Jahresrückblick 2012 – all the cool kids are doing it

Nee, echt. Alle anderen machen das schon seit Jahren. Hab ich das letztes Jahr auch schon gemacht? Zu faul um nachzugucken. Vermutlich wollte ich mal wieder nur.

1. Zugenommen oder abgenommen?

Irgendwie schade, dass die Frage gleich am Anfang steht. Als ob das das Wichtigste wäre. Vermutlich innerhalb der letzten Tage etwas zugenommen, geht aber wieder weg. Immerhin: In den Wochen der nachbeinbrüchlichen Unbeweglichkeit nicht zugenommen, das hätte mich geärgert. Immer noch zu viel frustgefressen (aber hey – mit dem neuen Jahr endlich eine anerkannte Essstörung, hurrahurra! Ugh.), mich aber deswegen weniger selbst gehasst. Kommt. Langsam. Harte Arbeit, diese alten Angewohnheiten. Für 2013: Wieder in Form kommen, abseits jeglicher Zahlen auf der Waage. Weg vom Fleisch, hin zum Gemüse. Hallo, Green Smoothies, mit Spinat seid ihr ja echt erträglich!

2. Haare länger oder kürzer?

Länger. Ich war dieses Jahr gerade ein einziges Mal beim Frisör, meine ich mich zu erinnern. Ansonsten wächst das Gestrüpp fröhlich vor sich hin, wird mit Henna gefärbt (viel zu selten, gerade wieder gute fünf Zentimeter weiß-kackbrauner Ansatz) und voraussichtlich erst mal nicht abgeschnitten. Wobei, man weiß ja nie. Ich bin ja haartechnisch so gar nicht empfindlich, was das „Einmal raspelkurz, bitte!“ angeht. Und irgendwann wird’s noch mal raspelkurz und platinblond, versprochen. Und dann knallpink. Aber jetzt gerade ist es draußen zu kalt dafür, so ein Yetipelz wärmt ganz nett. Ach ja, meine Entdeckung 2012 in Sachen Haare: Kokosöl. Was fürs Hundefell gut ist, hilft bei mir auch. Deswegen riechen Nibbler und ich jetzt beide gerne mal leicht tropisch. Er glänzt aber immer noch mehr als ich. Immer diese Glatthaarigen. Pöh.

3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?

Gleich geblieben, denk ich. Aber so langsam drifte ich irgendwie in Richtung „Brille beim Lesen hochschieben und Buch/Zeitschrift/iPod nahe ans Gesicht führen“. Je nun, wer mit sechs Jahren seine erste Sehhilfe gekriegt und damit die Brillenmode der 70er, 80er, 90er, 00er und die größten Hits von heute mitgemacht hat, ist auch in Sachen zukünftige Gleitsichtgläser nicht wirklich eitel.

4. Mehr Kohle oder weniger?

Ich bin Hausfrau, da müssen Sie meinen Mann fragen! (Mit einem Satz tausende strikte Feministinnen zum scharfen Einatmen gebracht. Har har har.) Ernsthaft: Ungefähr gleich geblieben. Kauft ja keiner unser Buch. Bühühü!

5. Mehr ausgegeben oder weniger?

Hm, sagen wir mal: Anders ausgegeben. Ich hatte mir ja vorgenommen, nur noch Bioklamotten zu kaufen oder Second Hand, das hat halbwegs geklappt, weswegen ich für Kleidung sicher weniger ausgegeben habe als letztes Jahr. Was ich mir hingegen mittlerweile halt ab und an leiste, ist was Besonderes fürs Haus bzw. für die Wände (gerade meinen ersten etsy-Kunstkauf getätigt! Lacht doch, lacht doch!), auch mal bessere Qualität beim Essen, halt eher das Bewusste als das Schnäppchen. Was nicht bedeutet, dass ich mittlerweile vor Spontankäufen zurückschrecke. Nöööö. Mit … unterschiedlichen Ergebnissen.

6. Mehr bewegt oder weniger?

Na ja, erst mal mehr, dann weniger. Mein tägliches Aktivitätsprogramm von 30 Minuten Wii-Step beim Jamie-Oliver-Gucken fiel nach dem Beinbruch komplett flach, interessanterweise hat sich mein Körper aber durch die fast drei Monate Krücken doch verändert: Stärkere Arme, klar. Aber auch ein breiterer Rücken, will mir scheinen, wenn ich jeweil morgens einen BH anziehe. Für 2013 also die Prophezeiung, dass ich mehr für Unterwäsche ausgeben werde. Ansonsten krieg ich hier durch den Dreijährigen natürlich ein nettes Intervall- und Hanteltraining („AUFNARM!!!“), aber ich würd gerne wieder mehr die freie Natur nutzen. Spazieren. Ist ja hübsch hier. Und der Hund ist auch dankbar, wenn er mehr aus dem Garten rauskommt. Mal gucken, wann das wieder gut klappt mit den doofen Schrauben im Knie.

