Hinterm Haus (geht’s weiter)

Wir waren heute in Freiburg. Und wie das bei mir immer so ist in Freiburg: BUY ALL THE THINGS! Na ja, fast alle. Ich hab mich echt zurückgehalten. Wirklich!

Wir waren nämlich bei Tante Ema, und du meine Güte, wenn ich a) Ahnung von meiner Nähmaschine hätte und diese b) richtig funktionieren würde (was eventuell mit a) zusammenhängen könnte, ähem), ich hätte mich quer durch das Stoffangebot gekauft. So wurde es ein Geburtstagsgeschenk für eine kleine Dame, die im August ihr Wiegenfest feiern kann. Das fünfte, wenn ich richtig gerechnet habe. Aber ich kann’s euch nicht zeigen, denn die Mama ist auch in der Bloggerwelt unterwegs. Also: Psssst … und hier mal selber bei Tante Ema umgucken. Und alles haben wollen, nicht wahr?

Direkt neben Tante Ema’s Loft gab es ein Dänisches Bettenlager. Nur mal gucken. Ganz schnell. Und dann mal eben eine Wimpelkette, eine Holzfischkette und diese neue Laterne mitnehmen:

(Disclaimer: Ich hab heute alle Fotos gnadenlos durch Dooces Photoshop-Glow-Effekt gejagt. Dick aufgetragen? Klar. Nur. Mir war grad so danach.)

Durch die Aufnahme sieht das ausgestanzte Muster fast ein bisschen nach Hibiskusblüten aus – was natürlich toll wäre, ich hab eine ausgesprochene Schwäche für Hibiskusblüten -, es sind aber „normale“ Blümchen. Hier in der Großaufnahme besser zu sehen:

Ich bin sehr verliebt. Und mal ehrlich, Verliebtheit für knapp 10 Euro? Guter Deal! Nun wollte ich das Teil zusammen mit den anderen Anschaffungen noch etwas besser in Szene setzen. Dabei habe ich mal wieder einige Erkenntnisse gewonnen, neu und wieder:

  • Ich brauche dringend einen Grundkurs in Hübsch-Sachen-Fotografiering
  • Mit Kleinkindbeteiligung dauert alles doppelt so lange, ist dafür auch einiges unterhaltsamer
  • Hinterm Haus sieht’s aus … nun ja. Nennen wir es „verwunschen“.

Für die eventuelle neue Leserschaft (HALLO! HURRA! KÄFFCHEN? CUPCAKE? KEKSE?) sei unser natürlicher Lebensraum hier mal kurz umrissen: L-förmiges Haus, wir wohnen im einen, die Schwiegereltern im anderen Teil. Einen großen Teil der Einrichtung, vor allem was Deko angeht, haben wir übernommen, weil da wirklich schicke Sachen drunter sind. Dinge, die liebevoll über Jahrzehnte zusammengetragen wurden. So etwas merkt man den Gegenständen an, und das gehört gewürdigt. Außer mein persönliches Schönheitsempfinden wankt wirklich mit aus der Brust ragendem Pfeil durch die Gegend und schreit irgendwelche waidwunden Opernarien über qualvolle Tode. Die Phase haben wir aber hinter uns – mittlerweile geht es mehr darum, uns das Haus zu eigen zu machen. Und das erfolgt nun mal Stück für Stück für Stück. Das Umbau- und Deko-Eichhörnchen ernährt sich mühsam.

Aber zurück zu hinterm Haus. Da gibt es eine Terrasse, die ich schon lange mal fertig einrichten möchte. Ich hab mal mit ein paar Kleinigkeiten angefangen, aber mittlerweile ist der Begriff „maritimes Flair“ zu einem Running Gag zwischen mir und dem Ehemann geworden. Irgendwann, ich schwör’s euch, irgendwann bin ich mit dem Ding fertig, und es wird zauberhaft sein!

Ist es derzeit auch, aber mehr so im Zauberwaldschen Sinne. Verwunschen halt. Trotzdem hab ich mich dazu entschlossen, noch ein paar Fotos meiner neuen Sachen dort hinten zu machen.

