Noch mehr Leckeres für heiße Tage

Ja, ich blogge derzeit so ziemlich alles, was wir hier zu uns nehmen, abgesehen vom Frühstück. Der Vollständigkeit halber auch hier ein paar Beispiele: Der Mann aß neulich die Reste vom Milchreis mit Apfel-Himbeer-Sharonfrucht-Kompott zum Frühstück. Der Sohn: „WURSCHTBROOOOT!!!“ Ich:

Na ja. Ich versuche dem Drang zu widerstehen, mir jeden Morgen ein Ei zu braten und dann mit Brot das übriggebliebene Öl aufzuwischen. Würde ich erfolgreich Intuitives Essen betreiben (ich versuch’s ja! Ich versuch’s – aber das ist ein anderes Thema für einen anderen Blogeintrag), müsste ich mir vermutlich langsam Sorgen machen, was dieses Bedürfnis zu bedeuten hat. Außer natürlich, dass mich als Vegetarier nach Eiweiß dürstet. Eigentlich sollte mich nach Eisen dürsten, denn meine diesbezüglichen Blutwerte sinken langsam vom Supi- in den Normalbereich. Was mich über alle Maßen kränkt, denn egal wie miserabel es mir ging, mein Hämoglobinwert war immer über alle Zweifel erhaben. Ich würde Beispiele nennen, aber wir wollen ja über’s Essen sprechen, nicht wahr? Also: Frühstück. Über das heutige Frühstück lässt sich sagen: Es hätte meiner Studentenzeit zur Ehre gereicht. Was für mich absolut okay ist. Ich finde gutes Essen zwar total toll und es ist mir auch wichtig und bereitet mir extrem viel Freude, etwas Leckeres zuzubereiten, aber manchmal darf es eben auch trashy sein. Deswegen: Ihr werdet hier nie eine Hassrede auf kalte Ravioli aus der Dose finden. Food-Shaming-freie Zone hier.

Kalte Ravioli aus der Dose sind manchmal einfach lecker. Punkt.

Aber zurück zu den leckeren Sachen, die mehr Zubereitung erfordern: Gestern Mittag gab’s Mini-Bruschetta.

Die Überlegung dahinter: Kind mag Tomaten. Kind mag geröstetes Brot. Kind sollte das mögen.

Kind hat das nicht mal mit dem Pöppes angeguckt. Je nun. Mehr für Mama und später auch Papa.

Denkbar einfach, das Ganze:

  • 2 EL Olivenöl
  • 1-2 Knoblauchzehen
  • 1 Schuss Würzöl Zitrone-Thymian (Bevor sich wer über meine Würzöl-Vorräte auslässt: Gab’s neulich bei Aldi im Set. Geht natürlich auch ohne.)
  • 2 Brotstangen, fertig aufgebacken, gerne vom Vortag (Ihr erinnert euch: Benutzten wir im Salat. Gibt’s im Fünferpack. Eine wurde gefrühstückt, der Rest muss auch noch weg)
  • 2 Tomaten
  • Ca. 1 EL passierte Tomaten (Ich hatte noch ne offene Packung im Kühlschrank. Also auch hier: Optional)
  • 1 Lauchzwiebel
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer
  • Wer mag, noch ein minimes Teilchen Chiliflocken
  • 5 Blätter Basilikum
  • Sonstige Kräuter nach Wahl (Hinweis: Ich hab hier einfach zu meiner mediterranen Trockenmischung gegriffen)

Die Brotstangen in dünne Scheiben schneiden, den Knoblauch ebenfalls, Öl in der Bratpfanne erhitzen, Knoblauch dazu, dann Brot in der Pfanne goldbraun rösten. Tomaten in kleine Würfelchen schneiden, Zitronensaft, passierte Tomaten und Gewürze mischen, Tomaten dazu, Frühlingszwiebel in Ringe schneiden und Basilikum hacken, beides dazugeben, die Tomatenmischung auf die Brotscheibchen verteilen, fertsch. Dauert zehn Minuten, macht was her, schmeckt gut, perfekte Fingerfoodgröße.

