Aufklärung im frühkindlichen Alter

Der Sohn und ich haben gerade die Zoo-Sendung im Ersten geguckt, weil er die gerne guckt und ich die gerne gucke und es heutzutage ja keine Kino-Matinées mit Tierdokus mehr gibt. Grmpf.

Heute ging es um eine Elefantengeburt, die leider mit einer Totgeburt endete – Letzteres hab ich dem Sohn allerdings nicht erklärt, sondern auf das andere Elefantenbaby verwiesen, das lebendig durch die Gegend kraxelte. Was soll ich sagen, er weiß bereits, dass seine eine Oma im Himmel ist und er weiß auch, dass sein großes Idol Freddie Mercury nicht mehr unter uns weilt, ich finde ja, das reicht schon ziemlich für einen Dreijährigen, da muss man ihm nicht noch mit toten Tierbabys kommen.

(Er ist allerdings auch der Meinung, dass Queen früher zusammen gewohnt haben, und zwar so. Das wiederum find ich einfach zu niedlich, um es aufzuklären.)

Wie dem auch sei, nach dem Mitverfolgen der Elefantengeburt deklarierte er: „Ich bekomm bald ein Baby!“ Worauf ich ihm dann leider mitteilen musste, dass Jungs in den allermeisten Fällen keine Babys im Bauch haben können, und dass das nur bei Mädchen geht. Schwieriger Gendermoment. Hat ihn aber nicht sonderlich geschockt, er wollte dann einfach wissen, woher die gesamte Verwandtschaft so kommt:

„Wo kam der Papa raus?“

„Aus der Oma.“

„Wo kam die Oma raus?“

„Aus der Omi.“

„Wo kam der Opa raus?“

„Aus der Mama vom Opa.“

„Wo kam die Tante Stefanie raus?“

„Aus meiner Mama. Aber sag mal, Bastian, wo kamst du denn raus?“

„AUS DEM KRANKENHAUS NEBEN DER AUGENKLINIK!!! DA GIBT’S EIN GANZ GROSSES AUGE!!!“

Wir lernen: Opas und Omas Augen-OPs der letzten Monate sind offensichtlich doch noch wichtiger und beeindruckender als die Frage nach der Fortpflanzung. Puh.

 

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