Hm.

Ich hab eigentlich etwas zu sagen. Also, nicht nur etwas, sondern so einiges – ich hab ja zu allem eine Meinung, oftmals nicht argumentativ fundiert zwar, weil nach Bauchgefühl entstanden, aber dennoch: Irgendwie sollte hier viel mehr stehen.

Ob es nun etwas zu Herren wie Kachelmann oder Strauß-Kahn ist, noch diverse Anmerkungen zum Thema Frauenfußball oder auch nur eine Erläuterung, weswegen Lady Gaga weder der musikalische/kulturelle/bekleidungstechnische Antichrist noch die neue Madonna ist und weswegen ich sie trotzdem nicht schlimm finde, aber auch nicht die tollste Erfindung seit geschnitten Brot (das meiner Ansicht nach übrigens überschätzt wird) … ich habe derzeit ganz viele Blogeinträge in meinem Hinterkopf.

Aber in meinem Vorderkopf steckt irgendwo dieses ganz, ganz idiotische Stimmchen, das unentwegt plärrt: „Wer will denn so etwas lesen? Andere BloggerInnen schreiben da viel eloquenter drüber und erst noch mit entsprechenden Links, die ihre Ansicht fachlich einwandfrei belegen – da kann ich ja gleich dort hin.“ Stimmt natürlich. Ich gehöre nun mal, um Farin Urlaub sehr frei zu paraphrasieren, zu der Gattung Schreiberling, die nicht so etwas Poetisches wie „Siehe dort, ein Stück der grünen Lunge unseres blauen Planeten, erdolcht von Mutter Naturs göttlicher Gewalt haucht es sein letztes Chlorophyll in unsere Sphären“ verfassen können, sondern schlichtweg tippen: „Guck, da ist ein Baum umgefallen.“ Und das Ganze gerne mit der Begründung „Ich weiß auch nicht, warum das so ist, aber ich find halt, das ist so!“ unterlegen.

Weiter quäkt das Stimmchen: „Andererseits, guck dir das Zeug hier doch an, sind ja nur noch Fotos von Kind und Hund, Mutticontent, auch das können andere besser, und das interessiert sowieso keinen – Mommyblogger! Mommyblogger!! MOMMYBLOGGER!!!“ Ja, gebe ich mit einem Seufzen zu, viel ist hier in der Tat nicht los derzeit. Aber, um auch hier zu paraphrasieren, diesmal allerdings die Chinesen und ihre angeblichen Sprichwörter: „Es gibt nur ein niedliches Kind auf der Welt, und jede Mutter hat es.“ (Wobei meins tatsächlich totaaaal objektiv gesehen niedlich ist! Klar?!) Und mein Hund ist schließlich auch absolut sehenswert und amüsant und, äh … ja. Okay. Mommyblogger.

Und dann tritt wieder die Stimme in Aktion, welche die oben angetönten Blogeinträge verfassen möchte, und brüllt mit den Füßen aufstampfend in den virtuellen Raum hinaus: „Und was bitte ist eigentlich so verdammt beleidigend am Wort „Mommyblogger“? Seit wann ist Mutter sein ein Schimpfwort, seit wann ist die freiwillige Entscheidung, ein Leben als zuhause bleibender weiblicher Elternteil zu führen, eigentlich ein Affront gegenüber unserer Gesellschaft? Bah! Mir ist absolut klar, dass es ein Luxus ist, den sich nicht sonderlich viele Leute leisten können – aber dennoch macht mich das Hausfrauendasein doch nicht automatisch zu einer langweiligen, uninteressanten Galionsfigur des Antifeminismus?

(Als Berufstätige wäre ich nämlich genau so uninteressant und langweilig. So!)

Hach ja. Befindlichkeitsfixiertheit, das Standardthema des privilegierten Bloggers. Aber verdammt, ich sollte mehr auf diese Stimme hören. Denn letztendlich ist es doch so: Ein Blog ist auch nichts anderes als ein extrovertiertes Tagebuch, und nur weil andere mitlesen können, sollte man doch nicht immer die Leserschaft im Hinterkopf haben, wenn man schreibt. Wo bitte sonst zählt die Maxime „Mein Möbelhaus, meine Kamera“ (uargh, noch eine die ärzte-Referenz, man möge mir verzeihen, das Ehrenamt hält mich in seinen Klauen gefangen …) mehr als im eigenen Blog? Warum zum Teufel soll ich bitte nicht ausschließlich über das schreiben, was mich beschäftigt, ob dies nun des Sohnemanns neuste sprachliche Ergüsse („Müll!“), des Hundes letzte Abenteuer („Oh, Windeln auspacken!“) oder doch irgendetwas total banal Sozialkritisches ist?

Eben.

Demnächst hier, vielleicht: Mehr.

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