Mutterliebe, eine Definition

Mal ehrlich, jede von uns erlebt tagtäglich Momente, in denen wir denken „Hach ja, so fühlt sich Mutterliebe an“ – ob sich das Kind nun an uns kuschelt oder gerade Mordsspaß hat oder wir zusammen was werkeln. Aber wir wissen auch genau, dass die wahre Mutterliebe dann zutage tritt, wenn uns gar nicht nach Liebe zumute ist.

Wenn das Kind mal wieder nicht essen will, was ihm eigentlich schmecken sollte, weil es doch ausschließlich aus Lieblingszutaten besteht.

Wenn das Kind bockt und irgendwo in der Öffentlichkeit schreiend auf dem Boden sitzt.

Wenn wir nach der „Weil?“-, der „Warum?“- und der „Und dann?“-Phase plötzlich in der „Wieso?-Phase stecken und uns denken „Oh mein Gott, irgendwann muss das doch vorbei sein!!!“.

Mutterliebe – jede Liebe, eigentlich – ist der Moment, in dem innerlich alles nach Weglaufen und Aufgeben brüllt, eins aber trotzdem weitermacht. Mutterliebe ist nicht immer kuschelig, angenehm und entspannt. Mutterliebe ist eine Herausforderung, deren Aufgaben mit dem Kind mitwachsen.

Mutterliebe ist Demut, Schattenspringen, manchmal gefühlte Sisyphusarbeit. Na ja, für mich zumindest. Aber das hier ist ja auch meine Definition.

Mutterliebe ganz konkret heute Morgen? Diese Spinne aus dem Zimmer des Sohnes zu entfernen, obwohl ich Spinnen hasse, fürchterliche Angst vor ihnen habe und meine natürliche Reaktion ein „SCHAAAATZ SPINNE AARGHARGHARGH MACH WEEEEG!!!“ ist. Aber der Mann war nicht da, der Sohn war entsetzt, irgendwas musste getan werden. Also: Neue persönliche Bestleistung in Sachen Selbstüberwindung. Ging ja nicht anders, und keine Spinne verängstigt meinen Sohn! MOMMYHULKSMASH!

Jaja, lacht nur. Der Sohn war dankbar.

Mutterliebe: Sind so kleine Hände, nicht daran rumzerren, aber zugreifen, wenn sie entgegengestreckt werden. Und festhalten, bis sie selbst wieder loslassen wollen.

hand

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