Zur Feier des Tages…

…angeblich ist heute Tag der One-Hit-Wonder. Behauptet zumindest DRS 3 schon die ganze Zeit. Nutze ich doch gleich mal für einen faulen Lauter-Videos-Posten-Blogeintrag. Also, hier mal ein paar meiner One-Hit-Wonder-Favoriten (und nein, „Ewigi Liäbi“, das gerade auf DRS 3 läuft, gehört ganz bestimmt nicht dazu!):

Zuerst begegen wir uns mal in die ganz tiefen Untiefen der 80er-Jahre-Frisuren. Ui ja, ein ganz tolles Exemplar des Vokuhila, komplett mit bis auf die Quintessenz runtergeschnippeltem T-Shirt. Owen Paul – „My Favourite Waste Of Time“. Ich werde da ja vor allem auch deswegen nostalgisch, weil man damals auch Jungs mit solch ungebräunten Sprenzelkörpern toll finden durfte.

But wait – there’s more! Der Vokuhila geht noch extremer! Ganz zu schweigen vom Outfit! Und der Tanzstil! Wobei, bei King kann man eigentlich nur bandtechnisch von einem One-Hit-Wonder sprechen, Paul King selbst war ja noch eine Zeitlang bei MTV Europe (Ach! MTV Europe! Ray Cokes! Riesengrosser Seufzer!) tätig und danach ab und an in irgendwelchen Infomercials für Time/Life-CD-Kompilationen zu sehen. Den Song find ich trotzdem immer noch toll. Und jemanden, der in so einem Anzug so tanzt, kann ich nur respektieren. Also: King – „Love & Pride“.

Irgendwie zeichnet sich gerade eine gewisse Tendenz zu 80er-One-Hit-Wonders ab, aber dieses Video darf auch nicht fehlen – keine Ahnung, wer sich da was dabei gedacht hat, man möchte es irgendwie auch gar nicht wissen. Vermutlich hat irgendwer gesagt: „Och, dieser ganze New Romantic-Look ist doch eh irgendwie historisch angehaucht, also machen wir was Mittelalterliches.“ Entstanden ist dabei: Men Without Hats – „The Safety Dance“.

Und apropos Tanzen – wir haben ja getanzt, also hätten wir die Freunde des Men Without Hats-Sängers werden dürfen (Hurra!). Und zwar unter anderem am Gymerfest, und das, obwohl wir damals noch im Untergymnasium waren, wir Rebellen! Getanzt haben wir, aufgebrezelt in bester 80er-Manier, natürlich hierzu: Animotion – „I Engineer“. Ja, okay, mit „Obsession“ hatten die vorher schon einen Hit, ich kann mich aber nur an „I Engineer“ erinnern, so!

(Netter Triviafakt am Rande: Die Sängerin von Animotion wurde irgendwann abgelöst von Cynthia Rhodes, ihres Zeichens bekannt aus Flashdance, Staying Alive und Dirty Dancing und ausserdem Ehefrau von Richard Marx und Inspiration für „Right Here Waiting“, das manche vermutlich auch als One-Hit-Wonder betrachten würden. Ich nicht. Der hat noch andere Sachen geschrieben und gesungen. Also pfffrtbltbl.)

Das nächste Video ist zugegebenermassen Schmuh, denn ich hab eigentlich keine Ahnung, ob das hier überhaupt mal ein Hit war ausser auf meinem Plattenteller? Then Jerico? „Let Her Fall“? Irgendwer? Ich hab extra den Song genommen, weil der noch bekannter sein würde als bessere Songs von ihrer ersten Platte. Okay, „Big Area“ war vermutlich der grössere Hit, aber grundsätzlich greift hier ja bekanntlich eh „Mein Blog, mein Möbelhaus, meine Kamera“…

(Falls mir übrigens irgendjemand an dieser Stelle unterstellen möchte, dass mein Männertraumtyp in den 80ern aber ganz schön Morten Harket-geprägt war, der sei darauf hingewiesen, dass jedes einzelne Weib, das 1989 mit mir im Austauschjahr in Norwegen war, auf die Frage „Und warum bist du hier?“ mit „a-haaaaaaa!!!“ geantwortet hätte, mmmkay?)

Aber nun gut, begeben wir uns in die 90er. Und nur um es gleich vorweg zu nehmen: Nee, das Lied fand ich nicht toll, weil Ethan Hawke es gedreht hat. Ethan Hawke fand ich nie toll, sorry. In „Dead Poets Society“ fand ich Robert Sean Leonard besser, und – Schockschwerenot – „Singles“ war für mich schon immer der bessere Film als „Reality Bites“. Aber „Stay (I missed you)“ ist trotzdem ein wunderschöner Song. Und ihre Brille ist super!

Auf den nächsten Song lasse ich gar nichts kommen. Nichts. Mir egal, ob One-Hit-Wonder oder nicht, ich liebe dieses Lied. Übrigens so ziemlich der einzige Song, zu dem ich beim Autofahren ernsthaft mitsinge, ansonsten wird ja höchstens mal albern gequakt oder ironisch kodiert gejodelt. (Ach ja, wenn ich dann mal den Führerschein habe, gilt dann endlich offiziell: In meinem Auto wird nicht mitgesungen, wenn ich nicht singe. Driver picks the music, shotgun shuts his piehole!) Und ja, das hat sicher auch damit zu tun, dass „Breakfast At Tiffany’s“ einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist, auch wenn es natürlich albern ist, das Lied deswegen zu mögen. Aber sorry, am Aussehen des Sängers liegt es halt diesmal nicht… Deep Blue Something – „Breakfast At Tiffany’s“.

Von tiefempfundener Sympathie für ein Lied jetzt zu „Och, isser nisch niiiiiiiedlisch! Wenn bloss das Muttermal da nicht wäre!“ Könnte man vermutlich auch als Cindy Crawford-Gedächtnis-Gesichtsfleck bezeichnen, so 90er-Stilikonenreferenztechnisch. Der Song hat aber irgendwie immer noch was. Chesney Hawkes – „The One And Only“. (Ausserdem hat der Bub etwas von einem jungen, blonden Keanu Reeves, und auf Keanu Reeves lass ich nüscht kommen. Und ja, ich hab „Johnny Mnemonic“ gesehen. Im Kino.)

Nun hätte ich ja gerne als zweitletztes Video Babybirds „You’re Gorgeous“ genommen, da grossartiger Song und sehr amüsanter Text, aber irgendwie hab ich nur relativ schlechte Liveaufnahmen oder Nichteinbettbares gefunden, also nehm ich halt doch Edwyn Collins mit „A Girl Like You“. Weil wir alle doch gerne mal so einen Satz gehört hätten, anno dazumal.

Uuuund zum Schluss noch was aus dem Jahr 1999, das ich mangels Smileys hier halt einfach mit einem doofen :-* beschreiben muss: Die New Radicals mit „You Get What You Give“. Video finde ich doof (Scheiss Teenager, haut von meinem Rasen ab! *mit krückstock wedel*), deswegen ist es auch nicht schlimm, dass ich das Ding auf Youtube ebenfalls nicht gefunden habe, Song finde ich hingegen einfach nur zeitlos grandios. Lieb lieb lieb.

Und falls ich irgendein One-Hit-Wonder vergessen haben sollte, das andere auf ihrer Liste haben würden: Sollnse ihre eigene Liste schreiben. Ich muss jetzt Wohnung putzen – womit ja auch gerade erklärt wäre, warum ich nach so langer Blogabstinenz heute schon wieder einen Eintrag poste… *hüstel*.

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