Ein Jahr in Updates, Teil 3

Uuund weiter im Text. Heute eventuell etwas weniger ausführlich, ich war gerade sehr aktiv in der Küche (Bastians Geburtstag wird morgen im eher kleinen Kreis nachgefeiert) und folglich mehr so schläfrig. Was ich unter anderem daran merke, dass ich gerade erst „schläfori“ und dann „schläfgri“ getippt habe…

03. Juli um 18:24
Sohnemann, üb schon mal: „Nein, ich heiss nicht wegen Schweinsteiger Bastian. Nein, ich heiss nicht wegen Schweinsteiger Bastian. Nein, ich heiss nicht wegen Schweinsteiger Bastian…“
Er heisst wirklich nicht wegen Schweinsteiger Bastian. Auch nicht zwingend wegen Pastekva. Er heisst Bastian, weil uns der Name Bastian gefällt. Und für mich ganz persönlich auch ein bisschen wegen Bastian Balthasar Bux. Buchversion, danke sehr.

06. Juli um 16:10
Bastian says: Öuäöuäeäeäeääää öu öu öu äää uuup uuup auwa. (Nein, ich weiss auch nicht, woher er Finnisch kann…)
Sprachlich muss ich Bastian übrigens dann doch ab und zu als „Plagöri“ bezeichnen. Er hat die Tendenz, mit vehementer Überzeugung irgendetwas völlig Unverständliches von sich zu geben, da kann ich manchmal nicht widerstehen und frage „Bist du sicher?“. Ihn scheint das nicht weiter zu irritieren. Immerhin, gesundes Selbstbewusstsein, der Herr.

15. Juli um 09:06

Der Status von Hund und Kind wurde gerade von „Grunzbert und Quäkelino“ auf „Kläffbert und Quengelino“ erhöht.
Es ist erstaunlich, wie gut sich die beiden schon absprechen können. Sobald ich gerade keine Zeit habe, wollen beide was. Eine eher unheilige Symbiose, wenn man mich fragt. Aber mich fragt ja keiner. *schnief*

21. Juli um 09:44
Konfuzius sagt: Wenn Hund still und nicht aufzufinden, dann Babyspielzeug zerfleddert.
Und wenn Baby still und ausser Sichtweite, dann Hundespielzeug geklaut. Wobei Nibbler mittlerweile einiges einsichtiger ist als Bastian – der kapiert schon, was er nicht nehmen sollte. In der Praxis hapert es manchmal noch etwas. Bastian hingegen? Der sieht ja mal gar nicht ein, dass es ungeschickt und fies ist, dem Hund mit dem Plüschtier vor der Nase rumzuwedeln. Na ja, irgendwann erleidet das Spielzeug halt dann mal das gleiche Schicksal wie der Babyzwieback und kommt nicht mehr zurück, wenn man es runterschmeisst…

22. Juli um 13:54
Wenn ich jetzt sage, dass der Bub ein Fass ohne Boden ist, dann erstaunt das genetisch gesehen vermutlich niemanden, nech?
Kauen ist zwar tendenziell noch nicht so der Hit, aber Brei frisst der Kleine, als gäbe es kein Morgen. Und Nachschub wird auch lautstark gefordert. Ditto übrigens Mamas Milchtüten: Wenn man ein Gelüstchen verspürt, wirft man sich schon mal mit aller Kraft an ihre Brust und fängt an, an ihrem Oberteil zu zerren. Subtilität ist seine Sache nicht.

24. Juli um 09:36
Aus unerfindlichen Gründen findet der Sohnemann es geradezu grandios witzig, wenn ich „Mahlzeit!“ sage.
Mittlerweile ist „Mahlzeit!“ nicht mehr der beste Scherz der Menschheitsgeschichte, da hat Bastian andere Präferenzen. Bauchprusten ist natürlich ein Klassiker, Umfallen ist auch total toll, sofern der Boden weich ist, aber am allerbesten ist es, wenn man mitten auf dem Bett der Eltern sitzt, die Mama am unteren Ende steht und man hin und her krabbelt und immer wieder die Richtung wechselt, was dazu führt, dass Mama hurtigst ums Bett herum laufen muss, um zu vermeiden, dass das Söhnchen vom Bett runter fällt. Klar, er klettert eigentlich schon rückwärts runter inzwischen, aber manchmal will er halt doch noch ausprobieren, ob man nicht vielleicht auch nen Flachköpper wagen könnte. Dann quiekt die Mama immer besonders laut und rennt besonders schnell. So ein Spass!!!

