Ein Jahr in Updates Teil 2

So, heute gibt’s April bis und mit Juni, wenn ich mich nicht irre. Natürlich wieder mit Ergänzungen. Aber erst… das hier:

Speedy birthday boy from Natalie Springhart on Vimeo.

Bastians Geburtstagsgeschenk von uns scheint ein voller Erfolg zu sein.

Und nun: Weitermachen!

06. April um 15:01
Und schon ist mir wieder klar, warum ich Internetforen zum Thema Babyaufzucht eigentlich prinzipiell meide…
Ich hatte in meiner gewohnt flapsigen Art in einem ebendieser Internetforen nach Tipps gefragt, wie man seinen ziemlich unruhig schlafenden Sohn besser zum Schlafen kriegen kann. Eine der klassischen Supermuttis hat sich nicht entblödet, mir gleich mal mitzuteilen, dass jemand wie ich sich besser eine Puppe angeschafft hätte als ein Kind. Danke sehr, so etwas will man ja dringend hören, vor allem dann, wenn man mit einer damals noch undiagnostizierten postpartalen Depression kämpft. Na ja, ich glaube ja zum Glück an Karma.

07. April um 14:55
Merke: Ein Mobile wird dadurch gleich wieder spannender, dass man gleichzeitig eine Plastikrassel gegen die Wiegengitterstäbe knallen kann. Und er wird wohl doch ein Schlagzeuger…
Vielleicht war es auch einfach das Phänomen des Druffhauens. Druffhauen ist Bastians liebste Beschäftigung. Vorzugsweise mit dem Holzhämmerchen, das er vom Grossonkel zur Taufe gekriegt hat. Damit kann man auf alles druffhauen. Holzbrettchen. Schneekugeln. Mama. Nibbler. Aber Musik ist trotzdem auch spannend. Auf Klaviertasten kann man nämlich auch druffhauen, und das klingt erst noch besser, als wenn man auf Mama druffhaut.

07. April um 20:43
Kinderzimmerspontanextremeinrichting – der neue Trend aus U.S.A.
Da hatten wir beschlossen, Bastian und mich auszuquartieren und uns vorläufig im Kinderzimmer schlafen zu lassen – ich im neu gekauften Tagesbett, Bastian in seinem Babybettchen. Lief, na ja, so minder gut. Eine der wichtigsten Erkenntnisse dieses Jahres: Ich. Brauche. Meinen. Schlaf. Wirklich wahr.

20. April um 04:59
Der. Bub. Zahnt. Guten Morgähn.
Wenn ein Baby älter als drei Monate ist, geht man nicht mehr von Koliken aus, wenn es schreit (Bastian hatte übrigens kaum Koliken), sondern von Zähnen. Diese Freude bleibt uns auch noch eine Weile erhalten. Ich hab mir sagen lassen, durchbrechende Backenzähne entsprechend so ungefähr dem Gefühl des Rückwärtseinparkens am Hang. Hurra!

21. April um 09:25
Der Bub hat gerade ein astreines „Ni hao“ von sich gegeben. Interessant – anscheinend setzt sich die angeheiratete Seite der Verwandtschaft durch, obwohl er die Stief-Oma aus Hongkong noch gar nie getroffen hat. (Ja, ich weiss, ist noch absolut sinnloses Gebrabbel seinerseits derzeit, aber lustig fand ich’s trotzdem. *g*)
Brabbeltechnisch ist Bastian jetzt kein wirklicher Frühstarter – da ist eher die Motorik sein Fachgebiet – , aber mittlerweile hat er den Hund doch ab und an „Wawa“ genannt, und der Sammelbegriff für Essen, Trost, Kuscheln und meine Wenigkeit ist „Mämämämäm“ in verschiedenen Variationen. Reicht doch auch schon fast. Ähem.

22. April um 10:42
Eilmeldung aus Böllen: Vulkan Bastian ausgebrochen. Windel tot, Body und Strampler schwer verletzt. Rettungskräfte vor Ort konnten die Fäkalienlawine in den Mülleimer umleiten, die anschliessende Flutwelle jedoch landete direkt auf dem Wickeltisch. Mit Behinderungen des Flugverkehrs ist dennoch nicht zu rechnen.
Und da ist er: Der berüchtigte, bereits erwähnte Unterschied zwischen Stillkacke und Breikacke. Letztere lässt sich schlichtweg eher in einem Sperrgebiet eingrenzen. Stinkt dafür grenzenlos schlimmer. Aber wat mutt, dat mutt. Man gewöhnt sich an alles.

