Good things happen

Es ist eine Weile her, dass Ragen Chastain von Dances With Fat den Aufruf auf ihrer Facebookseite postete, dem kleinen Mops „Little Tank“ zu helfen, der einen operablen Lebershunt hat. Nur: Die OP musste erst mal finanziert werden.

Nun ist es ja bekanntlich so: Ich bin eine innerliche Weltrettenmüsserin. In mir steckt eine Superheldin, nur leider keine Superkraft. Außerdem besitze ich eine bekannte Schwäche für Plattnasen. Was folgern wir daraus? Genau: DEM HUND MUSS GEHOLFEN WERDEN!

Also Kohle gespendet und den Fundraiser weiter im Auge behalten. Erst beruhigt, weil doch diverse Spenden eintrudelten. Dann immer besorgter, weil nicht genug Geld eintraf. Letztendlich musste die OP verschoben werden, weil sie noch nicht finanziert war. Stichtag für den nächsten OP-Termin: Heute. Und immer noch sah es nicht danach aus, als ob das Ziel von 3000 Dollar erreicht würde.

Nun denn, ich griff zu dem, was so gerne als „Slacktivism“ bezeichnet wird: Zu den sozialen Medien. Hallo Facebook, guck mal, dem Hund geht’s schlecht, NEIN ICH DISKUTIERE JETZT NICHT ÜBER DIE KINDER IN AFRIKA, DENEN ES NOCH SCHLECHTER GEHT, ICH KANN’S NICHT MEHR HÖREN, ALS OB DAS EINE DAS ANDERE AUSSCHLIESST UND ÜBERHAUPT! Hallo Twitter, könnt ihr bitte alle mal den Aufruf retweeten, du da, berühmter Twitter-Mops, und du da, Mopsrettungsgesellschaft, und du da, Berühmtheit mit Mops, und du da, Berühmtheit mit Tierengagementsimage und … nun ja. Ein paar Retweets seitens meiner Follower gab’s (unendliche Dankbarkeit dafür!), aber ansonsten hörte ich die virtuellen Grillen zirpen. Abgrundtiefer Seufzer.

Gestern Abend. Noch knapp 400 Dollar fehlten, und meine Hoffnung sank. Was soll ich sagen – ich hab mich in den Hund verliebt, und wenn ich liebe, dann zu hundert Prozent. Dann geht mir sowas wirklich, wirklich nahe. Dann kann ich sowas nicht mitansehen. Dann muss ich – siehe oben – in den Superheldinnenweltretterinnenmodus schalten, denn I HAVE TO FIX THIS.

Da fiel mir Pamela Anderson als große Tierfreundin ein, die ich sowieso immer ziemlich toll fand. Hallo Pamela, würdest du vielleicht meinen Aufruf retweet- oh, schon passiert. Erst mal baff. Diverse Retweets folgten, aber ach, der Spendebalken stieg nicht an. Beim Stand, dass immer noch gut 350 Dollar gebraucht wurden, ging ich extremst geknickt schlafen. Armer kleiner Hund. Schnief.

Als ich heute früh wieder auf die Seite guckte, hatte jemand unter dem Namen „Pamela Anderson“ – ob es sie selbst war oder jemand in ihrem Namen gespendet hat? Weiß ich nicht – den Rest des Betrags gespendet. Und noch einiges dazu.

Ich so: Massives Ugly Crying. Möglicherweise wische ich mir gerade wieder ein Tränchen weg, während ich das schreibe.

Und ja, ich weiß, dass man die ganze Sache als „albern“ abtun kann. Dass es „nur ein Hund“ ist. Nicht der Weltfrieden, kein Heilmittel für Krebs, und mal abgesehen davon: Du kennst weder die Leute dahinter noch den Hund, was soll diese ganze Emotionalität, hm?

Weil. Ich. Glaube. An das Gute im Menschen. Daran, dass auch kleine Dinge die Welt ein bisschen schöner machen. Dass soziale Medien nicht nur aus seichten Untiefen und fiesem Geläster bestehen, sondern auch Gutes bewirken können. Ja, auch wenn es „nur ein Hund“ ist.

Trotz aller Weltretterinnensuperheldinnenaspirationen: Ich kann nun mal nicht die großen Probleme unserer Gesellschaft lösen. Aber manchmal kann ich einen Beitrag dazu leisten, ein kleines Problem aus der Welt zu schaffen.

Und darum geht’s. Immer.

Flattr this!

3 Gedanken zu “Good things happen

  1. Pingback: Links! | juna im netz

  2. Pingback: Die Sache mit der Komfortzone | Gemischtwahnlädchen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.