Basti to the rescue

Guten Morgen, ich möchte euch heute ein wenig Glauben an die Zukunft der Menschheit zurückgeben.

Bastian und ich waren vorhin auf dem Weg zum Kindergarten und haben dabei mal wieder Zombie gespielt – ich stolperte mit ausgestreckten Armen hinter ihm her und brülle „Brrraaaaaiiiiinssss!“, während er kichernd weglief. Wie man das halt so macht in unserer Familie. Als wir um die Ecke bogen, sahen wir, dass da ein kleiner Hund vor dem Kindergarten saß, dessen Leine am Gebüsch neben der Tür befestigt war. Erster Gedanke: Oh, Welpe! Niedlich!

Dann stand das Hündchen auf und schüttelte den letzten Teil seines Geschirrs von seiner Pfote.

Oha.

Nun hätte es durchaus sein können, dass er da trotzdem einfach sitzen geblieben wäre, aber mal ehrlich: Schulweg. Welpe. Da reicht ein kreischendes oder rennendes Kind und das Tier ist auf der nahegelegenen Bundesstraße. Muss nicht sein.

Also hab ich mich ihm vorsichtig genähert, hab mich dann mit etwas Abstand neben ihn gesetzt, damit ich weniger bedrohlich wirkte, und redete ab und zu beruhigend mit ihm. Irgendwann ließ er sich dann zittrig streicheln, aber dennoch: Gefahr im Verzug. Also sagte ich Bastian, er solle schnell im Kindergarten Bescheid geben. Gesagt, getan, kurz darauf guckte die FSJlerin zur Tür hinaus und fragte, wem der Hund gehöre. Wusste ich natürlich nicht, also fragte sie die anwesenden Eltern, und gleich darauf stürzte eine Mutter mit ihren Kindern zur Tür hinaus. Das Hundchen hüpfte freudig hoch und war überglücklich, ich war vergessen und konnte rein zu Bastian und ihn in der Gruppe abgeben.

Ich erzähl euch das nicht als besondere Heldentat meinerseits, weil’s ja nun mal selbstverständlich ist, da was zu tun.

Mir geht’s um Bastian. Ich bin so verdammt stolz auf den kleinen Kerl, ich hab möglicherweise auf der Heimfahrt ein Tränchen verdrückt.

Denn wisst ihr, er hat vom ersten Moment an so super reagiert. Er hielt Abstand zu dem Hund, bleib ruhig, ließ mich machen und ging sofort Hilfe holen, als ich es ihm aufgetragen habe. Danach rannte er nicht etwa wieder zu mir raus, sondern blieb drinnen an der Glastür stehen und guckte zu. Er hat absolut das Richtige getan, weil er erkannte, dass das jetzt ernst ist und kein Moment für Quatsch. Dass man da helfen muss.

Und er war so stolz auf sich. „Ich hab Bescheid gegeben!“, hat er mir drinnen wieder und wieder erklärt, und ich hab ihm jedes Mal gesagt, wie super toll das war.

Weil das nämlich super toll war von ihm.

Und ich kann mir nicht helfen, bei dem ganzen Scheiß, der immer und überall stattfindet, heute gerade der Meinung zu sein, dass da draußen immer Menschen sein werden, die Bescheid geben. Auch in der nächsten Generation.

(Und was am Ende übrig bleibt, ist ganz okay.)

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3 Gedanken zu “Basti to the rescue

  1. Das nennt man Sozialkompetenzen und Empathie haben für andere. Bravo Bastian und ein Lob auch für die Mama. Schliesslich bist du die Mami, die einen grossartig Bub grossziehst. 😀

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