23. April um 08:56
Zwischenstand in Böllen: Vulkan Bastian immer noch aktiv und unberechenbar. Schlammlawine konnte noch auf dem Wickeltisch eingedämmt werden, überraschende Flutwelle jedoch nicht. Absolut unschuldiger, rein zufällig anwesender und auch überhaupt nicht störender Hund von Ausläufern der Flutwelle getroffen. Grosse Tragödie, meint heldenhafter Hund, aber er will ja nicht jammern…
Nibbler jammert nicht. Nibbler jammert NIE. Braucht er auch nicht, er guckt einfach vorwurfsvoll, und das reicht vollauf, danke sehr.

29. April um 07:33
Der Bub braucht eine Art waagrechtes Hamsterrad, so wie der sich derzeit mit den Füssen den Bettgitterstäben entlang hangelt…
Bastian und seine Füsse, das ist auch so eine Liebesgeschichte. Oh, guckt mal, am Ende meines Körpers, von oben her gesehen, sind Füsse! Nein, diese wunderschönen Körperteile sollen nicht von ömmligen Socken bedeckt sein! Hinfort mit den schnöden Fusstüten, Nacktheit ist die grösste Zier meiner Zehen! Ausserdem krieg ich Fussel zwischen den Zehen, wenn ich Socken trage, Mama, das ist total doof.

01. Mai um 15:57
Der Mann grillt, ich mach Salat und der Bub hört fröhlich krähend die Bundesliga-Konferenzschaltung. Wie sich das halt so gehört…
[flüstermodus]Bastian? Baaaastiaaaan… Werder! Weeeeeerdeeeeer!!! Nix Bayern!!![/flüstermodus]

03. Mai um 08:36

Der Bub kann jetzt „Buh“ sagen. Er darf folglich schon an ein Die Ärzte-Konzert mit Vorband. *duck*
Muss er aber natürlich nicht. Egal, wie wir ihn musikalisch vorprägen, er darf mir meinetwegen jeden Musikstil der Welt nachhause bringen. Hauptsache, da wird kein Hass gepredigt. Und najaaa, wenn’s nicht grad DJ Bobo oder Florian Silbereisen oder Free Jazz ist, bin ich auch nicht unglücklich…

07. Mai um 15:35
Bastian besitzt jetzt einen eigenen Reisepass. Nee, wir wollen nicht nach Übersee, nur in die Schweiz. Aber Kinderausweis gibt’s ja nicht mehr… (besonders schön: Ich musste seine Grösse angeben. Nun ja. Jetzt ist er halt erst mal eine Weile (übrigens nur grob geschätzte) 68 cm gross.)
Okay, so viel geändert hat sich da nix: Beim letzten Messen Anfang Monat war er 74 cm gross. Aber hey, der Pass gilt, bis er sechs Jahre alt ist, daran dürfte sich also noch etwas ändern. Es sei denn, ich hab wirklich zu viel Kaffee getrunken.

12. Mai um 08:50
Drei Waschlappen, zwei Wickelunterlagen und einen kompletten Babyklamottenwechsel später hätte ich bitte gerne einen „Eyjafjallajökull an Bord“-Aufkleber fürs Auto, danke sehr.
Och, heute mussten wir ihn auch zweimal umziehen. Das nur so als Hinweis für die Leute, die sich schon Hoffnungen gemacht hatten, dass sich das ändert, wenn das Baby Brei kriegt. Ist alles eine Frage des Rumstrampelns beim Windelwechsel, irgendwie kriegt Bübchen es regelmässig hin, dass die Pampers irgendwann so verschoben sind, dass es kein Halten mehr gibt. Jaaa, Pampers. Markenware. Wegwerfböses. Wir haben einmal Ökowindeln probiert, davon hat unser empfindliches Söhnchen gleich mal nen roten Pöppes gekriegt. Und das ist es nicht wert.

18. Mai um 12:42
Als Mutter freut man sich echt über die unmöglichsten Sachen, stellte sie fest, nachdem sie lauthals „Hurra! Karottenkacke!“ gejubelt hatte.
Na ja, jede Umstellung bringt halt so ihre Sorgen mit sich, ne? Aber Bastian hat auch den Übergang vom reinen Stillen zur Breinahrung problemlos bewältigt. Derzeit an der Reihe: Zwieback, Reiswaffeln und ähnliches. Demnächst: Abstillen. Vermutlich wird er auch das bravouröser meistern als ich.

