ESC-Woche! Waaah! Teilnehmer Teil 1

Irgendwie ist der ESC dieses Jahr still und heimlich an mich herangekrochen, und siehe da, schon steht er vor der Tür. Hallo! Willste reinkommen? Ich hab Snacks, und irgendein Trinkspiel fällt mir sicher auch noch ein.

Da ich ein ESC-Fan bin, seit ich denken kann, erkläre ich diese Woche hiermit zur ESC-Woche beim Gemischtwahnlädchen. Und weil das erste Halbfinale schon morgen stattfindet (Eeek! Zum Glück hab ich am Freitag bei der BEA 16 Tüten Knabberzeug gekauft – was denn, war billig und es gab hübsche Chio-Tüten dazu!), guck ich mir jetzt mal die Teilnehmer des ersten Halbfinales an. Das ist quasi Live-Blogging, das ihr hier miterlebt. Allerdings mit Vorwarnung: Der ESC ist das Thema, bei dem ich meinen Snark ungebremst schalten und walten lasse.

1. Armenien: Aram MP3 – Not Alone

Musikalisch? Ja, ich kann klar verstehen, dass das einer der Favoriten ist. Gefühlvoll mit ordentlich Törööö und Tadaaa. Das Englisch ist etwas, äh, phonetisch, aber das kennt man ja. Vermisst eigentlich noch jemand anderes die Zeiten, in denen die Länder in der Landessprache singen mussten?
Textlich: Ähhhhh. You’re not alone. Übrigens, you’re not alone. Hatte ich schon erwähnt? You’re not alone. Every breath you take, every cake you bake, I am watching you. Creepalarm. Wird aber garantiert ins Finale kommen. Und dort sicherlich gut abschneiden, alleine schon weil sich viele Leute quasi verpflichtet fühlen, für das Lied abzustimmen, das ihnen vorher als Favorit vorgestellt wurde.

2. Lettland: Aarzemnieki – Cake To Bake

Hasenzähne, rote Haare, dicke Frau, Hippiesong. ICH BIN VERLIEBT. Klingt auf den ersten Blick überhaupt nicht wie ein ESC-Song, aber wenn sie das Publikum mit dieser fröhlichen Art anstecken können, liegt ein Platz im Finale drin. Nicht immer sind es die wuchtigen Dramasongs, die alles unter sich ausmachen, denkt mal an Ungarn letztes Jahr (auch da bin ich immer noch verliebt).

3. Estland: Tanja – Amazing

Da hörst du dir zwei kleine Perlen wie „Cake To Bake“ und „Kedvesem“ an und dann kommt so eine Massenware daher. Leider Gottes ist dieses David-Guetta-Eurodance-Zeug traditionell recht erfolgreich am ESC – siehe auch Loreens „Euphoria“, dessen Refrain man auch problemlos zu „Amazing“ singen könnte. Wird am Abend selber sicherlich davon abhängen, wie sie stimmlich drauf ist. Ob die Tatsache, dass sie Russin ist, gegen sie arbeiten wird? Schwer zu sagen. Das ESC-Publikum ist nicht zwingend politisch, nicht wahr …

4. Schweden: Sanna Nielsen – Undo

Könnte genauso gut von Tina Arena, Céline Dion oder sonst einer Diane-Warren-Grande-Dame gesungen werden. Eine klassische „große“ ESC-Ballade. Quasi der Volvo unter den ESC-Songs, ein sicherer Wert, aber es gibt weitaus Spannenderes. Finale? Ziemlich sicher. Aber ehrlich gesagt hab ich schon wieder vergessen, wie das Lied klingt. Meh.

5. Island: Pollapönk – No Prejudice

Smash Mouth haben sich Trainingsanzüge bei den Tenenbaums ausgeliehen und singen über Toleranz. Das ist natürlich ganz nett quirky, und sowas wird beim ESC ja auch immer gerne genommen, aber der Song ist meines Erachtens mehr so Mittelmaß. Angeblich gehen sie aber live ordentlich ab – lassen wir uns überraschen, ich kann mir aber gut vorstellen, dass sie zum Befremden aller nicht ins Finale kommen. Fänd ich schade. Allein schon wegen der Trainingsanzüge.

6. Albanien: Hersi Matmuja – One Night’s Anger

Ich kenn das Timbre, ich kenn das Timbre … ach so, ja klar: Shakira. Ich bin von dem Song sehr positiv überrascht, ich hatte etwas viel Klassischeres erwartet. Die Hair-Metal-Nickelback-Gitarre ist etwas irritierend, da hoffe ich darauf, dass der Gitarrist auf der Bühne keine so große Rolle spielt wie im Video. Mein Wunsch: Finaleinzug. Wird aber wohl über die Klinge springen müssen, wenn es mit der Qualität der Halbfinalsongs so weitergeht, denn bisher ist noch nichts wirklich Schlechtes dabei.

7. Russland: The Tolmachevy Twins – Shine

Oh puuuuh, ist das belanglos. Aber belanglos ist nun mal auch gerne erfolgreich, und Russland kriegt ja eh tendenziell sehr viele Punkte von seinen Nachbarn. Es wird spannend zu sehen, ob das auch dieses Jahr der Fall sein wird (mein Tipp: Ja). Aber irgendwie passt der Song auch so gar nicht zur Aufmachung der beiden Damen – da rechnet man doch eher mit etwas „Poupée de cire“-mäßigem. Jo. Finale brauchen wir nicht zu diskutieren, weil: Russland. Eh klar.

