Ein Jahr in Updates Teil 1

Facebook-Updates, um genau zu sein. Bastian ist nun mal ein Digital Native. Heute hat er gerade wieder Opas Maus direkt aus dem Laptop geklaut. Und weil die Updates per se eigentlich alt sind, gibt es noch aktuelle Notizen meinerseits dazu. Quasi den Audiokommentar in Getippsel. Da das ganze Jahr aber zum längsten Blogeintrag der Welt würde, poste ich das in vier Teilen. (Und nein, ich werde mich nicht dafür rechtfertigen, dass ich Bastian zum Geburtstag keinen rührseligen Schmachtebrief in Blogeintragform geschrieben habe – mein Sohn weiss, wie sehr ich ihn liebe. Allen anderen muss ich weiss Gott gar nichts beweisen.)

20. Dezember um 19:04
Jaja, ich weiss, das sind keine weltexklusiven News mehr, da war der Mann schneller – aber ich war halt beschäftigt. 😉 Deswegen erst jetzt auch meinerseits die offizielle Präsentation von Bastian Alexander Springhart, geb. am 16.12.2009. Mittlerweile sind wir alle gesund und munter zuhause. Hurra!
Ich hab ja nie einen Geburtsbericht geschrieben, glaube ich. Zumindest nicht so detailiert, wie das andere Mütter tun. Finde ich jetzt nicht so schlimm – ein Kaiserschnitt ist halt ein Kaiserschnitt. Ich weiss immerhin noch, dass mir die Zeit zwischen dem ersten Quäken und dem Moment, in dem man mir gesagt hat, dass es meinem Baby gut geht, schier endlos vorkam. Ich meine mich zu erinnern, dass irgendjemand „Hol den Kinderarzt“ sagte und ich innerlich so panisch wurde, wie einem das möglich ist, wenn man vom Oberbauch an abwärts betäubt ist. Und die Geschichte, wie ich dann vor Erleichterung gleich mal gekotzt hab, als man mir Bastian endlich reichte, wird der Bub noch oft genug hören, die muss ich hier jetzt nicht nochmal ausbreiten…

23. Dezember um 19:46
So, erste Begegnung von Hund und Baby überstanden. Resultat: Hund steht auf Windelgeruch und möchte bitte gerne das Mobile haben, das am Stubenwagenhimmel hängt. Aber suspekt ist ihm das alles schon noch. Das Baby gibt keinen Kommentar ab, bzw. dem ist prinzipiell erst mal alles suspekt.
Mittlerweile ist kaum mehr etwas suspekt. Leider. Neuerdings kann man rückwärts vom Bett klettern und muss das dauernd üben. Ach ja, und Nachttischschubladen wollen erklommen werden, nur so kommt man an den Radiowecker. Und Steckdosen. Erwähnte ich schon Steckdosen? Seufz. Ach ja, der Hund steht immer noch auf Windelgeruch, aber ansonsten ist ihm Bastian immer noch tendenziell suspekt. Der quietscht und haut. Ausser wenn er am Tisch sitzt, dann wirft er mit leckeren Sachen. Ich würde das Ganze mal als positiv gestimmten Waffenstillstand bezeichnen derzeit.

28. Dezember um 14:03
Klein Bastian kann schon in einem zielgerichteten Pinkelbogen die äusserste Kante der Wickelkommode anvisieren. Ohne zu gucken. Applaus, Applaus!
Mittlerweile schifft er quer durchs Bad, wenn er nur will.

10. Januar um 12:09
Ich würde ja ein Familienfoto posten, aber die sind bisher alle zu… nun ja. „Extrem schlaue Gesichtsentgleisungen durch Müdigkeit“ trifft es vermutlich am besten. Also, ausser bei Bastian. Bastian guckt immer total intellent!!!
Nee, wir haben immer noch kein brauchbares Foto von uns allen. Die aktuelle TV-Werbung würde mir diesbezüglich vermutlich die Windows Cloud empfehlen.

