Kindermund tut … weh

Bastian wächst bekanntlich multimedial auf. Drinnen spielen, draußen spielen, Bücher, iPod, Holzklötze, Tablet PC, Lego Duplo, DVDs, Vorlesen, Angucken, Musik, ab und zu mal eine Tiersendung oder eine Episode Jamie Oliver-Gekoche, Bob der Baumeister in allen Daseinsformen. Und so weiter, und so fort.

Ich glaube nicht daran, dass ein Kind automatisch verquer wird, wenn es den sogenannten „neuen“ Medien frühzeitig ausgesetzt wird. Ich glaube auch nicht daran, dass ein Kind automatisch nicht verquer wird, wenn es von diesen ferngehalten wird.

Ich versuch einfach, mir keine allzu großen Illusionen zu machen, was meine Elternfähigkeiten angeht, und halte es diesbezüglich mit Philip Larkin:

Allerdings gibt es Momente, in denen ich mir wünsche, wir lebten noch im Prä-Computer-Zeitalter.

Bastian wollte gestern mal wieder unbedingt Subway Surfer vorgespielt haben, das ist so etwas Jump-and-Run-mäßiges für mobile Geräte. Nur funktionierte es bei mir auf dem iPod gerade nicht mehr, weil bei mir auf dem iPod gerne mal etwas nicht funktioniert. Mag Userschuld sein, meinereiner hat es nicht so mit der heiligen Appleigkeit. Zum Glück weiß ich aber, a) dass das Spiel auch auf dem Tablet des Mannes zu finden ist, b) wo das Tablet des Mannes zu finden ist und c) wie der Code für das Tablet des Mannes lautet.

(Heißt es eigentlich „der Tablet“? Von wegen „der Computer“? Was weiß ich, ich scheitere ja schon bei derdiedas Blog …)

Also, ab aufs Sofa und Subway Surfer gespielt. Nun bin ich Jump-and-Run-technisch nicht wirklich begabt. Allgemein bin ich keine wirklich gute Gamerin. Ich spiel wegen der Story, und wenn es irgendwo einen God-Mode-Cheat oder einen Walkthrough gibt, dann hab ich keine Hemmungen, das Ding zu nutzen. Ich betrüg mich ja schließlich nur selbst, und bei Spielen mit anderen schummel ich nicht, da lamentiere ich lautstark. (Ungefähr so ähnlich wie La Linea)

Ich kann dafür Wimmelbildspiele total gut!

Der Mann hingegen hat diverse Jump-and-Runs und Rennspiele – die ich genau so wenig beherrsche –  auf seinem Tablet. Als es nun mit Subway Surfer so gar nicht klappen wollte so punktetechnisch, griff der Herr Sohn dazwischen, schaltete das Spiel aus, suchte ein anderes und meinte, ich solle das spielen. Ein Rennspiel. Erst mal die Steuerung nicht gerallt und gefragt: „Öh, wie geht das?“ Kind so: „Du musst so hin und her lenken!“ Und dazu die passenden Tilt-Gesten.

Alles klar. Kind beherrscht Tablet und Rennspiele besser als ich. Aua.

Leider wollte es mit dem Rennspiel auch nicht so richtig hinhauen. Ich sag’s ja: Keine wirklich gute Gamerin. Daher schaltete das Kind auch dieses Spiel aus, wählte ein weiteres, legte mir mitleidig die Hand auf den Arm und meinte dann ganz verständnisvoll:

„Vielleicht kannst du das ja besser.“

Ich geh jetzt aussterben.

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