8. Aserbaidschan: Dilara Kazimova – Start A Fire

Jaja, ist ja ganz hübsch. Aber pfnaaaah, mir schläft das Gesicht ein. Nix für mich. Bei 2:24 geguckt, ob das bitte bald mal durch ist. Da wage ich keine Prognose, wenn’s nach mir ginge, müsste ich das nur morgen einmal hören und danach nimmermehr, aber nach mir geht’s ja kaum.

9. Ukraine: Maria Yaremchuck – Tick Tock

Perfekter Radiosong. Wird auch abgesehen von den ganzen zu erwartenden Ukraine-Sympathievotings Punkte kriegen. Was mir bisher auffällt: Kaum irgendwelche Klischee erfüllenden Mini-Outfits bei den Sängerinnen dieses Jahr. Kann sich natürlich auf der Bühne noch ändern. Das Lied geht übrigens echt ins Ohr, auch wenn ich Gepfeife nicht leiden kann. (Ja, ich krieg Aggressionen, wenn fremde Leute um mich rum pfeifen. Ich krieg auch Aggressionen, wenn mir bekannte Leute um mich rum pfeifen. Pfeift einfach nicht um mich rum, okay?!?!)

10. Axel Hirsoux – Mother

Ein Ex-Casting-Show-Teilnehmer von Star Academy und The Voice. Für eine Show, die in der Woche vor dem Muttertag durchgeführt wird, ein Lied namens „Mother“ beizusteuern, ist natürlich recht clever. Verzeiht, dass ich den Song widerlich kitschig nenne, aber die Kombi von Stimme, Orchestrierung und Thema lässt für mich nichts anderes zu. Blärgh. Muss ich nicht noch mal hören.

11. Moldau: Cristina Scarlat – Wild Soul

Haaa, endlich mal ein Lied, bei dem ich mich massivst auf die entsprechende Bühnenshow freue. Ich gebs zu, ich hoffe heimlich auf Pyrotechnik. Bisher wies ja noch kein Lied wirklich auf ernst gemeint überkandidelte Theatralik auf der Bühne hin. Enttäuscht mich nicht, Leute. Die moldavische Großmutter ist schließlich auch schon ein paar Jahre her.

12. San Marino: Valentina Monetta – Maybe

Warum nehmen eigentlich Andorra und Liechtenstein nicht am ESC teil? Oder Monaco? Und was haben die Damen dieses Jahr eigentlich alle mit den Strandspaziergängen und sonstigen Wasseraktivitäten? Ach ja, nen Song gibt’s auch noch. Geschenkt. San Marino hat zu wenig Seilschaften und das Lied zu wenig Qualität.

13. Portugal: Suzy – Quero Ser Tua

Portugal! Ich mag dich doch! Warum machst du sowas?!

14. Niederlande: The Common Linnets – Calm After The Storm

Oh. Das ist schön. Wirklich schön. Ich hab’s offenbar dieses Jahr mehr so mit den „kleinen“ Songs, aber die fallen nun mal einfach eher auf zwischen all den Shownummern. Ich hoffe, das Votingpublikum gibt dem Lied auch eine Chance, das würde ich sehr gerne am Samstag noch mal hören. Ach, was soll’s, ich hör’s mir jetzt gleich noch mal an.

15. Montenegro: Sergej Cetkovic – Moj Svijet

Da geht schon wieder einer am Strand spazieren! Hab ich ein Memo verpasst? Das Lied selber ist … nett. Ich mag die folkloristischen Einlagen, aber ein extremer Ohrwurm ist es nicht. Finale vermutlich weil in Landessprache gesungen, aber ich hör mir trotzdem lieber noch mal die Niederlande an. Und von Portugal hab ich übrigens direkt Magenschmerzen gekriegt, nur so am Rande.

16. Ungarn: Andras Kállay-Saunders – Running

Ich bin ja immer so zweigeteilter Meinung, inwiefern „ernste“ Themen zum ESC passen. Einerseits ist der Contest ja mehr so eine Holldriö-Eierkuchen-Veranstaltung. Andererseits: Wenn man sie thematisiert, warum nicht dort, wo sie ein großes Publikum finden und die Leute ein bisschen durchrütteln? Nur: Wenn wir die Thematik mal außen vor lassen, bleibt ein eher blasser Song übrig. Sorry, 2013 war ein besseres Jahr für Ungarn.

Nun denn: Das sind sie also, die ersten Halbfinalisten des ESC 2014. Lettland und die Niederlande sind meine Favoriten, vermutlich werd ich keinen der beiden Songs am Samstag wiederhören, aber je nun. Da muss ich durch. Und ich geb’s zu, ich freu mich auf das zweite Halbfinale noch einiges mehr, weil: Conchita! Ich lieb sie ja sehr.

Flattr this!

Ein Gedanke zu “ESC-Woche! Waaah! Teilnehmer Teil 1

  1. „Vermisst eigentlich noch jemand anderes die Zeiten, in denen die Länder in der Landessprache singen mussten?“

    Ja. Ooooooohh jaaaa.
    Ich hab’s ja in den letzten Jahren eigentlich immer verpasst – diesmal hätte ich Zeit, aber nach dem Durchgucken der fast ausschließlich englischen Liedliste eigentlich überhaupt keine Lust, mir das anzugucken … :-/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.