Wo Wurst ist, muss auch Senf dazu

Wir waren Freitag bei einem Grillfest mit befreundeten Familien – ganz schlicht, Feuerstelle, Stockbrot, Wurst am Spieß und ein Bolzplatz. Und natürlich Kinder. Für mich ist es immer noch ein Herzschmelzmoment, wenn ich sehe, wie Bastian mit anderen Kindern spielt, weil er diesbezüglich erst jetzt so langsam „den Knopf öffnet“, wie man das umgangssprachlich nennt. Er ist zwar immer noch nicht der Typ, der sofort auf andere Kinder zusaust, aber wie er da so kichernd und johlend mit den anderen Jungs über die Wiese rannte: Mir ging das Herz auf.

Natürlich, Erwachsene sind auch immer noch interessant, und da sucht er sich dann gleich mal jemanden aus, der für den Rest des Abends immer wieder zugequasselt wird, aber andere Kinder sind mittlerweile einfach ungleich faszinierender. Vor allem, wenn man sie zu Unfug anstiften kann. „WIR SIND DIE RÄUBERS!!!“, zum Beispiel. Und natürlich Fußball, Fußball, Fußball. Ich gehe mal davon aus, dass alle Eltern, die sich diesen Sommer auch nur halbwegs mit der WM beschäftigt haben, das gleiche Lied singen können. „ICH BIN MANUEL NEUER UND DU BIST PHILIPP LAHM! DU BIST DER BRASILIANISCHE TORWART! ICH BIN BÖLLEN UND DU BIST ITALIEN!!!“

Fallen und nach gelben und roten Karten brüllen kann er mittlerweile schon total gut, ja. Beim Rest hapert es noch etwas, aber auch da sehe ich Fortschritte. Mit am wichtigsten ist jedoch das Outfit – ich glaub, wir haben inzwischen um die fünf Fußballshirts, neulich hab ich bei H&M noch ein reduziertes Deutschlandtrikot ergattert und war sehr, sehr froh. Denn das Gebrüll „ICH WILL EIN FUSSBALLSHIRT ANZIEHEN!“, wenn ebendiese gerade alle in der Wäsche sind, kann irgendwann schon etwas nervig sein.

Und Jogi Löw natürlich. Jogi Löw ist der Held. Schließlich kommt er aus dem Nachbarort! Und Papa ist auch ein bisschen der Held, weil der mal im gleichen Verein gespielt hat wie Jogi – natürlich in unterschiedlichen Jahrgängen und mit unterschiedlichem Erfolg, aber trotzdem. Und da, wo der Papa mit seinen Arbeitskollegen früher gebolzt, pardon, Fußball gespielt hat, traf er auch immer mal den Jogi. Jogi, Jogi, Jogi. Ja, wir fahren voraussichtlich morgen nach Freiburg, um zu sehen, wie der Jogi vom Rathausbalkon winkt. Oder, um es in Bastians Worten zu sagen: „Am Dienstag schwingt der Jogi in Freiburg vom Balkon!“

Er will mal Jogi Löw werden. Nicht Nationaltrainer. Jogi Löw.

Was mich zum Thema des Beitragstitels bringt: Es gibt kaum was Amüsanteres als Kinderverhörer, richtig? Ich hab seit dem Jogi-Satz absolutes Kopfkino, wie der Herr Löw morgen den Tarzan geben wird. Falls das irgendein Verantwortlicher der Feier liest: Könnte man das bitte einrichten? Danke sehr.

Und eben so einen Verhaspler gab Bastian auch am Freitag beim Grillfest von sich, als einer der Erwachsenen ein Tor erzielte und jubelte: „Eiskalt versenkt!“

Ihr könnt euch denken, was meinem wurstverliebten Sohn da ins Ohr und aus dem Mund drang? Richtig:
Schon rannte er über das Feld und jubelte lautstark: „EISKALTER SENF, EISKALTER SENF!!“

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