A Näh-, Bastel- and Arbeitsroom of one’s own

Ich richte derzeit mein Arbeitszimmer neu ein. Ich richte mein Arbeitszimmer eigentlich immer neu ein, genau wie ich in Gedanken immer die ganze Wohnung umbaue. Wie Stuckrad-Barre sagen würde: Zumöbeln!

Diesmal ist es aber wirklich nötig, denn ich habe zu Weihnachten vom Mann eine Nähmaschine gekriegt. Die will natürlich jetzt ihren eigenen Platz haben, weswegen die geblümte, befranste, dunkelgrüne Scheußlichkeit von einem Samtsofa weichen musste. Ich trauere dem Ding trotzdem nach, ich habe bekanntlich eine Schwäche für ganz, ganz hässliche Dinge. Das hat nicht mal ausschließlich mit meinem Hang zu Kitsch zu tun, das liegt mitunter auch an meinem “Irgendwer muss doch auch die ganzen gruslig fürchterlichen Sachen lieb haben”-Syndrom.

Ich spreche dabei natürlich von puren Äußerlichkeiten. “Who wants to fuck my girlfriend?” hab ich immer noch nicht lieb. So. Und nee, die anderen Reality Shows mag ich auch nicht. But I digress.

Mittlerweile hab ich mich ja mit der generellen traditionellen Weiblichkeit des Looks meines Arbeitszimmers abgefunden. Ja, rosa. Und Blümchen. Und Schmetterlinge. Und Daleks.

Äh. Ja, klar: Ohne den einen oder anderen geekigen Stilbruch geht es natürlich nicht. Schließlich soll dieser Raum mich in meiner ganzen widersprüchlichen Glorie repräsentieren! All shall love me and despair!!!

(Nein, an mir ist nichts Elfenhaftes. Aber ich kann mich trotzdem voll und ganz mit dieser Aussage identifizieren.)

Ich hab mir gedacht, ich könnte ja nun diesen Zimmerumräumumbau etwas fotografisch dokumentieren. Ich bin so ziemlich seit Anfang Januar immer wieder daran, was umzugestalten und hin und her zu schieben, und was soll ich sagen: Ich habe schon die eine halbe Wand fertig! Yay me!

Also, bitte sehr, die Wand neben der Tür. Die Wand neben der Nische für die Nähmaschine. Nee, Vorher-Fotos gibt’s keine. Aus … Gründen.

(Ich hab’s vergessen.)

Einmal die gesamte Wandeckedings. Nein, den Kachelspiegel hab ich nicht montiert.

Natürlich muss Sissi mit von der Partie sein. Und Sisi. Was soll ich sagen: Widersprüchlichkeiten. Ich kann gegen soziale Ungerechtigkeit auf die Barrikaden gehen und trotzdem davon träumen, meine Geschäftsidee zu verwirklichen, Frauengruppen auf eine Tour der Sissi/Sisi-Dreh-und-Aufenthaltsorte zu schicken. In historischem Kostüm. Mach ich natürlich nicht, aber der Gedanke amüsiert mich trotzdem.

Ich habe übrigens eine neue, für Künstler sicher absolut unsagbar kränkende Art und Weise gefunden, Kunstdrucke aufzuhängen. Aber guckt, liebe Kreative da draußen: Es gibt so selten hübsche Bilderrahmen (den Sissi-Rahmen hab ich selber geserviettentechnikt, hübsch ist anders, aber ich bin ja auch kein Profi, so there). Und amerikanische Drucke haben immer die falsche Größe. Also: Holzwäscheklammern, Masking Tape, Twine. Steinigt mich.

Okay, dieses spezielle Bild stammt von meiner Schwester und ist eine Illustration aus unserem Buch (Werbung an) “Die Prinzessin, die immer dünner wurde” (Werbung aus). Hätte also auch in einen normalen Rahmen gepasst. Aber ich find meine Methode doch so schick!

Das hier ist ein sogenanntes „Es gibt sicher einen korrekten Namen dafür, aber den kenne ich nicht“. Ein Wandhängedings, an das man vermutlich andere Sachen hängt als seinen Fadenvorrat, aber es passte gerade so gut. Ich behaupte mal, das ist irgendwie Kunst. Und da ich das ganze Garn eh nur geerbt habe und es zig Jahre alt sein dürfte, bleibt es voraussichtlich irgendwie Kunst und wird nicht in Gebrauch genommen.

Und dann hab ich noch das hier montiert, nun ja, ein IKEA Hack ist das nicht wirklich (aber dort gesehen). Es ist halt nur kein Gewürz im Gewürzregal, sondern Papierkram. Ich find’s trotzdem schick. Haben wir auch im Kinderzimmer für Bastians Bilderbücher angewendet. Hier aber jetzt bei mir einmal die Bastel-Dekotrulla-Zeitschriften-Sammel-Variante.

Und oh, fast vergessen – wenn man versehentlich Nägel blöd in die Wand gehauen hat und dann erst feststellt, dass die Bilder dort gar nicht gut aussehen – einfach alten Schmuck dran hängen. Fällt fast gar nicht auf. Außer man posaunt es raus. Hüstel.

Lasset uns nicht über die Tapete sprechen. Oder was auch immer da an der Wand ist. Es hindert mich auf jeden Fall am unbekümmerten Anbringen meiner Julia Rothman Wall Decals. Grummelgrumpf. Aber man kann nicht alles haben, und deswegen schmücken die Dinger jetzt Türen und Pappschachteln. Not macht erfinderisch. Weil die Not natürlich massiv und total riesig ist.

(Ich werd ganz bestimmt demnächst auch wieder irgendeinen wütenden Rant über irgendwelche Ungerechtigkeiten posten, aber heute: Mädchenkram! Geht auch in meinem Alter.)

Apropos Mädchenkram. Apropos Widersprüchlichkeiten. Das andere Zeitschriftenregal.

Nee, die Brüder Boateng hab ich noch nicht gelesen. Die anderen beiden schon. Fühle mich trotzdem immer noch ahnungslos und nachplapperig, aber kommt alles mit der Zeit. Bestimmt. Bin jetzt auch brave fcb.tv-Abonnentin. Und ja, das zuhinterst ist das Panini-Album der letztjährigen EM. Natürlich nicht voll. Ich entwickle da immer diesen depperten falschen Ehrgeiz, die Alben ganz alleine ohne Tauschen voll zu kriegen.

Ich habe übrigens auch den depperten falschen Ehrgeiz, mein Arbeitszimmer irgendwann dieses Jahr fertig neu eingerichtet zu kriegen. Was denn? Eine halbe Wand ist schon geschafft, und es ist erst Mitte Januar! Nun muss ich nur noch den Papierkram sortieren, die Regale neu einräumen und die Zeitschriften wegwerf… Moment, der eine Artikel da sieht eigentlich ganz interessant aus …

Zumöbeln kann auch mal warten.

(Masking Tape, Twine, Wandhängedings, Stempel fürs Verschönern des Gewürzregals – alles von der Baumhausfee)

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