Ich, Majestix

Ich bin so müde.

So müde.

Und dabei bin ich nicht mal von meinem Schild gefallen oder geworfen worden.

Ich weiß nicht, ob es dieser endlos lange, endlos trübe Winter ist. Ob mir die Quarantäne mit Magen-Darm-Grippekind dieser Tage den Rest gegeben hat. Oder ob ich mich in letzter Zeit einfach mal wieder nicht gut genug um mich gekümmert habe.

Auf jeden Fall bin ich leer. Energielos. So durch den Wind, dass mir nicht mal mehr Ideen kommen, wie ich mir diese Energie wieder zurückholen könnte, wie ich wieder „voll“ werden könnte. Wellness? Kochen? Schlaf? Shopping? Keine Ahnung. Alles zu anstrengend. Mag gar nicht daran denken.

Ich bin mal wieder an dem Punkt, an dem ich das Gefühl habe, so viel gegeben zu haben, dass Stücke von mir fehlen. Und dennoch gleichzeitig an dem Punkt, an dem die innere Stimme sagt: „So ein Quatsch, du nimmst ja nur dauernd, du liegst ja nur auf der faulen Haut, wann gibst du schon mal was, hm? HM?!“

Keine Ahnung, aber irgendwie isses alles weg, nech? Ich kann doch auch nur Schulterzucken, Spekulieren und mir immer wieder mantraartig selber vortragen: „Depression lies, depression lies, depression lies“.

Aber es ist ja nicht nur die Körperchemie. Ich bin einfach auch zu ausgelaugt für den ständigen Erklärbärmodus, in dem ich mich mental derzeit befinde. So viele im Kopf ausformulierte, ungeschriebene Blogeinträge über Dinge, die mich irritieren. Nerven. Anstrengen. Dass das Ziel jeglicher Shitstorms einfach nicht sein sollte, die Gegenseite zum Schweigen zu bringen, egal ob ein Lerneffekt dabei entstanden ist oder nicht. Hauptsache die gehen nachhause und nehmen ihr Spielzeug mit. Und dumm sind sie sowieso. Dumm, dumm, dummdidumm. Damit ist ja gleich alles erklärt, und man kann sie wieder ausblenden. Aber so geht’s doch auch nicht, will ich rufen – mit Abstempeln und Aus dem Gedächtnis Räumen ist die Welt doch noch nie besser geworden! Pyrrhussiege, verdammte! Und nein, ich mag nicht zum zigsten Mal wiederkäuen, was Sexismus ist, was Männer dürfen und wem die verfluchte Deutungshoheit des Begriffes Feminismus gehört, ich hab das doch schon ich weiß nicht wie oft … ja, in meinem Kopf. Was natürlich niemandem weiterhilft. Aber wenn ich tippe, komme ich vom Hundertsten ins Tausendste und blicke irgendwo im Millionsten verwirrt um mich und stecke fest. Ohne Straßenkarte, Navi und Orientierungssinn. Und dann kommt wieder wer um die mir unbekannte Ecke und erzählt mir, dass das hier doch gar nicht so wichtig ist, und die armen Kinder in Afrika, der Klimawandel, Perspektive, Springhart, PER-SPEK-TI-VE!!!

Ich würde so gerne. Ich wollte, ich könnte. Aber es geht nicht. Ich bin so müde. So müde.

Und dabei hab ich gar nichts gemacht.

Depression lies.

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4 Gedanken zu “Ich, Majestix

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