28. Juli um 12:15
Dank des neu an die Wand gehängten Windelbehälters und des aufgrund des Wetters wieder in Betrieb genommenen Heizstrahlers, der auf ebendiesen Windelbehälter runter strahlt, kriegt Bastian jetzt jeweils angenehm vorgewärmte Windeln. Luxusbaby.
Was aus heutiger Sicht betrachtet nicht zwingend schlau war – an den Windelbehälter und auch an den Waschlappenbehälter kommt ein sitzendes Baby nämlich viel besser ran als an den alten Lagerplatz. Und heidewitzka fliegen die Pampers!

30. Juli um 10:47
Nach einer verheulten Scheissnacht aufstehen und das Baby wirft sich einem in die Arme und der Hund wirft sich einem zu Füssen = Unbezahlbar.
Es ging mir nicht immer wirklich gut dieses Jahr. Es geht mir nun… besser. Meistens.

04. August um 08:51

Seit Sonntag hat Bastian also freies Sitzen und Brabbeln gelernt und jetzt ist auch noch der dritte Zahn da. Deswegen nennt man es also EntwicklungsSCHUB. Aha.
Der vierte Zahn folgte bestimmt sogleich. Der Bub macht das immer paarweise. Und ich bin mittlerweile auch nicht mehr so panisch am Elternratgeber etc. durchblättern, um nachzuschauen, was Bastian denn schon alles können sollte. Der lernt das schon alles zur richtigen Zeit, man muss ihn nur lassen. Ich find ja auch diese extreme Förderei, die einem zum Teil nahegelegt wird, total übertrieben. Das Kind will forschen und probieren und antesten, manchmal klappt’s, manchmal nicht, da braucht er mich nur als Unterstützerin und Lobabgeberin, aber sicher nicht als „Mach mal das, guck mal das, hier, das solltest du jetzt auch können“-Trainerin. So etwas wird ihm sicher früh genug von ausserhalb auferzwungen – von mir soll er das nach Möglichkeit nicht hören.


05. August um 19:18

Hab vorhin „Bæ bæ lille lam, har du noe øl“ gesungen. Nun ja. Es war ein langer Tag. (Ja, das ist so ein Witz, den kaum einer versteht. Muss auch mal sein.)
Ich kann ihn aber gerne erläutern: Eigentlich müsste es „noe ull“ heissen. „Bäh bäh, kleines Lamm, hast du etwas Wolle?“ Das andere Wort da? Heisst Bier.

11. August um 12:58
Mail an den Göttergatten von heute Vormittag:

Bastian tippt

0000000übrigens gerade mit, m0erkt man’s? Er kommt aber nur ans

Zahlenkeyboard ;0

D Und an die Pfeiltasten ;D

0 3de> Na Bastian, erzähl Papa was…

vnb vnb b 2w1e

Jaaa, der Herr Sohn hat mir auch schon diverse Male den iPod so umprogrammiert, dass ich ihn nicht mehr ordentlich nutzen konnte. Er ist halt ein digital native. Hat auch schon seine eigenen Apps auf meinem Gerät und so. Holzspielzeug mag er trotzdem noch. Also ein so genannter Renaissance Man, irgendwie.

12. August um 17:02
SCHLAAAAAF KINDLEIN SCHLAAAAAAF *brüll*
Bastian hat eigentlich relativ fixe Schlafzeiten. Wir stehen ja um halb sechs auf, dann so gegen halb acht spätestens wird er müde und macht ein kleines Nickerchen bei mir auf dem Schoss (mittlerweile auch manchmal mit mir im Bett), so gegen elf muss dann etwas länger geratzt werden, und eigentlich sollte man dann nachmittags auch noch mal schlafen. Derzeit scheint das aber ganz doof zu sein. Da am 12. August um 17:02 war es augenscheinlich auch schon mal ganz doof.

