Argrawargh oder Selbstheilung durch Musik und Kinderkleidersortieren

Achtung, dieser Beitrag könnte Schimpfwörter enthalten. Moment, hab ich das gerade geschrieben? Ich?!? Liebe Leserschaft, tut mir leid, ich muss euch verwechselt haben.

Kennt ihr sicher, den alten Witz: „Morgens unter Hochspannung aufstehen, mit Widerstand zur Arbeit gehen, den ganzen Tag gegen den Strom schwimmen, abends geladen heimkommen und dann kriegst du noch von der Frau eine gewischt!“ Jaja. Lassen wir den letzten Teil mal beiseite, weil haha fuck off. Den Rest? Kenn ich. Ich war heute früh beim Aufstehen schon geladen, besser wurd’s nicht, und jetzt muss ich einfach mal eine Runde Ärger abarbeiten. Also, „arbeiten“ im Sinne von Hausarbeit, die, wie wir alle wissen, natürlich keine eigentliche Arbeit ist und deswegen weder Respekt noch Entlöhnung verdient, müssen ja die ganzen wirklich Arbeitstätigen auch machen, und die lobt keiner und denen dankt auch keiner, und überhaupt, die Welt ist schlecht, wir sind alle arm, und du, ja genau DU bist am allerallerärmsten.

Ich nicht. Ich bin überhaupt nicht arm, ich bin total privilegiert, ich bin mir dessen bewusst, aber eins werde ich nicht tun: Mich dafür rechtfertigen und entschuldigen. Seh ich nicht ein. Nicht mehr.

Was ich eigentlich sagen wollte: Ich hab schon eine Runde totale Frustration hinter mir heute, und ich hiev mich da jetzt raus. Weil ich – und wieder privilegiert – in der glücklichen Situation bin, mich da von alleine raushieven zu können. Meistens.

Also erst mal ne Runde Wii Fit Freier Step mit Hanteln in den Pfoten gemacht und dazu Jamie Oliver im TV geguckt. Melonen-Mango-Buttermilch-Smoothie gemacht. Jetzt: Aufräumen. Und Antipasti basteln. Warum? Because I fucking can.

Aber erst noch mal das Video hier mit Emma Thompson anschmachten, die Frau heiraten wollen und denken, wie verdammt recht sie doch hat.

Und dann widme ich mich nebenbei noch der total wichtigen Entscheidung, ob ich am Mittwoch doch noch irgendwie zu Gossip nach Colmar fahre oder ob ich zuhause bleibe und Fußball gucke. Am liebsten wär’s mir ja, wenn Beth Ditto einfach hier vorbei käme. Wir müssen dann auch nicht Fußball gucken. Sind eh zu wenige Bayern im Aufgebot. Na, Beth? How about it? Packing your bags yet?

Ach, Beth. Ich fächle mir Luft zu und geh gleich kalt duschen. (Dass ich auf der Kinsey-Skala nicht bei Null liege, ist euch doch sicherlich klar, nicht wahr?) Aber erst noch mehr heilsame Musik. Wo ich’s eh grad von Konzerten hab, bei denen ich noch am Hadern bin: 1. Ich mag fun. nicht, aber Walk The Moon spielen im Vorprogramm. Darf man extra nach Zürich fahren und 40 Franken für ein Ticket ausgeben, wenn man nur die Vorband sehen will? Janeinvielleicht?

Der Sohn wäre natürlich absolut dafür und würde auch gerne mitkommen.  Der brüllt nämlich immer „WALK THE MOON GUCKEN!!!“, wenn er an meinem PC vorbei kommt. Wir haben das Video schon an die 120 Mal gesehen. Karma wegen der Musikkassette, die ich mal im Urlaub im Auto dauernd hören wollte und auf der F.R. Davids „Words“ achtmal fein säuberlich drauf aufgenommen war. Inklusive Radiogeschwurbel, weil die. Vollhonks. Immer. In. Die. Musik. Reingeredet. Haben. Ich hab das später selber beim Radio nach Möglichkeit so gehandhabt, dass ich die Musik ganz langsam ausgefadet und erst mit dem Sprechen angefangen habe, wenn klar war, dass man jetzt die „Pause“-Taste drücken müsste. Nicht, dass irgendwer Anfang 2000er noch mittels Kassette aufnahm, aber hey: Kindheit prägt.

Was auch wieder ein frustrierender Gedanke ist, also schnell zurück zum Thema Konzerte und Teil 2: Amanda Palmer. 30.10. in Zürich. Im abart. Das abart schließt Ende Jahr endgültig seine Tore. Ich will da noch mal hin. Und Amanda Fucking Palmer. Warum genau hadere ich eigentlich noch? (Weil unter der Woche und Kind und Babysitter und Übernachten und überhaupt, deswegen!) Trotzdem, jetzt bitte alle ganz laut mitsingen, oder zumindest ich:

FUCK YES!!!

Seht ihr, und schon bin ich viel weniger schlecht gelaunt. Nabelschau hilft immer. Musik noch viel mehr.

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