It’s astounding – time is fleeting

Ich erlebe hier gerade eine dieser „aber gestern war er doch noch klein und hilflos!“ Zeiten. Bastian hat neuerdings beschlossen, dass er a) sein Essen nur noch ganz alleine löffelt, egal wie warm es ist (und ziemliche Mengen davon, wir nähern uns vermutlich dem nächsten Schub in Richtung Kleidergröße 110 …), b) ohne Papas Arm einschläft (wenn er jetzt noch durchschlafen würde …) und vor allem c) alleine in seinem Zimmer spielen will. Bei geschlossener Tür. Mit Bob-Hörspielen als Gesellschaft. Und ja, man wird dann gerne mit einem bestimmten „Raus!“ hinausgeschickt.

Das ist natürlich eigentlich eine durchwegs positive Entwicklung. Mir ermöglicht das mehr Zeit für Hausarbeit (okay, halbwegs positiv), mehr Zeit fürs Bloggen, mehr Zeit für mich. Dem Ehemann ermöglicht das auch mal ein paar Stunden auf dem Sofa am Wochenende. Bastian ermöglicht das, na ja, alleine zu spielen halt – und sicherlich finden jetzt diverse Mütter „Wie jetzt, erst in dem Alter? Meiner konnte das schon blabla blablubb!!1einself!“. Dazu sei gesagt:

1.) Natürlich konnte er sich schon vorher alleine beschäftigen, hat dies aber vorzugsweise im Wohnzimmer getan, weil da auch diverses Spielzeug seinerseits ist. Diese ausgiebige Form des Alleinespielens in seinem Zimmer, bei geschlossener Tür und Rauskommen nur, wenn jemand die Bob-CD wechseln oder die Bob-Kassette drehen soll, das ist neu.

2.) Selber blabla blablubb. Dein Kind, mein Kind. Was für dich stimmt, muss nicht für mich passen. Bastian entdeckt das Leben in seinem eigenen Tempo, alles andere funktioniert bei ihm nicht. Ich werde mir erst bei der Kombination von Bettnässen, Pyromanie und Tierquälerei Sorgen machen, ich guck „Criminal Minds“ …

(3. Eigentlich? „Fuck off.“)

Aber ich wäre natürlich keine anständige Mutter von heute, wenn ich mir nicht trotzdem Gedanken machen würde. Nein, keine Vorwürfe. Gedanken. Und zwar Gedanken darüber, wie schnell sich so ein Kind unwiederbringlich ändert, und was das mit mir macht. Oh, ich bin nicht wirklich wehmütig, denn wie gesagt: Ist ja alles natürlich, positiv und muss so. Es ruft mir nur mal wieder in Erinnerung, dass die Sache mit der Kindheit doch ab und an schneller geht als erwartet. Und während ich kein Fan von Herzschmerz-Appellen im Stil von „Genieße jeden Augenblick! Das geht alles sooo schnell vorbei!“ bin, so sind es doch diese Entwicklungsschritte, die mich kurz innehalten lassen.

Kurz: Ich stimme Devon Corneal voll und ganz zu, wenn sie schreibt:

I’m not naïve enough to believe that this moment of reflection will stop me from becoming irritated, impatient, frustrated, bored or upset tomorrow when my son whines, spills spaghetti sauce on the rug or throws a fit because I won’t let him stay up late. Maybe, though, I’ll temper my response if I can remember how fleeting this all is. That for every moment I’ve prayed would end, there is something I miss.

Den ganzen, lesenswerten Artikel gibt es hier. Ja, man weiß nie, wann etwas zum letzten Mal passiert. Auch wenn ich die Zeit herbeisehne, in der Bastian die ganze Nacht in seinem Bett bleibt – ich weiß auch, dass ich es vermissen werde, mit ihm im Arm aufzuwachen, als erstes seine Haare zu riechen, seine Wärme zu spüren. Man sollte die letzten Male würdigen. Das geht auch rückwirkend. Aber hinterhertrauern? Nein – denn das Neue, durch das sie ersetzt werden, ist viel zu spannend, amüsant und wunderbar.

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