13. August um 10:24

Bastian so: „Ihr Schweine habt mich nicht lange genug schlafen lassen, jetzt bin ich schlecht gelauuuuunt!“ Wir so: „Ja genau, Bastian. WIR haben DICH nicht schlafen LASSEN. Mhm.“
Da ist der Sohn ganz die Mutter: Nicht genug Schlaf ist gaaaaanz, ganz großer Kackendrecken. Da wird geflunscht und geningelt, was das Zeug hält. Nur geschlafen wird nicht. Und ganz ehrlich: Da gibt’s dann auch kein „Armes Bubu, lass dich trösten“-Mitleid. Klar wird geknuddelt und gekuschelt, aber wir bösen, grausamen Eltern sagen dem Herrn dann trotzdem mal eben, dass er an der Situation irgendwie auch grad ziemlich selber schuld ist. Los, schnell die Behörden anrufen, hier wird ein Kind gequält!

19. August um 17:54
Bastians Welt ist ein einziges Text Adventure: „Nimm Windelsalbe vom Regal“, „Sprich mit ausgezogener Socke“, „Benutze Kuschelhäschen mit Trinkflasche“…
Funktioniert nur leider kaum etwas davon. Aber hey, nur durch Probieren kriegt man die richtige Kombination raus!

22. August um 09:35
Uaah, Robbenbabyangriff von hinten! Huch, jetzt ist er schon auf der anderen Seite des Wohnzimmers und isst meine Schuhe – tschüss Internet, gehe auf Bastianfang!
Es ist unglaublich, wie schnell der Kerl neuerrungene Fähigkeiten weiterentwickelt. Aktuelles Beispiel ist ja sein Lauflernwagen. Die erste Etage ist seine persönliche Rennstrecke, und wehe, es stellt sich irgendwer in den Weg. Ich musste mich heute fast mit einem Hechtsprung retten. Die Wände haben nicht so viel Glück.

02. September um 14:18
Wieso gibt es eigentlich keine hübschen Atemschutzmasken mit babygerechtem Muster als dringend notwendiges Wickeltischaccessoire? (Notiz an mich: Nach dem nächsten Mal Spaghetti Bolognese wickelt der Göttergatte…)
Geständnis: Es gibt eine Mahlzeit, die kann ich Bastian nicht füttern. Nee, nicht die Spaghetti Bolognese, daran hab ich mich mittlerweile auch gewöhnt. Es ist der Fisch. Bastian sollte ja einmal wöchentlich Fisch kriegen, und da die Babynahrungsindustrie ja schlau ist, gibt es inzwischen auch Brei mit Fisch aus Gläschen. Der Lachs ging ja noch. Aber der Seefisch, den Bastian derzeit noch kriegt… ich ertrag’s nicht. Ich bin ja eh kein Freund von Lebensmitteln aus dem Wasser (Fischstäbchen, viel weiter geht meine Liebe nicht!), doch das Zeug, das mieft dermassen bestialisch, ich kann nicht mal im gleichen Zimmer sein, wenn der Sohn das gefüttert bekommt. Buärks. Eine besondere Freude dabei ist natürlich, dass der Kleine dann jeweils für den Rest des Tages nach ebendiesem Seefisch riecht. Aber je nun, wat mutt, dat mutt. Fisch enthält Phosphor, und Phosphor ist gut fürs Gehirn!

03. September um 13:41
Bub benutzt mich als Kletterstütze, um mit dem Rollo spielen zu können, daneben schubbert der Hund sich an meiner Hüfte, um die klebrigen Mittagessensreste von seiner Schnauze popeln zu können. Yeah, my life is pure glamour.
Nun ja. Wir sind ja nicht umsonst aufs Land gezogen. Hier kann man sich noch so richtig gehen lassen. Ähem.

06. September um 12:01
Bub liegt seit 10:15 auf meinem Bauch und ratzt. Habe jetzt dann alle Apps einmal durchgezockt. Irgendwelche Downloadempfehlungen?
Derzeit läuft ja die Versuchsreihe „Bastian und ich schlafen gemeinsam im Bett“. Insofern benötige ich den iPod eher weniger. Ist auch besser so, der Kleine schläft nämlich wenn überhaupt, dann nur auf meinem Arm, und meine Lieblingsapps lassen sich alle so schlecht einhändig bedienen…

07. September um 15:38
Bastian kommt nun an das eine DVD-Regal ran. Und holt grundsätzlich immer Twin Peaks aus dem Plastikschuber. Ich hoffe mal, es liegt am Schuber und nicht am Inhalt…
Inzwischen kommt er auch an die Simpsons-DVDs ran, wie ich gestern gerade feststellen durfte. Und die stehen immerhin im dritten Fach des Raumteilers. Wer braucht schon Messlatten? Wir können Bastians Wachstum durch die Dinge nachverfolgen, die er bereits aus dem Regal popeln kann!