Ich fühl mich nämlich besser, wenn ich mich bewege. Überraschung!

7. Der hirnrissigste Plan?

Ich wollte hier ja zu meinen Plänen und Vorsätzen für 2012 verlinken, mit einem lauten „Bwahahahaaaah!“, aber irgendwie ist mein altes Blog kaputt. Besser ist das.

8. Die gefährlichste Unternehmung?

Autofahren nach drei Monaten Zwangspause. Gleich mal nen Parkschaden verursacht. Ich sag’s ja immer: Ich hab kein Problem mit dem Autofahren an sich. Es ist der Straßenverkehr, mit dem ich hadere!

9. Der beste Sex?

Irgendwann schreib ich dann mal was zum Thema Antidepressiva und deren Nebenwirkungen. DO NOT WANT.

10. Die teuerste Anschaffung?

Öh, böh, weiß nicht. Meine „Ich brauch ein Wochenende alleine“-Kurzurlaube vermutlich bzw. der Aufenthalt als Helferlein bei der FedCon, ist meiner Meinung nach allerdings beides a) vertretbar, weil b) absolut notwendig für mein Seelenheil. Aber 2013 gibt’s voraussichtlich eine neue Küche, da kann ich dann was erzählen über Anschaffungen, oooooh ja!

11. Das leckerste Essen?

Wir gehen ja extremst selten essen, und wenn dann ist es meistens irgendein Selbstbedienungsrestaurant, weil das mit Kind einfach am angenehmsten ist. Aber zuhause, da schwingt die Hausfrau den Kochlöffel, jawoll! Zuletzt wirklich gut gelungen ist mir die Fleischkäsbrätpastete mit Schweinefilet und weihnachtlichen Aromen zum Festtagsbrunch. Ich pirsche mich geschmacklich mittlerweile an Subtilitäten heran. Allerdings habe ich es immer noch nicht geschafft, einem Rezept genau von A bis Z zu folgen, ohne nicht irgendwo irgendwas abzuändern oder beizufügen. KREATIVITÄT, Baby! Und ein Mann, der immer tapfer sagt, dass das Essen lecker ist.

12. Das beeindruckendste Buch?

Ich komme ja kaum zum Lesen. Sehr gemocht hab ich „Hab ich selbst gemacht“ von Susanne Klingner und „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ von Rachel Joyce. Ersteres: Inspirierend. Zweiteres: Berührend. Ach ja, und mit diebischer Freude hab ich festgestellt, dass man ganz viele blöde Heftchenromane kostenlos auf seinen iPod laden kann, und dann kriegt ja keiner mit, was man liest. Besonders gemütlich, wenn man dieses Hobby an einem schönen Sommersonntag mit lecker Essen im Gras des Englischen Garten liegend betreibt. Vielleicht nicht beeindruckend, aber hihihi.

13. Der ergreifendste Film?

Im Kino hab ich gerade mal „Brave“ und „The Hobbit – An Unexpected Journey“ gesehen. Bei Ersterem viel geweint (Mutter-Tochter-Beziehungen. Nun ja.), bei Zweiterem hingerissen gewesen. Absolut unkritisches Tolkien-Jackson-Fangirl hier. Nur eine Anmerkung: Needs more Thranduil. Auf DVD haben wir Diverses geguckt, aber ganz ehrlich, am meisten geheult hab ich beim Wiedergucken einer Serienfolge. Supernatural. Season 5. Episode 10. Abandon All Hope. Jo. Ellen. Ach ja, und Doctor Who natürlich. Immer wieder. Am schlimmsten aber gegen Ende der vierten Staffel. Wie sie Donna behandelt haben. Das macht mich immer noch so sauer, dass ich mich gar nicht richtig auf die fünfte Staffel einlassen konnte.

Shame on you. You took the sky from her.

14. Die beste CD?

Nicht „auch“ von den die ärzte. Vermute ich. Hab das Ding noch nicht einmal durchgehört. Groll, Groll, Grolledigroll. „A Solitary Man“ von Jonathan Jeremiah lief bei mir viel, „Our Version Of Events“ von Emeli Sandé auch. Gerade festgestellt: Jeremiah hat ja ein neues Album rausgegeben! Und beide auf Tour im März! Aber da geh ich leider schon zu Walk The Moon. Ach ja, stimmt. Walk The Moon. Album: „Walk The Moon“. Lebensfreudig, musikalisch interessant, ab und zu richtige Lyricperlen. Ich entscheide mich dann doch für diese CD. Weil: Rebound-Band.

(Denn die Besten sind immer noch The Ark. Und ich kann „The Apocalypse Is Over“ immer noch nicht hören, ohne in den ganz üblen Ugly Cry zu verfallen.)

(Und ich mach mir die Arbeit nicht mehr, The Ark posthum anzupreisen. You missed it. Selber schuld.)

