Bett-i Bossy

Ich bin müde. So müde. Nicht im asterixinischen Sinne der Häuptlingsamtsmüdigkeit (Häuptling? Ich? Ha, ich bin hier der Kindesbutler/Pausenclown!), sondern im Sinne von: Schlaf. Oh Gott, was brauch ich Schlaf. Einerseits geht’s mir derzeit psychisch nicht so gut, da hapert es eh mit dem Ein- und Durchschlafen. Aber andererseits liegt es halt auch am Boss unseres Ehebetts. Nee, das ist nicht der Mann (der hat ungefähr denselben Posten inne wie ich). Das ist der Sohn. Abgrundtiefer Seufzer, um es noch mal asterixinisch zu beschreiben.

Ich erinnere mich noch an damals, als wir das kleine Bündel Leben frisch zuhause hatten. Geweckt werden musste der, damit ich ihn stillen konnte. Tja, Nostalgie und graue Vorzeit. Mittlerweile hat Bastian natürlich schon lange sein eigenes Bett. Das hindert ihn aber nicht daran, jede Nacht die Leiter seines Halbhoch-Hochbetts runterzuklettern und sich zu uns zu gesellen. Er will nicht mit den Kuscheltieren alleine sein (nein, die Kuscheltiere dürfen trotzdem nicht aus dem Bett). Er kann nicht gut schlafen. Er mag sein (selbst ausgesuchtes) Bett nicht. Er hat was geträumt. Die Gründe sind so mannigfaltig wie fadenscheinig. Letztendlich läuft es einfach darauf hinaus: Bei Mama und Papa im Bett schlafen ist viel toller. Warum auch immer.

Und ist man dann in unserem Bett – heidewitzka, da geht’s dann gerne mal rund. Da ist der Hund fixer, wenn er abends bei uns auf dem Sofa einen Liegeplatz sucht, und das will was heißen. Verschiedenste Positionen muss der Sohnemann erst mal ausprobieren: Das Windrad, bei dem man alle viere von sich streckt und sich zwischen den Eltern dreht, bis Mama im Zweifelsfall einen kindlichen Zeh in der Nase hat. Das H, bei dem Bastian den waagrechten Strich bildet, seinen Kopf in Papas Magengrube rammt und Mamas Nieren mit seinen Füßen traktiert. Linksrum im Arm liegen. Rechtsrum im Arm liegen. Was er beim Ehemann so genau anstellt, weiß ich nicht, ich seh nur, wie müde der ebenfalls ist.

Bei mir ist es gerne die Routine „Muss Brust grabschen. Hm, nee, nicht die. Probieren wir mal die andere. Nee, die auch nicht. Nehmen wir doch die erste. Oder doch die Gurgel? Genau, die Gurgel muss gepackt werden. Aaaaah, seliger Schlaf! Ach nee, Moment – da muss ja noch ein Bein quer über Mamas Beine gelegt werden. So, super. Da kann ich ihr bei Bedarf auch direkt ins Ohr husten.“

Schön ist auch der nächtliche Fausthieb auf die Nase, der beim Umdrehen entsteht. Gibt es eigentlich Statistiken über Haarrissbrüche in elterlichen Nasenknochen? Sollte mal wer machen. Die Ergebnisse wären sicherlich spektakulär.

Kurz: Schlaf. Ist. Schwierig. Natürlich, es gäbe diverse Möglichkeiten, dem nächtlichen Treiben entgegenzuwirken. Man könnte ihn bei jedem Rüberkommen wieder in sein Bett bringen. Dafür fehlt uns aber die Energie, denn wir kriegen ja keinen Schlaf, ne. Man könnte auch seine Tür per Schlüssel schließen. Allerdings fehlt erstens der Schlüssel, und zweitens hat die Tür schon von der anderen Seite her ein per Fototapete kaschiertes Loch aus der Kindheit der vorherigen Springhart-Generation, ich weiß also nicht, wie viel Protest die aushalten würde. Meine Seele auf jeden Fall würde dem Gezeter nicht standhalten, ich Weichei, ich. Außerdem glauben wir nicht wirklich an das „Jedes Kind kann schlafen lernen“-Konzept. Schlafen kann er ja auch, problemlos und jederzeit, wenn der Bedarf da ist. Nur wir bleiben halt wach oder dämmerig. Und letztendlich ist Bastian einfach eins dieser Kinder, bei dem irgendwann ein Schalter umgelegt wird, und dann klappt’s. Siehe Trockenwerden: Hat er eine Woche vor Kindergartenbeginn beschlossen, und danach gab’s sehr wenig Probleme damit. Dito Trockenbleiben in der Nacht. Also bleibt uns vermutlich nichts übrig als zu warten, bis der spezifische Schlafschalter auch „Klick!“ macht.

(Und ja, ich kenne den Witz, dass es spätestens mit der ersten Freundin so weit sein wird. Die krieg ich ja dann aber eh nicht mit, weil ich Schlaf nachhole.)

Immerhin: Letzte Woche hat er schon mal eine Nacht komplett in seinem Bett verbracht. Da war er dann auch sehr stolz drauf.

Leider lag ich da aber die halbe Nacht wach und fragte mich, ob irgendwas mit ihm nicht stimmt, weil er nicht rüberkommt.

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3 Gedanken zu “Bett-i Bossy

  1. Ach. Bei uns hat das ungefähr mit 3.5 Jahren funktioniert. Meistens. Ich meine: Manchmal. Zwischendurch mal. Ab und an. Einmal pro Woche. Oder wars einmal im Monat?
    Fazit: Wir haben nach wenigen Nächten im eigenen Bett (ha! ha!) das Maträtzchen des Kinderbettchens wieder aus dem Keller geholt und neben unserem Erwachsenenbett hingelegt.
    So kann ich Kurzen wenigstens rausschubsen wenn er’s übertreibt und muss mich trotzdem nicht als Rabenmutter fühlen. Seit dem schlafe ich wieder durch.

  2. Hui, das sind aber keine rosigen Aussichten für die Zukunft. Ich dachte, ich könnte wieder durchschlafen, wenn meine Kleine nachts nicht mehr gestillt werden möchte und durchschläft. Ich hoffe nicht, das unsere Hexe dann auch im Gräbele schlafen will.

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