Der Sohn denkt, irgendwer lenkt

Zu Ostern bekam der Sohn einen ferngesteuerten Polizei-Monstertruck. Kein Riesenteil, aber trotzdem immer wieder faszinierend für ihn. Das Konzept „Fernsteuerung“ scheint ihn aber auch abseits seiner Besitztümer zu beschäftigen. Zum Beispiel, wenn es ums Autofahren geht. Konkret darum, dass ich fahre. Ähem.

Nun dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, dass ich ungern autofahre. Also, hinterm Lenkrad. Mitfahren tu ich liebend gerne. Und ich habe auch nichts gegen das Autofahren an sich, das Problem liegt woanders: L’enfer, c’est wie immer les autres. Autofahren? Supi. Straßenverkehr? Ih bäh, geht weg. Dementsprechend lernt Bastian denn auch oftmals neue Begriffe, wenn ich ihn morgens in den Kindergarten bringe oder mittags abhole. Und ich merke immer wieder: Ich sollte a) kreativer und b) größtenteils fremdsprachig fluchen. Ansonsten hör ich von hinten „DAS SAGT MAN ABER NICHT!!!“ oder hinterher die von mir benutzten Wörter vom Sohnemann fröhlich im schlimmsten Moment zitiert. Außerdem fällt meinerseits öfters der Satz „Nicht jetzt, Maus, ich muss mich grad konzentrieren!“, aber mal ehrlich, lieber einmal im Auto abgewimmelt als gegen einen Baum oder den Gegenverkehr geprallt. Also, nicht dass ich da schon Erfahrungen mit schnatterndem Kind, Einparken und Zaun gemacht hätte … nicht doch.

Wie dem auch sei, heute hatte sich Bastian offensichtlich mal wieder was überlegt, wie er mir das Leben erleichtern könnte:

„Vielleicht könnte dein Auto ferngesteuert fahren!“
„Aha, und wer steuert das?“
„Du! Und ich fahr alleine in den Kindergarten!“
„Aber von Böllen aus seh ich doch gar nicht, wo es langgeht, und selbst wenn etwas ferngesteuert ist, muss man ja gucken, wo es gerade ist, stell dir mal vor, du würdest dein ferngesteuertes Auto lenken, ohne zu gucken, da kämst du nicht weit!“
„Hm … du könntest immer hinterher rennen?“
„Na danke. Ich glaube nicht. Da kämen wir ja nie an.“
„Du könntest im Flugzeug immer über mir fliegen!“
„Und von da aus fernsteuern? Aber wo soll das Flugzeug denn stehen?“
„Bei uns zuhause!“
„Aber da gibt es ja keine Start- und Landebahn.“
„Das Flugzeug kann auf der Straße starten und landen, hihihi!“
„Alles klar.“
„Und Papa könnte das Flugzeug fernsteuern!“
„Das Flugzeug, in dem ich sitze? Aber das sieht er ja dann auch nicht!“
„Der Papa würde im Hubschrauber hinter dem Flugzeug herfliegen!“
„Ooookay.“
„Da müsste der Papa aber mordsfrüh aufstehen, was?“

Nun ja. Vielleicht belassen wir es auch einfach beim muttergelenkten Autofahren, bis der Herr unbedingt mit dem Schulbus fahren will. Oder er löst das Problem auf ganz andere Weise und wird wie heute früh auf dem Weg zum Kindergarten flügge:

"ICH BIN EIN VOOOGEEEL!!!"

Ein von Natalie Springhart (@natollie) gepostetes Foto am

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