Wovor habt ihr Angst?

Weil das ZDF-Aspekte-Twitterteam gerade danach fragt:

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Nun. Ich habe erst mal mit dem Klassiker „Oh mein Gott, wir dürfen ein beleidigendes Wort nicht mehr benutzen! WIR WERDEN ALLE STERBEN!!!“ geantwortet. Aber mal ernsthaft jetzt: Ich habe ein paar Gegenfragen – nicht an das Aspekte-Team, die wissen höchstwahrscheinlich, was sie tun. Hoffe ich. Sondern an diejenigen, die da wirklich ein Problem sehen.

Die allerwichtigste Frage steht schon im Titel: Wovor habt ihr Angst? Ihr Leute, die ihr eine solche Anpassung als unzumutbar empfindet, wo seht ihr das Problem? Ist es weil ihr dann erst mal nachdenken müsst, bevor ihr etwas sagt? Schränkt das eure Redefreiheit bereits ein? Beinhaltet Redefreiheit folglich automatisch auch „Vom Nachdenken befreit losreden“? Hab ich das bisher immer falsch verstanden?

Habt ihr Angst davor, dass euer Leben schlechter wird, wenn ihr nicht mehr alle Begriffe benutzen dürft, welche die deutsche Sprache so beinhaltet? Verändert sich euer Alltag dermaßen, weil ihr Rücksicht auf die Gefühle von Benachteiligten nehmen müsst? Passiert euch etwas konkret Schlimmes deswegen?

Befürchtet ihr gar, dass die Welt aus den Angeln gehoben wird, weil ihr euer Vokabular einschränken müsst? Wird die Gesellschaft erodieren, weil die Maxime „man wird doch wohl sagen dürfen“ nicht mehr gilt? Denken die Diskriminierten womöglich plötzlich, dass sie eventuell ja gleich viel wert sein könnten wie die „Normalen“? Oh mein Gott, was für Auswirkungen hätte das denn um Himmels Willen auf euch?!

Na ja. Keine. Richtig? Das Leben nähme weiter seinen Lauf. Aber halt mit mehr Nachdenken. Mit mehr Eigenverantwortung und dem Mut, zu seinen Ausrutschern zu stehen, sich zu entschuldigen und den Fehler nicht zu wiederholen.

Mit anderen Worten: Macht euch keine Sorgen. Wird eh nicht passieren. Und jetzt husch husch, schnell ab zu Spiegel Online mit euch, ein paar Kommentare fehlen unter dem Artikel noch …

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Ein Gedanke zu “Wovor habt ihr Angst?

  1. So weit ich weiss, darf man weiterhin „Neger“ sagen, wenn man das möchte.
    Es gibt aber kein Anrecht auf Applaus und unter Umständen muss man damit rechnen, dass vom derart bezeichneten Gegenüber etwas zurück kommt. Denn das Gegenüber wird doch wohl auch mal noch sagen dürfen wenn ihm etwas nicht passt. So ganz ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten des Beleidigers.

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