ESC-Woche: Nostalgie

Ich guck den Eurovision Song Contest ja, seit ich denken kann. Deswegen gibt’s heute ein paar Songs, die mir in Erinnerung geblieben sind. Wir fangen an mit Israels Song von 1978. Und warum nimmt eigentlich Israel am ESC teil? Weil das Land Mitglied der European Broadcast Union ist. Hätten wir das auch mal für die Ewigkeit geklärt.



Damals noch mit Orchester und DirigentIn, welche/r meistens (immer?) auch den Song geschrieben hatte. Heute interessiert ja irgendwie niemanden mehr, dass der ESC eigentlich ein Komponistenwettbewerb ist und man den besten Song wählt, nicht die beste Show. Schade, ne? Jaja, früher war alles besser, ich setz mich gleich mal in die Loge zu Waldorf und Statler und richte mich dort häuslich ein.

Oh, gerade entdeckt, dass der niederländische Beitrag, der mir geblieben ist, ja noch früher beim Concours Eurovision de la Chanson („So hieß das früher mal!“, hört man mich aus der Loge brüllen) teilgenommen hat, nämlich 1975. Wir stellen fest: Universell verständliche Titel haben gute Siegeschancen.

Dasselbe gilt auch für den Gewinnerbeitrag von 1979. Das war auch wieder Israel, danach gab’s ne Durststrecke bis 1998, als Dana International den Sieg davontrug. Und ihr könnt mich gerne auslachen, aber ich krieg immer noch Gänsehaut bei dem Lied.

Wie bereits erwähnt: Ich guck den ESC schon quasi mein ganzes Leben. Also mag es nicht verwundern, dass ich mich an ihn noch sehr genau erinnere. Wenn ich auch zugegebenermaßen meine wirkliche Schwäche für ihn erst 1987 entdeckte – aber hey, 1980 war ich erst acht Jahre alt. Da war Captain Future noch mein Nonplusultra. Oder war es doch Winnetou?

Ich rede natürlich von Johnny Logan.

Hachseufz. Und oh mein Gott, Viktor Lazlo hat ja moderiert!

Aber halt, ich will ja nicht vorgreifen. Schließlich gab es ja auch noch die Gewinner 1981, Buck Fizz. Und argh, manche Dinge altern nicht gut, was? Nee, nicht der Song, aber „If you wanna see some more“ und Männer reißen den Frauen die Röcke runter? Natalie 2014 findet das nicht gut. Natalie 1981? Hat es geliebt. (Die Jungs sehen aber schon so’n bisschen aus wie George Harrison und Paul McCartney, oder sind das wieder meine seltsamen Assoziationen?)

Oookay, und jetzt verlier ich jegliche Coolnesspunkte, die ich bisher noch hatte – ist mir aber wumpe. Ich mag das Lied immer noch. Und ich wünsch mir immer noch das, was Nicole besingt. Auch wenn’s von Ralph Siegel ist. Ich Kitschkopf, ich.

Aber wenden wir uns wieder fröhlicheren Angelegenheiten zu. Liedern über goldene Schuhe zum Beispiel. Die Schuhe sind aber auch grandios. Weniger grandios fand ich, dass die schicken Jünglinge Mormonen waren. Nix gegen Mormonen, aber ich bin ein paar hundert Meter entfernt von einem Mormonentempel aufgewachsen, und mir war damals schon klar, dass das nix für mich ist.

Auch hier: Nonsens-Titel sind erfolgreich. Hat da mal wer ne Statistik?

Und dann gewann Norwegen in Schweden. Har har har. Das ist ungefähr so, als ob ein Schweizer in Österreich ein Skirennen gewinnt. Oder Deutschland gegen Italien an der WM (Make it so!). Ich mochte den Song, aber ich konnte ja noch nicht ahnen, dass ich Monate später brutal aus meinem Duranie-Dasein gezerrt würde und Morten Harket für die folgenden Jahre mein Traummann sein würde. Mit allen Folgen. Austauschjahr in Norwegen 1989/90 inklusive. Ähem. Cherchez l’homme ist eine Maxime, die sich peinlicherweise durch mein Leben zieht. Aber zurück zum Song: Angeblich wäre der einiges langsamer gewesen, aber der Dirigent war zu schnell und damit alle anderen auch. Hihi.

So, und jetzt quäle ich euch noch mit einem Lied aus den 80ern, dann kommen die 90er, und da erinnere ich mich kaum an etwas. Geguckt hab ich garantiert immer, sogar während des Studiums in Australien (SBS sei Dank), aber irgendwie … die Songs haben mich nicht mitgerissen. Kann passieren. Also ignorieren wir die 90er einfach mal. Mein Blog, mein Hausrecht.

Aber als Schweizerin darf das Lied natürlich nicht fehlen. Ihr kennt sie natürlich, ne? Immer daran denken: Die Nationalität der Songschreiber zählt, nicht die der Sänger …

Übrigens – wer Céline Dion total doof findet, der gucke sich mal diese Doku an. Ich find sie hochgradig amüsant.

Ich mach jetzt mit 2004 weiter, weil ich den Song immer noch liebe. Auf eine ganz andere Art als „Hold Me Now“ und so natürlich. Stampf, Stampf, Brüll, Brüll, Rumgewikingerei. Lass deinen inneren Barbarenberserker raus!

Den Song hab ich übrigens einmal gehört und gleich gesagt, der kommt weit. Hört auf mich, ich hab da gerne mal gute Vorahnungen. Okayyy, wir reden nach dem ersten Halbfinale wieder drüber. Ähem.

Aber irgendwie waren auch die letzten Jahre ESC nicht so super. Vielleicht werde ich einfach alt.

Andererseits: Lordi.

So, einen Song hab ich noch. Nee, nicht „Waterloo“, an den erinnere ich mich nicht, da war ich zwei. Sorry. Das letzte Lied hat noch nicht mal gewonnen. Aber es ist mein absoluter Hauptsupidupi-ESC-Evergreen.

Ach kommt schon, ihr könnt es euch denken, nicht wahr? HU! HA! HU! HA!

Oh, Dschingis. Ach, Louis. RIP.

Und damit verabschiede ich mich erst mal internettechnisch vom ESC – wir lesen uns heute Abend auf Twitter zum ersten Halbfinale! Hurra! Hu! Ha! Hu ha hu!

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Ein Gedanke zu “ESC-Woche: Nostalgie

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