Der Vogel macht „Gruäk“, die Mäuse machen Ärger

Ich kann’s bezeugen. Der Vogel hat wirklich „Gruäk“ gemacht. Fragt mich nicht, was hier so alles kreucht und fleucht – gestern hat der Mann gerade die Spinnwebeninvasion auf dem hinteren Balkon beseitigt (Hey, Spinnen = gute Luft! Hab ich mir sagen lassen …), und über die Mäuse will ich gar nicht sprechen.

Okay, ich will doch über die Mäuse sprechen. Neulich haben wir abends Salzbrezeln geknuspert und Bastian welche übrig gelassen, weil er die so sehr liebt. Nur: Die Packung stand auf dem Wohnzimmertisch, und am nächsten Morgen waren keine mehr da. Nun bin ich ja zugegebenermaßen ein selbstvergessener Esser, aber ich hatte eigentlich wirklich gedacht, ich hätte die Dinger nicht verzehrt. War es der Mann? Nächtlicher oder frühmorgendlicher Heißhungeranfall? Nee, auch nicht. Also hatte ich mich doch still und leise im Verdacht, die Brezeln völlig unbewusst verschlungen zu haben. Es könnte passiert sein, seien wir ehrlich.

Und dann nächtigte ich bald darauf mal im Wohnzimmer, weil a) spätabends TV geguckt und b) mal wieder eine Nacht ohne Kind im Arm, und irgendwann kurz nach vier … *rupf*. Bitte was, bitte wie? Schlaftrunkenes Umgucken. Und: *rupf*. *rupfrupfrupf*.

Es ist dunkel. Ich bin alleine im Raum. Und da rupft was am Teppich.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHH!!!

Erst mal in die Decke einwickeln und die Mumie mimen. Klar. Tot stellen ist mein Fluchtmodus – beim Wegrennen hätte ich eh keine Chance.

*rupfrupfrupf*. *rupf*.

Dann irgendwann (nach endlosen Stunden – also gefühlt natürlich!) Stille. Ich so: Sachen zusammenpacken, ins Kinderzimmer flüchten.

Am nächsten Morgen dann Ursachenforschung. Das Geräusch kam von hinter dem Sofa. Ein Eck-Bettsofa rumzuwuchten ist total spaßig. Ha. Ha. Und dann so hinten in der Zimmerecke: Die Schatzkammer des Pharao Tutanchamaus. Die Salzbrezeln. Diverse Krümel. Und eine geschätzte halbe Packung von Nibblers Fleischstreifenleckerli, die wir zwecks Tausch gegen geklautes Spielzeug (ja, mein Hund ist nicht erzogen, ich weiß, ich weiß) im Wohnzimmer gelagert hatten.

AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHH!!!

Was wir hingegen nicht gefunden haben: Irgendwelche Löcher in der Wand, durch die unsere Mitbewohner ins Wohnzimmer hätten schlüpfen können.

Die besitzen die Technik des Beamens, fürchte ich. Mein geistiges Auge gleich so:

(Wichtiger Hinweis am Rande: Diese Mäuse und viele andere gibt es The House Of Mouse. Gucken und niedlich finden. Sind ja nicht echt!)

Nun gut. Wir haben also technologisch weit fortgeschrittene Salzbrezelklautiere im Haus. Dass sie oben im Speicher leben, war uns schon länger klar, denn da hört man sie öfters mal rum tippeln. Manchmal hört man auch ein hektisches Tippelditippelditipp gefolgt von einem schnellen Tappelditappelditapp, da ist dann vermutlich ein Marder oder eine Katze irgendwie rein gekommen (was weiß ich, vielleicht stammen hier alle Viecher von Spock ab …) und befindet sich auf der Jagd. Landleben. Nature! It’s all over me! GET IT OFF!!!

Dass die Mäuse äußerst dreist sind, haben sie nicht nur durch die Sammelaktion bewiesen, sondern auch dadurch, dass eines Abends eins der Tierchen fröhlich quer durchs Wohnzimmer gelaufen ist, vor den Augen des Ehemannes.

Der Hund? Ja, der war auch da. Der guckte aber gerade in die andere Richtung. Und außerdem hatte der Feierabend, und damit nimmt er es genau so genau wie Schildkröte bei Dittsche.

Also: Mausefalle aufgestellt. Ich so: „Ach, aber die armen Tierchen, und uääääh, ich kann das nicht mitansehen, gibt’s da nicht ne humanere Lösung, mimimi …“

Wie jetzt, die Viecher haben alle Rosenblätter aus meinem getrockneten Brautstrauß im Raumteiler gefressen und nur noch die Stiele übrig gelassen?

I HAVE HAD IT WITH THESE MOTHERFUCKING MICE IN THIS MOTHERFUCKING WOHNZIMMER. DEATH TO ALL MICE. THIS IS SPARTA!!!

Eine lag dann letztes Wochenende tot in der Falle, als ich glücklicherweise nicht da war. Seitdem scheinen sie nicht mehr im Wohnzimmer aufgetaucht zu sein. Besser ist das, sonst hätte ich den Mann noch irgendwie dazu bringen müssen, den Kopf der toten Maus auf einen Speer zu stecken und ihn irgendwo gut sichtbar zu platzieren. Der Brautstrauß von der kirchlichen Trauung ist nämlich noch heile.

Aber was ich eigentlich sagen wollte: Der Vogel hat wirklich „Gruäk“ gemacht.

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