Foodblogging – it’s not for you, Jen

Und hier ist der Grund, weswegen ich die Sache mit den zehn aus dem Kochbuch nachgekochten Rezepten pro Monat nicht einhalten kann:

Ich koch nicht nach Rezept. Ich versuch’s zwar immer wieder, mich sklavisch daran zu halten, aber aus irgendwelchen Gründen – Autoritätsprobleme, Faulheit, Inspiration, mangelnde Vorratsausstattung – kriege ich es in den seltensten Fällen hin. Da kommt immer ein „Hm, das hab ich gerade nicht im Haus, aber man könnte ja …“ oder ein „Andererseits ginge das doch sicher auch so …“ und natürlich ein „Nee, also darauf hab ich jetzt echt absolut keine Lust!“ dazwischen.

Mal abgesehen von meiner Unfähigkeit, Essen hübsch zu fotografieren. Ich schiebe die Hauptschuld gerne auf meine dunkelgrauen Ikea-Teller, aber mit weißem Geschirr wird’s auch nicht besser. Hab ich probiert. Siehe unten.

Man wird hier also nie ganz genaue Rezepte finden, und dafür gibt es einen dritten Grund: „Ein bisschen was von dem“ oder „Eine gefühlte Handvoll“ etc. pp. sind nun mal keine wirklich brauchbaren Angaben. Je nun. Hier jetzt trotzdem zwei Dinge, die ich in der letzten Zeit gekocht habe.

Frühlingsrollen mit Guacamole

Frühlingsrollen

Gleich mal zum Klarstellen: Die Guacamole ist mit Fertig-Guacamole-Gewürz gewürzt, die zählt also nicht mal. Und eigentlich war gar keine Fusion-Küche geplant, ich wollte nur was zum „Dipm dipm dipm“, wie der Sohn das so schön nennt, denn wenn er Dipm dipm dipm kann, isst er Selbstgekochtes eher. Und Ketchup braucht der nicht dauernd – das Zuckerhigh muss nicht sein. Also lassen wir die Schmucamole mal weg und konzentrieren uns auf die Frühlingsrollen. Die sind auch mehr so Schmu, denn rein kommt, was im Kühlschrank ist, und das war ungefähr Folgendes, bzw. das pack ich routinemäßig da rein:

1 Packung Strudel- oder Filoteig
Champignons
Karotten
Zucchini
Zwiebel
und anderes Gemüse nach Wahl und Vorratslage

Das Gemüse wird kleingeschnitten und in etwas Öl kurz angedünstet und dann mit ein paar Tropfen Sesamöl, einem Spritzer Zitronensaft und etwas Sojasauce abgeschmeckt, gerne können auch noch Koriander, Kurkuma, Kreuzkümmel, Chilies in jedwelcher Form (fällt bei uns kleinkindtechnisch weg) und Ingwer dazu. Asiatisch halt. Wie’s beliebt.

Das Wesentliche an den Frühlingsrollen ist natürlich das Rollen, und das geht bei mir so: Die Strudelteigblätter werden längst halbiert. Ich nehm jeweils nur ein halbes Blatt pro Rolle, ist zwar etwas heikler, das zu rollen, aber ich mag nicht zu viel Teig ums Gemüse. Auf das obere Ende des Blattes geben wir ca. 1-2 EL Füllung, dann werden die Seitenteile längs zur Mitte eingeklappt. Kann sich irgendwer darunter was vorstellen? Ansonsten kann ich gerne ein Bild malen. Oder ihr googelt einfach. Das lässt sich sicherlich einfacher erklären. Von jemand anderem. Auf jeden Fall wird das Blatt mit der Füllung nun von oben runter aufgerollt. Man merkt schnell, wenn man es richtig macht, dann sieht’s nämlich aus wie eine Frühlingsrolle. Ha.

Diesmal hab ich die Dinger in etwas Öl gebraten, normalerweise pack ich sie einfach in den Ofen, Hitze je nach der Angabe, die auf der Teigpackung steht. Dauert vielleicht 10-15 Minuten, und ich mag die gebackenen Frühlingsrollen ehrlich gesagt lieber als die gebratenen, knuspert anders und meiner Meinung nach besser.

Man kann solche Rollen übrigens mit zig verschiedenen Füllungen zubereiten. Auch lecker: Äpfel mit etwas Zimt und Zucker sowie einem Schuss Wasser kurz weichkochen und Apfelröllchen backen. Mit Vanillesoße/Sahne/Eis dazu ist das … äh ja, Apfelstrudel anders präsentiert halt.

Klar, ein Basicrezept, aber es bringt ja nicht viel, wenn ich darüber blogge, welche raffinierten Mahlzeiten ich nicht zubereitet habe, ne?

Und apropos Basics und Backen:

Gemüseschnitten? Gemüsestrudel? Gemüsegedöns!

Blätterteiggemüsegedöns

Oh, der fertig ausgerollte Dinkel-Blätterteig im Kühlschrank muss weg! Und viel Zeit hab ich grad nicht. Hm. Okay. Blätterteig raus aus dem Kühlschrank, Ofen auf 220 Grad angeheizt und dann:

1/2 Zucchini
2 Tomaten

in hauchdünne Scheiben schneiden. Blätterteig auspacken und im Querformat hinlegen, dann in sechs gleich breite Streifen schneiden. Die untere Hälfte der Streifen mehrfach quer einschneiden – man sieht ja auf dem Bild halbwegs, wie es am Ende aussehen sollte/kann/darf.

Bärlauchpesto (in meinem Fall – jegliche Experimente sind natürlich wie immer erlaubt)

dünn auf die obere Hälfte der Streifen schmieren. Rand von ca. 5mm frei lassen. Die Zucchini- und Tomatenscheiben abwechselnd auf die obere Hälfte legen, etwas Salz drauf (oder Kräuter oder was auch immer) und noch einige Krümel

Grana Padano

darauf verteilen. Die untere Hälfte hochklappen und die Teigteile mittels Gabeldrücking miteinander verbinden. Ab in den Ofen, auch hier wieder so 10-15 Minuten. Ergibt logischerweise sechs Stück, dazu gab’s Salat mit dem Rest der Zucchini- und Tomatenscheiben drin. Der Sohn war herbe enttäuscht, dass dieser Salat nicht schmeckte wie der „Toffelat“, den es am Heiligabend gab. Aber die Blätterteigdinger hat er zur Hälfte begeistert gegessen, bis er dann doch fand: „Meckt nicht“.

Ich find ja: Meckt.

(Und ein Gummipunkt für die Person, die mir sagen kann, worauf sich der Blogeintragtitel bezieht. Harhar.)

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