Auftritt Sohn. Sohn hat heute einen neuen Spielzeugrasenmäher gekriegt. Seit Wochen erzählt er uns, dass hinterm Haus mal wieder gemäht werden müsste. Gesagt, getan. Kapitän „Bratenshirt“ in Aktion:

Allerdings fiel ihm dann ein, dass er ja keine Schuhe anhat. Also lieber nur den Rand mähen.

Ich hab mich dann trotzdem durch die Wildnis bis zur Bank vor der Sauna gekämpft. Anders formuliert: Ich hab zwei Schritte getan. Bitte sehr, hier die Holzfischkette für mehr maritimes Flair, an der Saunawand in Szene gesetzt:

Dabei fällt mir ein, ich könnte mal wieder saunieren. Ist ja nicht so, als ob Sommer wäre oder so. Ach ja, hier noch was Selbstgebasteltes, eine Mini-Wimpelkette aus Washitape, natürlich von der Frau Baumhausfee:

Ich hab noch keine Ahnung, wo ich das Ding hinhänge. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass ich eine halbwegs brauchbare Washitape-Wimpelkette hinkriege. Alle diejenigen, die von mir in den nächsten Monaten ein Geschenk erwarten: Be afraid. Be very afraid. Ich werde es dekorieren. Hardiharhar.

Aber eigentlich wollte ich ja die neu gekaufte Wimpelkette zeigen, nicht wahr? Ich plan ja, selber mal noch eine aus Stoffresten und einer Wäscheleine zu basteln, die kommt dann neben das Haus an die Drahtseile, mit denen der Zaun ans Haus gesichert ist (es kann windig werden hier, und tief eingraben ist nicht, es ist ein steinig‘ Dasein am Belchen!). Demnächst dann. Jetzt erst mal drei Euro im Dänischen Bettenlager ausgegeben.

Und guckt mal, da ist ja auch die Laterne wieder! So ein hübsches Lämpchen. My precioussss … die kleinen Kerzen? Sind Duftkerzen. Mit Seeluft. Für, ja genau, maritimes Flair.

Apropos. Wer mich kennt, der weiß: Für astreinen Shabby Chic bin ich nicht geschaffen. Da ist zu viel Geektum in meinem Leben und eine zu große Schwäche für Kitsch. Diese Ecke der Terrasse dürfte folglich niemanden überraschen:

Die Plastikkrabbe hab ich schon vor einiger Zeit in einem Dekofachgeschäft in Mannheim gekauft – und damit mein ich diesmal wirklich Dekofachgeschäft, da gab’s mehr so Zeug für Schaufenster und solche tollen Sachen. Auch da: BUY ALL THE THINGS! Aber auch da: Zurückhaltung, absolute Zurückhaltung! Ihr ahnt nicht, wie viel Selbstbeherrschung ich eigentlich wirklich besit… oh, wo sind denn Chips und Schoki abgeblieben? Hoppala.

Nun aber doch noch mal zurück zur Verwunschenheit. Zwei Herzen, ach, wohnen in meiner Brust. Einerseits will ich die Terrasse zurecht richten. Die Eckbank fertig beziehen, ein hübsches Tischtuch auf den Tisch, den Gasgrill außer Sichtweite bringen, der andere Tisch müsste mal weg, und und und … aber da ist dann eben auch noch der Zauberwaldaspekt. Und da kommen Sohn und Mann und ich vermutlich in Konflikt, wenn’s dann wirklich ums Rasenmähen geht:

Ihr versteht.

Ihr versteht.

Ihr versteht.

Versteht ihr?

Ich meine: Hey, sogar der Betongrill hat etwas Verwunschenes!

Aber ich seh’s ja ein: So ein bisschen Gejäte muss sein. Irgendwann. Remember: Stück für Stück für Stück, mühsames Eichhörnchen.

Und bis dahin erfreue ich mich eben an den kleinen Details zwischen Gerümpel, Spinnweben und Zauberwald:

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