Das war das Mittagessen, abends gab’s eine kalte Gurkensuppe. Das Originalrezept steht in der aktuellen Lust auf Genuss (in der übrigens sehr viele sehr leckere Sommerrezepte zu finden sind), ich hab … na ja, ihr wisst schon. Rezepte sind Ausgangspunkte, keine ehernen Gesetze.

  • 1 Salatgurke
  • 1 Paprika, vorzugsweise grün oder gelb (wegen der Farbgebung!)
  • 1 Avocado
  • 1 Dose Erbsen (im Originalrezept: 100g Babyspinat. Hatte ich gerade nicht, und irgendwie krieg ich den Sohn noch zum Erbsenessen, und wenn’s nur Püree ist, verdammich)
  • 1-2 Zehen Knoblauch
  • 10 Basilikumblätter
  • Salz
  • Pfeffer
  • Chiliflocken
  • 3 dl Wasser
  • 1 Becher saure Sahne
  • 1 dl Olivenöl

Moment. Ich muss mal eben runter in die Küche, Heft holen. Ähhhh …

…ach so. Im Originalrezept war’s das ungefähr schon, abgesehen davon, dass die eine frische grüne Chilischote verwenden, acht Mini-Salatgurken statt einer normalen, zwei Avocados statt einer, noch Apfelessig dazugeben, Joghurt statt saurer Sahne … okay. Mein Rezept ist dann doch eher „inspired by“ als mehr oder weniger direkt nachgekocht. Wie gesagt: Guckt selber, das Heft lohnt sich, find ich.

Bei mir noch dazu kam außerdem:

  • 1 kleine Dose Mexiko-Mix (Mais pur hätte es auch getan, hatte ich aber nicht)
  • Fertigcroutons

Die Zubereitung ist auch hier denkbar einfach und logisch: Gurken, Paprika, Avocado, Knoblauch, Basilikum grob schnibbeln, Gewürze, Wasser und Olivenöl dazu, das Ganze mit dem Stabmixer pürieren, saure Sahne druntermischen, das Dosengemüse in Teller verteilen (der Sohn hat nur Mais gekriegt, wir wollen ihn ja nicht überfordern), Suppe rein, Croutons drüber. Fancyschmancy ist die Variante, dass man etwas saure Sahne übrig lässt, diese dann in die Teller blubbt und mittels Crema di Balsamico und Croutons eine kleine Galaxie baut. Für den Sohn gab’s keinen Balsamico, dafür war er sehr begeistert von den „Brötchen“, also den Croutons. So begeistert, dass er sie notgedrungen auch mit etwas Suppe drumrum gegessen hat.

Und hier noch mein derzeitiges Lieblingsgetränk: Den Hugo kennt ihr ja alle, nicht wahr? Prosecco-Holunderblütensirup-Mineralwasser-Minze, hab ich noch was vergessen? Den „Nackigen Hugo“ hab ich neulich in München getrunken, da wurde halt einfach der Prosecco weggelassen.

Auch hier konnte ich natürlich der Zueigenmachung durch Umbau nicht widerstehen. Bei mir gibt’s mangels Alkoholtrinken den „Unanständigen Hubert“: Holunderblütensirup, Mineralwasser, Zitronenscheiben und Zitronenmelisse. Erfrischt auch.

Und nun: Ferienwohnung suchen! Mahlzeit!

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2 Gedanken zu “Noch mehr Leckeres für heiße Tage

  1. Hihihihihi. Dieser Hugo. Diese urbanen Getränke. Hier kennt das doch keine Sau. Wenn nicht neulich was im Radio darüber gefiept worden wäre, ich hätt keine Ahnung gehabt. hehehehehe.

    So, ich geh dann mal bissi Bude aufräumen.

    teuerste Grüsse
    die Baumhausfee

    • Ha, ich verrat dir was: Damals vor Jahren, als sogar ich noch das Il Cafe frequentiert habe, gab’s dort schon was Ähnliches – den Holladrio, Holunderblütensirup mit Weißwein. Wär hät’s erfunde?

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