Der Inhalt ist wichtiger als die Form

Eins der drölfzig Millionen Themen, über die sich die Mitglieder der Elternwelt uneins sind, sind Bentoboxen. Ihr wisst schon, hübsch hergerichtetes Mitnehme-Essen fürs Kind, in die Schule oder den Kindergarten.

Die Kritik dreht sich unter anderem darum, dass manche familiäre EssenzubereiterInnen ein schlechtes Gewissen kriegen, weil sie ihren Kindern den Pausensnack nicht so hübsch herrichten. Dazu sag ich: Eh. Muss ja keiner. Ich mach z.B. beim besten Willen nicht die hübschesten Bentoboxen der Welt, bei mir sieht’s meistens irgendwie so aus:

bentoboxDas ist nicht hübsch, aber erstens sabbern die Früchte so das Brot nicht an und zweitens kann ich so die Portionen besser abschätzen. Da der Sohn morgens gleich nach dem Aufstehen nicht groß frühstücken mag, kriegt er zuhause meistens nur etwas Obst und dafür eine größere Portion Brot mit Belag für den Kindergarten. Ich versuch den Fleischkonsum einzuschränken, aber man bedenke: Wir sprechen von Ritter Mehr Wurst hier. Heute gab’s eine Banane, ein Käsebrötchen, ein klein geschnibbeltes halbes Wienerle und ein hartgekochtes Ei in Fischform (I love my Eierformer!). Das alles macht mir persönlich nicht viel mehr Arbeit als ein „normales“ Pausenbrot, aber ich kann komplett verstehen, wenn jemand darauf keine Lust hat. Wir haben alle unsere Vorlieben und Schwächen, was das Elterndasein angeht (Leo Lausemaus, wie ich dich verabscheue …) – you do you.

Der zweite Kritikpunkt hat mal wieder mit einem altbekannten, allseits beliebten Begriff zu tun: Privilegien. Ich besitze das Privileg, finanziell und zeitlich so gut situiert zu sein, dass ich dem Sohn ein solches Essen bieten kann. Das geht nicht allen so. Bei weitem nicht. Da es aber auch Quatsch wäre, dem Sohn die Mahlzeiten aus Solidarität zu reduzieren oder sowas, bin ich sehr froh und dankbar über die Blogger Aktion Pausenbrot, über die Berlinmittemom (oder doch lieber Berlin-Mitte-Mom?) hier schreibt. Jo, man kann sicher auch darüber diskutieren, dass das mal wieder Onlineaktivismus ist und ob es wirklich was bringt, auf etwas aufmerksam zu machen. Ich würd mal sagen: Bei mir zumindest hat es schon mal gewirkt. Beim nächsten Einkauf landen einige Lebensmittel in der Sammelkiste des örtlichen Tafelladens, und eine Geldspende sollte sich auch bald auf den Weg machen.

Was mich zu einem Experiment animiert, das mir schon länger im Kopf rumspukt. Ich hab ja da unten unter den Einträgen jeweils so einen Flattrbutton. Ihr wisst, wie Flattr funktioniert, ja? (Ich nämlich nicht wirklich. Ähem.) Nun, ich dachte mir halt, es wäre vielleicht ne Idee, wenn ich regelmäßig irgendwelche wohltätigen Aktionen und Institutionen vorstelle und jegliche Flattrspenden dann ebendiesen Leuten zugute kämen. Also: Ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass jedes Geflattre für diesen Beitrag zu meiner Spende an die Kindertafel hinzukommt. Ihr müsstet mir dabei natürlich vertrauen, aber ehrlich: Ich könnte nicht mehr ruhig schlafen, wenn ich hier betrügen würde. Bad Karma. Baaaaaad Karma. Also, wollen wir mal testen? Ich sag: Ja. Und für diejenigen, die lieber direkt vorgehen oder eine Spendenbescheinigung möchten oder so: Hier ist die Direktwahl.

Schaun mer mal. Und kocht euren Lieben heute etwas besonders Leckeres, wenn ihr könnt. Hier gibt’s Nudelsuppe mit Huhn und Gemüse. Leib-und-Seelenspeise von Bastian.

Flattr this!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.