I’ve grown accustomed to his face

Ich bin seit heute Nachmittag Strohwitwe, weil der Mann und der Hund bei den Schwiegereltern sind, wo sie die nächste Woche über bleiben, weil ich ab morgen selber unterwegs bin und der Hund halt tagsüber noch einiges an Aufsicht braucht.

Vor allem auch seit gestern Abend, weil uns Dumpfbackerino ja der Meinung war, man müsse beim Ballspielen das grosse Rumrennen kriegen, hinter einem Fahrrad herlaufen, rasant kehrtmachen, noch rasanter um die Kurve fetzen und dabei auch noch hochspringen.

Die Gesetze der Schwerkraft haben ihn dann sehr schnell ein- und unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Rums, Quiek, Humpel, Tierarzt (Ich innerlich: „Ohmeingottderhundistkaputt, ohmeingottderhundistkaputt!“ ad nauseam), Zerrung. Heute ging es ihm schon wieder einiges besser, aber um Himmels Willen, ich bin Jaaaaaahre gealtert in dem einen Moment.

Wie dem auch sei, Bübchen kuriert sich also in den Bergen aus und ist in seinem Ansinnen, den alten Haus- und Hofhund dort halb tot zu nerven, etwas handicappiert, was sicher nicht das Schlimmste ist. Göttergatte ist auch dort und hilft Nibbler dabei, sich morgen etwas einzuleben, damit es nicht allzu tragisch ist, wenn er (der Göttergatte, nicht der Hund) dann am Montag arbeiten geht.

Und ich bin also noch bis ca. morgen Mittag home alone. Und finde es extrem seltsam. Denn es ist alles so still hier. Natürlich, ich war auch schon des Öfteren ohne Ehemann hier, und auch das mag ich eigentlich nicht so sehr, mir ist dann nachts gerne mal die ganze Wohnung zu gross. Aber jetzt auch noch ohne Hund – das ist irgendwie schräg. Da schläft nichts unter meinem Schreibtisch, da grunzt nichts aus dem Wohnzimmer, da schnarcht nichts im Schlafzimmer und da trippelt nichts durch den Flur. Es ist sehr leise, und das ist komisch.

Ich vermisse den Mann, und ich vermisse den Hund. Erstaunlich, wie schnell man sich an so ein kleines Wesen (den Hund, nicht den Mann) gewöhnt, und wie schnell man es nicht mehr missen mag, auch wenn es einem das ganze Leben auf den Kopf stellt und nichts mehr so ist wie vorher. Also schnell, wenigstens ein Foto, und dann ab ins Bett und den Fernseher an, damit wenigstens etwas Geräuschkulisse da ist. Vermutlich kann ich dann gar nicht richtig tief schlafen, weil das fehlt, das sonst dafür sorgt, dass ich nicht schlafen kann: Zweifaches Schnarchen, zweifaches Atmen, zweifaches Sich-im-Bett-Wälzen.

Jungs, kommt bald wieder.

face

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