Der wahre Grund für Frauensport

Ich schwör’s, wenn dieser Blog seinen längst überfälligen Relaunch hinter sich hat, gibt’s hier ne Kategorie namens „She-Hulk Smash“. Und dort geht’s dann um Dinge wie dieses Video:

Ah hah hah HAH! Wie lustig! Wie originell! Wie arghrawargrargarggrlgrl … Moment, ich muss mir mal eben den Schaum vorm Mund wegwischen.

Ganz ehrlich: Mir gehen diese klischierten „Frauen machen Männer jetzt auch zu Sexobjekten! Fortschritt!!!1“-Werbungen dermaßen auf den Keks, das lässt sich kaum in Worte fassen. Na ja, versuchen wir es trotzdem. Was also will uns dieser Werbespot sagen:

a) Frauen trainieren nicht einfach so aus Spaß an der Bewegung. Da muss es schon um einen Mann gehen, egal wie.
b) „Wir würden besser abnehmen, wenn es mehr Spaß machen würde“ (Übersetzung des Slogans). Alles klar. Frauen trainieren nicht aus Spaß an der Bewegung, sondern weil sie abnehmen wollen.
c) Frauen finden imaginäre Riesenstripper aus pinkfarbenem Licht zum Kreischen toll.

Oh, bitte nicht falsch verstehen. Es mag durchaus Frauen geben, auf die all diese Aussagen zutreffen. Hey, ich hab dieses Video auf einer Frauenwebsite entdeckt – einer sehr stark frequentierten Frauenwebsite übrigens. Ich will diesen Frauen auch gar nicht ihr Recht auf Stripper, Abnehmewillen und Leid beim Sporttreiben absprechen.

Ich sag nur: Muss man diese Haltung denn wirklich als Witzischkeit, als Konsens und als Lebensphilosophie noch weiter fördern? Für mich riecht das nach sexistisch angehauchter Verniedlichung, nach hemmungsloser Propaganda für den Status Quo und natürlich ganz, ganz übel widerlich nach Klischee. Guck, die kleinen Weibchen, wie die sich anstrengen, damit sich der Kerl auszieht! Macht weiter, Mädels, nur dünn seid ihr schön! Und natürlich pink! Pink muss mit rein, sonst isses nich weiblich!

W.Ü.R.G.

Da guck ich ja doch noch lieber jeden Nike- oder adidas-Werbespot, in dem eine Frau an ihre körperlichen Grenzen geht und Sport treibt um des Sportes Willen. Ihr wisst schon, weil Bewegung Spaß macht. Weil es gut tut, den eigenen Körper zu spüren und die Kraft, die ihm innewohnt, egal wie er aussieht. Weil das Workout High eine ganz eigene Form von Befriedigung ist. Und weil man dazu beim besten Willen keinen Mann braucht.

Schon gar keinen pinkfarbenen Leuchtschlauchstripper, der einem zur erfolgreich hinter sich gebrachten Kalorienverbrennung gratuliert.

Ich geh jetzt meinen Boxsack malträtieren. Aus Spaß. Und weil ich meinen She-Hulk Smash üben muss.

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