15. Das schönste Konzert?

Du weißt, dass du langsam alt wirst, wenn du an einem Konzert einer Truppe Anfangzwanziger nicht mehr „Hrrrrr…“ denkst, sondern „Och, wie knuffisch!“ So geschehen bei oben genannten Walk The Moon. Ich geh trotzdem 2013 wieder hin. Wo ich nach 2012 auch 2013 wieder hingehe, wo ich immer hingehen werde, wenn er herkommt: Bruce. The Boss. Teure Karten, jeden einzelnen Cent wert. Auch das vermutlich ein Zeichen, dass ich alt werde. Aber hey: Bei Bruce bin ich mit die Jüngste im Publikum, bei Walk The Moon doppelt so alt wie der Rest. Das Ganze nennt man dann vermutlich Mittelalter.

Nicht schön, aber wichtig war das erste Wuhlheidekonzert der die ärzte. Da wurde mir klar, dass sie mir live einfach nichts mehr geben. Die Sachen vor „auch“, klar, geht noch. Zu oft gehört, zu viele Assoziationen, zu viele Songzitate, die ich im echten Leben dauernd von mir gebe. Aber sehen muss ich die Herren nicht mehr. Danketschüss. Ich bin dann früher gegangen.

16. Die meiste Zeit verbracht mit …?

Bastian. Worth it. Gefühlt allerdings auch sehr viel Zeit verbracht mit Freddie Mercury.

17. Die schönste Zeit verbracht mit …?

Bastian. Dem Mann. Dem Hund. Freddie Mercury.

18. Vorherrschendes Gefühl 2012?

Ach nee, nicht schon wieder.

19. 2012 zum ersten Mal getan?

Eine Tibiakopffraktur hingekriegt. Eine typische Verletzung für Skifahren und Autounfall. Ich? Ich bin im Badezimmer ausgerutscht. I zigged, the leg zagged. Aber immerhin ein netter Knall im Bein und die Erkenntnis, dass ich meistens längst nicht so schmerzempfindlich bin, wie ich immer denke. Nur manchmal.

20. 2012 nach langer Zeit wieder getan?

Hm, im Europapark gewesen? Fühlte sich zumindest an, als sei es lange her! Ich wär auch fast auf eine der schnellen Bahnen gegangen diesmal, aber der Mann wies mich dann berechtigterweise darauf hin, dass es vielleicht nicht so gut kommt, wenn man dem Arzt danach mit einer neuen Verletzung erklären muss: „Mein Beinbruch war halt noch nicht ganz ausgeheilt, aber was soll ich sagen, die Antidepressiva wirken halt auch bei meinen Phobien ganz super!“ Er hatte Recht, der Mann. Vielleicht diesen Sommer. Dann hätte ich auch gleich eine „2013 zum ersten Mal getan“-Antwort für später!

21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?

Beinbruch. Gesundheitsprobleme in der Familie. Das ganze DÄFC-Desaster. Ich bin jemand, der sehr lange sehr viel mit sich machen lässt (zumindest gefühlt bin ich so jemand …), aber wenn man es sich mit mir verkackt, dann tritt das Elefantengedächtnis in Kraft. Und dann grolle ich sehr lange. Sehr viel.

22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Ich würde ab und zu immer noch gerne den Rest der Welt davon überzeugen, dass dieser Groll berechtigt ist, aber ehrlich: Vergebene Liebesmüh. Und es wär ja auch schade. Mein Groll ist nicht euer Groll, meine Sichtweise ist subjektiv, ist schon alles okay so.

23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Hm, ich hab viel selbst gemacht dieses Jahr. Das find ich ja immer etwas Schönes, auch wenn das die Empfänger vielleicht nicht so sehen, gnihihi. Ich habe – hoffentlich – meinen Lieben mehr Zeit, Aufmerksamkeit, Respekt und vor allem Liebe geschenkt als auch schon. Und mir selbst immerhin ab und zu die Vergebung dafür, dass ich diesbezüglich meine eigenen Ansprüche nicht erfülle.

Und die Tatsache, dass ich endlich über meinen Schatten gesprungen bin und akzeptiert habe, dass sich meine Depressionen eben doch medikamentös besser behandeln lassen, war zumindest für mich ein sehr wichtiges Geschenk. Für mein Umfeld hoffentlich auch.

24. Das schönste Geschenk, dass mir jemand gemacht hat?

Dasein, wenn ich jemanden brauchte. Gerade in Bezug auf den Beinbruch. Ist übrigens ein sehr guter Leutefilter.

25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Ich liebe dich auch!“ Der Sohn. Herzschmelze.

26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Danke“. Ich hoffe, ich habe ihn genug gesagt. Ansonsten hier nochmal: DANKE! You may know who you are.

27. 2012 war mit einem Wort …?

Lehrreich.

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