsten und ich vereinbart, dass er am Samstag die „Morgenschicht“ übernimmt und ich am Sonntag, damit jeweils einer von uns ausschlafen kann.

Natürlich haben wir nicht ein schüchternes Seelchen von einem Welpen, natürlich haben wir eine verfressene, rabiate und dominante Kackbratze, mit der ich mich regelmässig über meine Schuhe streite und die natürlich immer dann pisst und kackt, wenn man entweder gerade vom Gassigehen zurückkommt oder sich gerade fürs Gassigehen anzieht. Aber irgendetwas anderes würde auch gar nicht zu uns passen.

Und vor allem, und jetzt kommt der Satz, den Michael Mittermeier ja in Bezug auf junge Eltern unsterblich gemacht hat: Wenn es dich einmal anlächelt… Ja, verdammt, wenn das Tierchen mit einem wohligen Seufzer auf deinem Schoss einschläft, dann ist es völlig scheissegal, dass du ihm vor fünf Minuten noch durch die halbe Wohnung hinterher gerannt bist, weil er deinen schlammig-nassen Winterstiefel an einem Schuhbändel durch die Gegend gezogen hat. Echt wahr. Fucking Mutterinstinkte, ich sag’s dir. Ich bin total fasziniert von den Geschehnissen. Ich find nicht mal Kacke aufwischen eklig oder in rohen Schlachtabfällen rummantschen, damit sie möglichst schnell Raumtemperatur erreichen.

Das ist halt ein kleines Leben, und es ist deine Verantwortung, dass es ihm gut geht, und wenn es doof macht, dann kann es halt nicht anders, und du musst einfach lernen, mit ihm umzugehen. Und umgekehrt. Und jeden Tag gewöhnt ihr euch ein kleines Bisschen mehr an einander, und du jubelst innerlich auf, weil er heute schon dreimal draussen gepinkelt hat, und dass er auch dreimal drinnen gepinkelt und dazu dreimal drinnen gekackt hat, das ist völlig irrelevant.

Und wenn er dann endlich die Scheu vor dem Vorgarten verliert und neugierig durch die Gegend tappt, brichst du in für ahnungslose Passanten vermutlich ziemlich verwirrendes „Feiiiiiin Nibbler Feiiiiiin“-Gurren aus, und du kannst eigentlich eh nicht mehr unter Leute, weil dein Sprachvermögen derzeit aus mehrheitlich einsilbigen Geräuschen wie dem eben erwähnten „Feiiiiin“, „Pfui“, „Aus“ und „Niiiiibläääär“ besteht und alle deine Klamotten versabbert sind und nach Büffel müffeln, weil der Kleine die Kauknochen ja sooo toll findet. Und du bist abwechselnd frustriert und verzückt, aber das Verzücken macht jeden Frust zunichte. Und warum das so ist, kannst du nicht in Worte fassen, aber es ist super so, wie es ist.

So ist das mit dem Hund.

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