08. September um 09:05
NEIN BASTIAN WIR GUCKEN JETZT NICHT ANNA. EGAL WIE SEHR DU MIT DER DVD RUMRÜTTELST! (Manchmal muss man einfach ein Machtwort sprechen…)
Hm, jetzt hingegen wäre die richtige Jahreszeit dafür. Aber ob er jetzt noch will?

13. September um 12:12
Ich möchte bitte gerne auch mal stundenlang auf einem Kissen schlafen, das größer ist als ich selbst und mich dabei an jemandes Bauch schmiegen. Das ist anscheinend total supi…
Rumgetragen werden und durch Schreien alles kriegen, was man gerade haben will, erscheinen mir ja irgendwie auch Vorteile am Babydasein zu sein. Auf das mit den Windeln möchte ich allerdings nach Möglichkeit noch sehr lange verzichten, danke sehr.

15. September um 11:52
Natalie Springhart besitzt jetzt den schwarzen Gürtel im Windelnwechseln. *schweissvonderstirnwisch*
Ha! Mittlerweile ist es bestimmt schon mindestens der dritte Dan. Und es wird und wird nicht einfacher. Sobald man den Bub auf den Wickeltisch legen will, geht es los: „DAS IST WAAAAHNSINN!!! WARUM SCHICKST DU MICH IN DIE HÖÖÖÖÖLLEEE!!! HÖLLE HÖLLE HÖLLE!!!“ So ungefähr lässt sich das paraphrasieren.

21. September um 08:20
Gnaaaah, Schreck in der Morgenstunde…
Bastian ist eine absolut unheilige Mischung aus schmal gebaut, sehr beweglich, überaus aktiv und absolut furchtlos. Das hat schon diverse Male für Schreckmomente gesorgt, aber der übertraf bisher alles. Ich hatte den Kleinen kurz in sein Gitterbettchen gesteckt, um aufs Klo zu gehen. Natürlich hat er protestierend gebrüllt, aber mit dem Anblick, der sich mir bei meiner Rückkehr ins Kinderzimmer bot, hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet: Bastian hatte es geschafft, sich so durch die Gitterstäbe zu schlängeln, dass er unterhalb der Achselhöhlen aus dem Bett hing. UAAAAAAAAAAAAAAHHHH!!! Also schnell rausgepopelt, das schreiende Kind, und getröstet und beruhigt. Ging auch sehr schnell, also war ich mir eigentlich ziemlich sicher, dass ihm nichts Ernsthaftes fehlte. Trotzdem: „Ziemlich sicher“ reicht einfach nicht, also ab zur Kinderärztin, die dann einen Ultraschall gemacht und festgestellt hat, dass dem Herrn nichts passiert ist. Hurra! Meine erste Autofahrt alleine mit Bastian hätte ich aber trotzdem lieber in einem etwas entspannteren Rahmen absolviert…

23. September um 13:50

Versuche gerade, dem Sohn die Bedeutung des Wortes „Nein!“ beizubringen. Bisherige Reaktion: Fröhliches Gelächter und Weitermachen. Nun ja.
Ist immer noch so. Bloss ist seine Lache mittlerweile so richtig fies dreckig geworden, gerade wenn es um Steckdosen und heisse Holzöfen geht. Seufz.

28. September um 09:49
Natürlich ist es ein wunderschönes Erwachen, wenn man um dreiviertel acht von seinem ausgeschlafenen Kind angegrinst wird. Nur wenn ebendieses Kind seit halb drei bei einem auf dem Schoss liegt und man selber mehr schlecht als recht im Stillsessel gedöst hat, wird die Wunderschönheit dieses Erwachens doch etwas… nun ja, gemindert. *gähn*
Aber wenn es einen einmal anlächelt… ist man trotzdem noch müde.

Schalten Sie morgen wieder ein, wenn es heisst: Wird Mama Springhart es trotz Geburtstagsfeier schaffen, den letzten Teil dieser Blogserie vor Mitternacht zu veröffentlichen? Heute wurde es ja schon verdammt knapp…

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