12. Januar um 18:03

Hurra, Bastian hat die 3,5-Kilo-Marke geknackt und darf damit offiziell in der Babytrage rumgeschleppt werden! Zur Feier des Tages gleich mal zwei Zeitschriften abonniert: Vernünftiges Babymagazin mit guten Tipps und sinnloses Stylerbabyheft, das hübsch aussieht. Why choose between style and substance when you can have both?
Ach ja, die Luna wollte ich ja noch abbestellen… und die Babytrage hab ich nie benutzt, der Kopf des Sohnemanns steckte irgendwie total doof zwischen meinen, äh, Milchtüten fest, und man will ja nicht als Schlagzeile enden… „Kind an Brust erstickt!“

15. Januar um 12:13
Bastian war sooo tapfer bei der Kinderarztuntersuchung! Alles fit. Allerdings hat er die Kinderärztin fast angepinkelt. Aber die kennt das ja.
Bastian ist beim Arzt immer tapfer! Zum Glück mussten wir nur zweimal abseits der Vorsorgeuntersuchungen hin bisher, und einmal ins Krankenhaus mit ihm zwecks Abklärungen, was sein zentralchinesisches Glücksnupsi, pardon ich meine natürlich sein präaurikulares Anhängsel angeht. Nee, das wird erst mal nicht weggeschnibbelt. Impfen findet der Sohnemann natürlich total blöd, aber auf Mamas Arm hält man auch das ohne Tränen durch. Mein Held!

20. Januar um 16:37
Hurra, es schläft… Röchel.
Ja. Manchmal. Und nein, ich wende trotzdem nicht die „Jedes Kind kann schlafen lernen“-Methode an. Ich bin eine Verfechterin der „Nachts ist es DEIN Kind“-Methode. Ähem. Aber wir arbeiten dran…

21. Januar um 17:13
Wenn es dich einmal anlächelt… knattert es ziemlich sicher Augenblicke später in der Windel.
Inzwischen lächelt es auch so. Und füllt die Windel klammheimlich. Überhaupt, Windeln in der Zeit des Exklusivstillens vs. Windeln in der Breizeit. Eins dieser Themen, dass Eltern gegenüber Nochnichteltern gerne totschweigen, bis es zu spät ist. Ich würde ja Aufklärungsarbeit leisten, aber ganz ehrlich: Muss man selber erlebt haben.

01. Februar um 14:23
Heute ist jemand mal wieder wach und hungrig – und jemand anderes wach und spielverrückt. Jemand drittes hingegen ist müde und würde gerne seinen Kaffee fertigtrinken… Na, wer errät die Rollenverteilung?
Schändliches Schlechtemuttergeständnis: Ich hab irgendwann im Juli oder August wieder angefangen, morgens eine Tasse Kaffee MIT Koffein zu trinken. Alle Ratgeber behaupten ja, das sei völlig okay, aber ich hatte anfangs trotzdem immer ein wahnsinnig schlechtes Gewissen. Und siehe: Bei der letzten Messung war Bastian nicht mehr überdurchschnittlich gross, sondern genau im Schnitt! Ich hab seine Chance ruiniert, seinem Vater über den Kopf zu wachsen! Wofür er mir später gerne danken darf, wenn er in normalen Klamottenläden einkaufen kann…

03. Februar um 12:11
Natalie Springhart ist der Meinung, dass es ein harmloseres Wort für „Nabelbruch“ geben sollte, das klingt so dramatisch…
Und dabei ist es echt total harmlos. Sieht aber halt unschön aus. Das war die eine Gelegenheit, bei der wir ausserplanmässig bei der Kinderärztin waren. Mittlerweile hat der Bub wieder ein ganz normales Näbelchen. Germany’s Next Top Nabelmodel wird er vermutlich nicht werden, aber dank meines Kaffeetrinkens in der Stillzeit wird er ja eh nicht gross genug für eine Modelkarriere.

10. Februar um 11:03
Natalie Springhart ist jetzt offiziell Böllener Bürgerin.
Und Bastian damit auch. Wir zwei haben den Ausländeranteil der Gemeinde ganz schön hochgetrieben… wobei, zählt Bastian eigentlich doppelt, weil er Doppelbürger ist?

15. Februar um 16:21
Der Bub ist heute mal wieder Vorstandsmitglied der IG „Unsere Wickelauflage soll bunter werden“.
Ha ha ha… ha. Alleinherrschender Diktator trifft’s wohl eher.

