Idefix vs. El Pubertino

Nun hat es also auch uns erwischt: Nibbler sperrt sich ganze Nachmittage lang im Zimmer ein, hört laute Musik und schreibt schlechte Gedichte. Also, das würde er tun, wäre er ein Mensch.

Da er aber bekanntlich eine französische Bulldogge ist, äussert sich die beginnende Pubertät bei ihm so: Zehen sind plötzlich wieder total schmackhaft, eben so wie Möbel, und Mutti und Vati sind vor allem eins: Total doof. (Hier ähneln sich Hundeteenies und Menschenteenies auf verblüffende Weise…) Wobei dann interessanterweise auch wieder Momente kommen, in denen man sofort so dicht an Mutti oder Vati rangekuschelt sein muss, wie es nur geht. Morgens im Bett zum Beispiel.

Ach ja, stimmt: Das hatte ich ja noch gar nicht erwähnt. Nibbler darf also jetzt mit ins Bett. Allerdings nicht nachts, da schläft er weiter in seinem Körbchen (oder im Flur. Oder im Arbeitszimmer. Oder vor dem Bett. Halt so nach dem Motto „Ihr habt mir hier gar nicht zu sagen, wo ich schlafen soll!“ *türenknall*…). Aber wenn ich – Schwangerschaftsmüdigkeit sei Dank – mal schon abends im Bett liege, darf er mit rein. Und morgens nach dem ersten Gassigehen und Frühstück darf er sich auch noch mal zu mir legen.

Wie ich den Hund-im-Bett-Gegner Ehemann überzeugt habe? War ziemlich simpel und schnell erledigt: Am ersten Sonntag, als Nibbler nach der ersten Runde mit ins Bett durfte, konnte die gesamte Kleinfamilie bis viertel vor elf ausschlafen…

Nibbler wäre aber kein Teenager, wenn er die Sache mit dem Bett nicht ausreizen würde – bestes Beispiel heute früh. Der kleine Lord taucht mit seinem extrem gammligen Kauknochen am Bettrand auf und schielt hoch (man kann zwar Vati bis zum Bauchnabel hoch springen, aber ins Bett wird man bitteschön gehoben…).

Ich: „Kaui bleibt unten. Mit dem kommst du nicht ins Bett.“
Nibbler: „Aber ich WILL Kaui mitnehmen!“
Ich: „Dann bleibst du halt auch unten.“
Nibbler: „ABER!!! ABER!!! ICH WILL INS BETT!!!“
Ich: „Darfst du auch. Aber ohne Kauknochen.“
Nibbler: „KAUI MUSS MIT!!!“
Ich: „Ich schlaf jetzt weiter.“
Nibbler: „Keiner. Versteht. Mich. Nur Kaui.“ *abgrundtiefer seufzer*

Apropos „abgrundtiefer Seufzer“: Manchmal fühlt man sich mit dem Hund wirklich wie in einem Asterix-Comic, zumindest neulich hat er ziemlich textsicher die Szene aus „Asterix und die Trabantenstadt“ nachgespielt, in der Idefix im Wald eine Stelle entdeckt, an der alle Bäume gefällt wurden. Nur dass bei uns die Hecken gestutzt worden waren und überall grosse Äste rumlagen. Auf Nibblers Spazierweg!!! „Drama, Drama, Drama“, würde Bruce Darnell dazu sagen, Nibbler drückte das eher mittels vollem Rückenirokesen, entsetztem Hin-und-Hergehüpfe sowie Protestgebrüll in voller Lautstärke aus. Immerhin fiel er nicht in Ohnmacht wie Idefix, aber viel hätte wahrlich nicht gefehlt… Mutti traute sich dann todesmutig an die Bescherung ran, worauf Nibbler es auch wagte, die Äste zu inspizieren. Für sowas ist Mutti nämlich dann wieder gut genug.

Eben – die Pubertät halt. Zuhören ist optional, man weiss ja schliesslich selber alles besser, und beim Futter muss man natürlich auch ab und zu mäkelig tun. Da müssen wir durch, und Nibbler auch – wobei er es genau so doof findet, dass ihm jetzt plötzlich wieder alles verboten wird, das doch so viel Spass macht, wie wir es doof finden, dass man ihn jetzt wieder dauernd im Auge behalten muss, wenn er gerade wach ist. Aber hey, so lange er keine Poster von irgendwelchen sexistischen HipHop-Hunden aufhängt oder PinUp-Bilder von läufigen Hündinnen, die sich auf dem Rücken räkeln…

Ansonsten ist er natürlich bekanntermassen immer noch der niedlichste Soundso der Welt, am Wochenende hat er das in Böllen wieder unter Beweis gestellt:

portrait1

Die Harmlosigkeit in Person. Ne, is klar.

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Sein Lieblingshobby in Böllen ist es übrigens, Stöckchen aus dem Holzstapel neben der Feuerstelle zu ziehen und sich diese mal den Hang hoch und mal den Hang runter werfen zu lassen. Macht total viel Spass! Bloss das mit dem Stöckchen hergeben klappt immer noch nicht so richtig…

stoecki

„Mutti, ith hab Holth auf ther Thunge!“ Ja, Nibbler, das kommt vom Stöckchenkauen. Das ist alles ganz logisch.

holzzunge

Und dann beschloss der Herr, dass er ja eh schon schwarz ist und man ja mal die Grillstelle etwas genauer unter die Lupe nehmen könnte…

grill1

„Macht mal hinne mit dem Fleisch, ich kümmere mich dann schon darum!“

grill2

So, und damit wir die dann auch noch untergebracht hätten, bevor ich wieder mal mein Blog schändlich vernachlässige, weil heissschwülschwangermüdeübel – hier noch ein nettes Video von Nibbler im Kampf mit einem Reinigungsinstrument. Sowas findet er ja immer noch und immer wieder höchst suspekt:

Weiters einmal Nibbler bei der Pfützenkneippkur – man beachte die besondere Eleganz der Hinterläufe…

Und schlussendlich todesmutig im reissenden Fluss – auch hier wird spezifisch auf die Beinarbeit hingewiesen:

Am Mittwoch fahren wir übrigens beide, Hund und Frau, zur Sommerfrische nach Böllen. Ich freu mich schon aufs Stöckchenwerfen.

(Ach nee, einen hab ich ja noch! Nibbler stellte am Samstag in Böllen fest, dass man sich am Hang nicht wälzen sollte. Denn da kann es passieren, dass man zwar schon rollt, aber vielleicht nicht in die geplante Richtung, sondern kopfvoran auf dem Rücken den Hügel runter. Und ja, ich gebe es zu: Nach der ersten Schrecksekunde und nachdem ich sicher war, dass ihm nichts passiert ist, hab ich nur noch gegackert. Es würde mich also nicht erstaunen, wenn er demnächst wirklich schlechte Gedichte darüber schreibt, dass ihn keiner versteht…)

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