Wir hätten ihn Calvin-Michel nennen sollen

Ich sag euch, ich bau dem Sohn demnächst prophylaktisch eine Scheune zum Männchenschnitzen. Hat sich was mit Bullerbü, hier herrscht Lönneberga. Oder, wie der Sohn das fröhlich krähend ausdrücken würde: „WIR MACHEN QUATSCH!!!“

Gemeint sind damit er und der Hund. Wobei Nibbler mehr so verwirrter Mitstreiter als Anstifter ist. Heute früh, während ich noch im Bad war, hat Bastian beschlossen, er und Nibbler müssen jetzt das Esszimmer saugen. Also mal eben den Staubsauger halb zerlegt, Stühle rumgeschoben und Hund an der Bürste kauen lassen. Auf die Frage, ob ich ihm den Sauger dann wenigstens einschalten dürfe: „NEIIIIN! Der ist zu laut! Ich mag nur leise!“

Genau. Bastian mag nur leise.

Er hat übrigens ein Heft, in dem er alle seine Lieder „aufschreibt“. Das Timmy-das-Schäfchen-Lied zum Beispiel. Über das Tierchen und seine Erlebnisse kann er ja minutenlang schwadronieren. „Aaaalso. Der Timmy hat die Fensterscheibe kaputt gemacht. Wo er Fußball gespielt hat. Das Fenster vom Kindergarten.“ Und schon schwant mir Übles für den Kindergartenbeginn nächsten Montag …

Andererseits ist er in der Gegenwart anderer Kinder und Erwachsener ja tendenziell übermanierlich bis polizeistaatlich. „Du musst da hoch! Da!!!“ schallt es dann von der Rutschbahn. Kommt davon, wenn man dem Kind erklärt, dass es nicht die Rutsche hochklettern soll und alle anderen Kinder das tun. Und mal ehrlich: Wer von uns hat denn bitte annodazumal die Ansage „Nur weil die anderen Kinder das machen, musst du das nicht auch machen“ ernst genommen? Eben. Jedes Mal, wenn ein Satz aus meinem Mund kommt, den ich als Kind gehört habe, weiß ich genau, wie das Kind reagieren wird – wie ich damals halt. Und leider weiß ich jetzt auch, wie man sich als Mutter dabei fühlt. Und ich möchte Yoda vehement widersprechen, wenn er behauptet: „Do or do not. There is no try.“ Oh doch, kleiner grüner Greis, there is verdammt viel try, try and fail. Da halte ich mich lieber an Beckett: Try again. Fail again. Fail better. Vielleicht fruchtet es ja irgendwann. Und ansonsten bin ich halt die Mutter mit dem Knallfrosch.

Denn bei aller derzeitigen Dreijährigkeit möchte ich den Knallfrosch ja nicht im Geringsten anders haben.

Andererseits, wenn Sätze fallen wie der hier gestern …

„Hier! Für dich zum Aussortieren!“

spielzeugEhrlich: Die Sache mit Aschenputtel hab ich mir immer irgendwie romantischer vorgestellt.

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