18. Mai um 17:58
ZAHN!!! DA IST EIN ZAHN!!! (Also, der minimale kleine weisse obere Rand eines Zahns, aber trotzdem. ZAHN!!!)
Jau, kaum hat Bastian Brei gekriegt, hat er sich das erste Zähnchen stehen lassen…

25. Mai um 08:46
Und weil das mit dem ersten Zahn so schön war, gab’s den zweiten für umme dazu.
…und mittlerweile sind es acht. Übrigens: So, wie es gerade aus dem Kinderzimmer klingt, dürfte bald Nummer neun dran sein.

26. Mai um 12:51
Gnark, warum muss ich mir ausgerechnet ein Lied als Standardbabyberuhigungssong aussuchen, dass ausser mir im potenziellen Babysitterkreis keiner beherrscht? Wer sich bewerben will: Stundenlanges korrektes Absingen von „Bæ bæ lille lam“ ist Pflicht. (Wobei, vermutlich würde „Baa baa black sheep“ auch funktionieren…)
Keine Ahnung, ob „Baa baa black sheep“ auch funktionieren würde, ich singe hier immer noch auf norwegisch. Interessanterweise ist dieses Lied so ziemlich die einzige Möglichkeit, Bastian zur Ruhe zu bringen, wenn er im Auto schreit. Ich hinterfrage das nicht – was klappt, das klappt, und wenn man zu sehr darüber nachdenkt, klappt es vielleicht nicht mehr. UAAAHHH!!!

07. Juni um 18:10
Der Bub mag aussehen wie sein Vater, aber die derzeit konstante Quasselbereitschaft deutet dann doch auf Muttis Gene hin…
Wobei ich nun auch eindeutig so einiges von mir in ihm sehe. Mehr so die Gesichtsausdrücke als die Gesichtszüge. Und hey, vom Charakterlichen her ist da eindeutig eine ordentliche Portion meiner Eigenschaften mit drin. Man muss ihn nur mal wecken – die darauffolgende dann doch als „ziemlich negativ“ verharmlosend zu beschreibende Reaktion dürfte jedem bekannt sein, der es schon mal gewagt hat, meinen Schlaf zu stören.

20. Juni um 19:38
Der Sohn hat entdeckt, was passiert, wenn man beim Baden strampelt. Wir sind dann mal nass.
Baden findet er an und für sich klasse, aber Mama nervt mit ihrem doofen Waschlappen. Wäre alles viel toller, wenn man nur mit Nili, dem Frotteenilpferd und Enti, der FC Barcelona-Ente, die er von seiner Patentante gekriegt hat, spielen könnte. Ach ja, aber ein bisschen Planschen und Rumsauen geht natürlich trotzdem immer noch. So ist’s ja nicht.

29. Juni um 13:48
Wellnessexperte Bastian S. empfiehlt für die heissen Tage eine kühlende Ganzkörperpackung aus Pastinaken-Reis-Huhn-Brei. 1 Glas reicht für 2 Personen.
Als wärmende Alternative an kalten Winternachmittagen greift Bastian S. derzeit lieber zu Fruchtbrei. Oder spuckt zu dekorativen Zwecken Joghurt auf Vatis Computerzeitschrift. Muss ja auch wer machen. Ansonsten gilt: Der Löffel ist per se nicht uninteressant, die Breischüssel auch nicht, aber wirklich selber ausprobieren ist noch gar nicht angesagt. Wieso auch selber essen, wenn man gefüttert werden kann? Finde das sehr vernünftig und habe vollstes Verständnis.

29. Juni um 14:45
Bastian übt mit seiner Trinklerntasse schon mal Taufe und begiesst sich selbst.
Nee, also Trinken hat er gelernt. Und wie. Der Bub hat einen ordentlichen Zug drauf. Rothaus-Bierflaschen findet er auch schon faszinierend. Gewisse Dinge hat er halt doch auch vom Vater. Wobei ich bei dem noch nie erlebt habe, dass er seine Trinkbehälter durch die Gegend pfeffert oder sie so lange auf den Tisch drischt, bis sie kaputt sind. Aber ich kenn den ja auch erst seit 2002.

Morgen dann Teil 3 – und falls jemandem der Juni etwas kurz vorkam: Hey. Es war Fussball-WM. Manchmal schreibe sogar ich über andere Themen…

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