18. Februar um 11:34
Es röhrt der Bub, es furzt der Hund, ei ei ei, ist das eine Freude.
Some things never change.

25. Februar um 12:45

Eben gerade von Schwiegermama erzählt gekriegt: Die Kinder hier im Dorf haben den Namen „Nibbler“ nicht richtig verstanden. Anscheinend heisst es hier: „Guck, da kommt der Hitler!“ Gackergackergacker. So schnell ist der Ruf ruiniert.
Hat zwar nix mit Bastian zu tun, aber der Brüller des Jahres musste nochmal erwähnt werden.

02. März um 09:20
Bastian ist immer noch völlig fasziniert von dem Winnetoubild neben dem Wickeltisch – was ich wiederum sehr faszinierend finde.
Ach so, deswegen ist er beim Impfen so tapfer – Indianer kennen keinen Schmerz und so! Nee, ich glaub halt an frühkindliche Prägung. Deswegen Winnetou. Und Herr der Ringe als Hörspiel gleich in den ersten Tagen beim Stillen. Derzeit versuche ich ihn davon zu überzeugen, dass Frauen so sein sollten wie die Hauptfigur in „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Fürchte aber, er bezieht sein wichtigstes Frauenbild von mir. Notiz an mich: Muss Armbrustschiessen lernen.

04. März um 18:44
Natalie Springhart freut sich darüber, dass Bastians Hörtest gut ablief. Man macht sich ja doch Sorgen, wenn der Bub tatsächlich friedlich einschläft, während ICH SINGE.
Das beunruhigt mich übrigens heute noch. Ansonsten ist es halt so, dass zentralchinesische Glücksnupsis manchmal eben auch mit Gehörproblemen einher gehen können, deswegen war das ein sehr beruhigender Moment für mich.

09. März um 13:03
Babymikado: Das schlafende Kind vom Schoss nehmen und in die Wiege legen ohne dass a) das Kind aufwacht oder b) man dabei an das Musikmobile stösst, das dann sofort zu plärren anfängt und folglich zu a) führt. Mehr so etwas für Fortgeschrittene.
Da ist Bastian immer noch heikel. Ich mach’s inzwischen gerne so, dass ich ihn einfach auf meinem Schoss dösen lasse, aber da ich langsam aber sicher das Abstillen anpeile, arbeiten wir derzeit daran, dass wir uns wenigstens schon mal gemeinsam ins Bett legen und er langsam lernt, ohne Nuckeln einzuschlafen. Denn der Herr nuckelt ja immer noch weder am Daumen noch am Schnuller, sondern nur an mir. Der weiss halt, was gut ist. Nur das Musikmobile, das haben wir inzwischen abgeschafft. Stattdessen weckt ihn die Mama mit ihrem Hustenreiz.

10. März um 11:32
Morgens zu früh geweckt, danach in halbverdauter Milch getränkt, das Kind schreit, sobald man es nicht in den Armen hält, der Hund sieht nicht ein, dass sein Hinterbein noch geschont werden muss, und das Feuer im Kachelofen brennt erst, nachdem man die Zeitungen der letzten drei Wochen reingestopft hat. Und man denkt sich: DIE Probleme hatte ich als Single-Workaholic damals nicht. Aber tauschen? Niemals.
Nein, niemals tauschen. Aber ich würde lügen, wenn ich nun behaupten würde, dass alles immer einfach und toll war. Oder das alles immer total schlimm und anstrengend ist. Es ist halt mal so, mal so. Beides eben. Nur sind die höchsten Hochs einfach so viel höher als die tiefsten Tiefs. Immer. Und das ist selbstverständlich gut so.

19. März um 14:51

Natalie Springhart sitzt mit Kind und Hund draussen und liest nen doofen Frauenroman. Life is good.
Sag ich doch: Ist schon gut so.

23. März um 09:17

Baby boy apparently has decided that for now, he’s sleeping through the night. Fingers crossed.
Ha ha ha haaaaaaaa ha ha ha ha am arsch.

Und das ist ja irgendwie ein würdiger Abschluss des ersten Teils, nicht wahr? In diesem Sinne: Happy birthday, Jetztnichtmehrbaby! Was du so von April bis Juni angestellt hast, erfahren wir morgen. (Diese Unterteilung in vier Blogeinträge hat natürlich gar nichts damit zu tun, dass ich einfach waaaahnsinnig viel be Facebook poste und es deswegen extrem anstrengend ist, da alles rauszufiltern…)

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2 Gedanken zu “Ein Jahr in Updates Teil 1

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