Nudeln! Nudeln! Nudeln! … schmeckt nicht.

Ich sollte eigentlich unbedingt über den BLOGST-Workshop vom Samstag in Köln bloggen. Nicht aus Verpflichtung, sondern weil ich wirklich Mordsspaß hatte und enorm viel gelernt habe. Nur: Der Sohn könnte mal wieder dreieinhalber nicht sein.

Will sagen: Er hat es vorhin gerade geschafft, mit einem Schwung zwei Glasschüsselchen und einen meiner geliebten Fake-Sissi-Teller zu zerstören, indem er sie vom Couchtisch auf den Teppichboden befördert hat. Jawohl, richtig gelesen: Couchtisch, also nichts wirklich Hohes. Und: Teppichboden, also nichts wirklich Hartes. Und dann hat er mit seiner leeren Spritzpistole auf mich gezielt, während ich das Chaos beseitigte.

Mama hat daraufhin leider mal eben rumgebrüllt. Hat nix bewirkt. Dann hat Mama plötzlich ganz, ganz leise gesprochen. Das hat ihn schon eher beunruhigt.

Und dann hat Mama ihm die Spritzpistole weggenommen.

Er sitzt jetzt in seinem Zimmer und schreibt einen Brief an Amnesty International.

Aber dies ist ja ein Eintrag aus der Kategorie „Food glorious food“, also sprechen wir über das Mittagessen, das er erst eingefordert und dann verschmäht hat: Nudeln. Konkret: Hörndli al Circo Schmodderano, wie ich das Gericht mal eben genannt habe.

(Es folgt der erste Versuch, mal eben was aus dem Workshop umzusetzen, nämlich die Bildercollage. Ich weise daraufhin, dass die Sache mit den Scherben passiert ist, während ich ebendiese Collage bastelte. Selber schuld, Kind allein gelassen. Constant vigilance, wie Alastor Moody sagen würde …)

Hörndli al Circo Schmodderano The Real Housewife of Böllenbü

(Merke: Weißer Bildhintergrund auf weißem Texthintergrund kommt nur so halb gut. Aber ihr könnt euch ja jetzt alle einreden, dass das Bild top runde Ecken hat und bündig mit dem Text ist. Danke!)

Warum heißt dieses Gericht so? Nun, weil dieser Typ Pasta in der Schweiz „Hörnli“ oder „Hörndli“ genannt wird. Was, bitte liebe Deutsche, seid einfach mal ehrlich, einiges logischer ist als der Begriff „Gabelspaghetti“, der sich auf der Packung befand.

„Gabelspaghetti“, also ehrlich. Womit esst ihr denn bitte sonst Spaghetti? Ach ja, stimmt, ich vergaß. Mit dem Messer.

Aber genug kulinarischer Snobismus, kann ich mir bei dem Rezept beim besten Willen nicht leisten. Also, hier mal eben die Zutatenliste:

  • Nudeln nach Wahl (z.B. „Gabelspaghetti“, har har har)
  • 1 kl. Dose schwarze Oliven, entsteint
  • 4 Tomaten
  • 1/2 altbackenes Brötchen (oder wie Aldi das Zeug nennt, „frische Semmeln“. Ähem.)
  • 1 Knoblauchzehe oder ca. 1/2 TL granulierter Knoblauch
  • ca. 3 EL Reibekäse, idealerweise frisch geriebener Parmesan, aber wo zum Henker ist mein Parmesan?
  • Olivenöl, so 2 EL
  • 2 Spritzer Limetten- oder Zitronensaft

… ich glaub, das war’s. Nudelwasser aufsetzen, währenddessen die Tomaten in ca. 1cm große Würfel schneiden, Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Tomaten zugeben. Nudeln nach Anleitung kochen, die Oliven kleinschneiden und im Mörser zermantschen. Knoblauch dazugeben und mitmantschen. Oder mitmörsern, wenn das appetitlicher klingt. Die Rinde des altbackenen Brötchens entfernen und das fein gewürfelte Brötchen ebenfalls in den Mörser geben. Reibekäse ebenfalls dazu. Wer mag, haut das ganze Zeug auch einfach in den Mixer. Es entsteht so eine Art Pesto, oder auch „Schmodder“. Womit ein weiteres Drittel des Rezeptnamens geklärt wäre. Der Schmodder kommt dann zu den Tomaten, wenn’s zu wenig flüssig ist, gibt man einfach noch einige Löffel Nudelkochwasser dazu – ich bin ja der Meinung, dass quasi zu jeder Pastasauce noch ein paar Löffel Nudelkochwasser dazu gehören. Und die Nudeln nicht bis auf den letzten Tropfen abtropfen lassen, da darf noch etwas Wasser drin bleiben! Ist leckerer, wirklich. Sagt übrigens Jamie Oliver auch. So there.

Wenn die Nudeln gar sind und eben nicht bis auf den letzten Tropfen Kochwasser abgetropft, manscht man den Schmodder unter die Hörndli. Oder mischt die Sauce unter die Gabelspaghetti. Wie es euch gefällt. Dann noch etwas Zitronen- oder Limettensaft dazu, und voilà. „Schmeckt nicht“.

(Glaubt dem Jungen kein Wort. Schmeckt fast so lecker wie die Reinlegepasta. Oh, Mann. Die Reinlegepasta. Ich könnt schon wieder.)

Ach ja, den Circo im Rezeptnamen hab ich noch nicht erklärt. Der Zirkus ist hier immer zu Gast. Seit dem erneuten Wetterwechsel auch wieder mit dem Dachbodenmarder in der Menagerie. Argh.

 

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