Dusch das!

Ich hab heute früh geduscht. Ja, das ist erwähnenswert. Nein, ihr müsst jetzt nicht alle gleich euren Göttern dafür danken, dass es dieses Blog nicht in Odorama gibt. Wie gesagt, heute hab ich ja geduscht. Aber als Erziehungsberechtigte kommt es nun mal gerne vor, dass ich mich morgens lieber noch mal umdrehe und mir sage „Nach dem Kindabliefern dann …“ und den Snoozebutton betätige. Okay, den Snoozeschieber, ist ja alles per Handy heutzutage. Ich war ja vor Weihnachten kurz davor, mir so einen Tchibo-Hantelwecker anzuschaffen, bei dem das Gepiepe erst aufhört, wenn man ihn 30-mal hochgestemmt hat. Aber das sind Investitionen, die sich nicht lohnen, da hab ich keine Illusionen. Und wo wir gerade bei platten Reimen sind:

Zurück also zum Duschen: Es ist doch so. Die Dusche ist das einzig wahre Refugium der Eltern. Badewanne? Ha! Irgendwas muss immer mitbaden, im Zweifelsfall das Kind, ansonsten halt irgendwelche Playmobilfiguren, -autos oder -bauwerke, die Blase oder andere Verdauungsorgane drücken immer genau dann, wenn Mama in der Wanne liegt, und immer, immer wird die Badezimmertür offen gelassen, so dass die warme Luft entweicht. Von lautstarken und entspannungsvermindernden Aktivitäten in anderen Zimmern ganz zu schweigen. Aber die Dusche. Die Dusche ist unsere Verbündete.

Unter die Dusche kommt das Kind nicht. Wasser von oben ist igitt bäh. Da wird zwar zwischendurch vielleicht auch aufs Klo gegangen, aber die Kommunikation mit der duschenden Person beschränkt sich auf ein absolutes Minimum. der Sohn will ja nicht, dass sich die Duschtür öffnet und Wasser rausspritzt, möglicherweise auf seinen wertvollen Leib! Nee nee, wenn geduscht wird, beschäftigt er sich lieber selbst. Natürlich, das Risiko besteht immer, dass irgendwo umdekoriert oder gebastelt wird. Aber im Gegensatz zum Arbeitszimmer, wo ich verdächtige Geräusche immer mitkriege, ist die Dusche dankenswerterweise ziemlich schalldicht. Da bemerke ich das Chaos erst später und kann mir unter dem Wasserstrahl ruhig einreden, dass alles in Ordnung ist. Und was für Einfälle ich immer habe, wenn ich ungestört bin! Die Lösungen für alle Probleme der Menschheit fallen mir da ein … na ja, fast. Aber ich kann immerhin einen Gedanken zu Ende bringen, das ist schon sehr, sehr viel wert.

Mittlerweile bin ich deswegen ja der Meinung, dass ich die Duschabneigung des Sohnes irgendwie produktiver nutzen sollte. Ich denke dabei an eine in der Badezimmerwand versteckte, ausklappbare, wasserdichte Schreibtischkonstruktion, dank der ich unter der Dusche bloggen oder Mails schreiben könnte. Das Kind weiß ja nix davon, der sieht nur Wasser. Oder eine Dampfbügelstation, da könnte man vielleicht sogar den Wasserdampf der Dusche mit verwenden. Eine Wäschefaltecke. Oder, am allerliebsten, einfach einen bequemen Sessel, eine Kaffeemaschine und ein Bücherregal.

Das muss doch irgendwie machbar sein. Ich meine, in einer Welt mit Einparkhilfen und Rollköfferchen und Laserhaarentfernung … denkt doch mal an die Eltern? WARUM DENKT NIE JEMAND AN DIE ELTERN?!?!

(Zugegeben, Singen lasse ich dann doch lieber bleiben, da käme im Moment eh nur „HIER KOMMT DER KLEINE DRACHE KOKOSNUSS!“ raus, und das würde meine Entspannung etwas entweihen.)

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