A month of movies – Tag 1

Bei der Fatty Fashion Fun Challenge ist im Juni das Thema „Serien- oder Film-Stylecrush“. Nun. Als ich das gelesen habe, war mir sofort klar: Geht nicht. Kann ich nicht. Nur eine Figur? Einschränkung?!?! Nee, sorry. Ich kann mich da nicht auf eine Figur festlegen, damit würde ich ganz vielen anderen Figuren Unrecht tun, und das bringe ich nicht übers Herz. Und weil ich mich eh mal wieder etwas mehr mit dem auseinandersetzen sollte, das ich anziehe, statt einfach nur morgens irgendwelche Klamotten überzuwerfen, hier mein Gegenentwurf: Jeden Tag ein Outfit, das von einer geliebten Film- oder TV-Figur inspiriert ist. Inklusive meiner Gedanken zum Film. Als erstes eine recht simple Angelegenheit, würde eins meinen: Amélie Poulain.

Ich hab „Le fabuleux destin d’Amélie Poulain“ (ich schaue französische Filme auf französisch, jaja, Humblebrag und so) erst neulich im März geguckt, bevor wir nach Paris gefahren sind. Und ja, natürlich hab ich dort schon versucht, Amélie zu channeln:

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Wer den Film kennt, wird vermutlich auch das Café kennen, in dem das Foto gemacht wurde:

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Das Essen war übrigens lecker, drinnen war es pickepackevoll, und ich vermute mal, es wird streng darauf geachtet, wer wann wie wo gleichzeitig in Richtung Klo verschwindet …

Ich hatte „Amélie“ ja nie im Kino gesehen und war auch diesmal beim Wiedergucken erstaunt, wie wenig „whimsical“ der Kleidungsstil der Hauptfigur ist. Vermutlich rede ich mir das rückwirkend immer ein, weil der Rest des Films so voller abstruser Kleinigkeiten ist, aber tatsächlich ist Amélies Kleidungsstil nicht sehr verspielt, sondern eher klar und ernsthaft. Mindestens knielange Röcke, klare Farben ohne wilde Muster, klobige Schuhe. Der Look des Films ist allgemein düsterer, als ich ihn in Erinnerung hatte. Ich gebe der Schweinelampe die Schuld, die ist so „twee“, dass sie meinen ganzen Eindruck des Films beeinflusst. Die Lampe gibt es übrigens in einem Laden in Lörrach zu kaufen, aber sie ist a) zu teuer und b) zu wenig „meins“.

Und wie schon im März, als es nach Paris ging, musste ich feststellen: Ich hab viel weniger Zeug im Amélie-Look, als ich immer denke. Klar, das liegt sicherlich einerseits daran, dass ich grundsätzlich keine Röcke trage, die länger als knielang sind (wenn überhaupt knielang). Aber andererseits ist es doch erstaunlich, wie wenig rote Kleidung ich besitze angesichts der Tatsache, dass ich Rot total gerne mag. Seltsam.

Ach ja, und als ich den Mann vorhin darum bat, noch schnell ein Foto meines Outfits zu machen, weil ich es den ganzen Tag immer wieder vergessen hatte, passierte das Übliche: Zweimetermann fotografiert kleine dicke Frau. Die Perspektive ist sowas von grandios, nicht wahr. Der Gesichtsausdruck meinerseits tut sein Übriges.

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Und bevor jetzt alle schreien, dass das überhaupt nicht ameliesk aussieht: Ja. Weiß ich. Aber ich mach ja nicht Cosplay, ich interpretiere. Der Rock hat immerhin Polka Dots und die grüne Bluse ein Herzchenmuster. Würde ich sie zuknöpfen können, sähe das alles vermutlich auch schon überzeugender aus. Die Jeansjacke ist eigentlich ein No-Go für den Look, aber mir gefiel der Gedanke, dass Amélie die irgendwo auf einem Flohmarkt gesehen und angefasst hat und dabei auf einen mysteriösen Zettel in einer der Taschen gestoßen ist. Worauf sie die Jacke einfach haben musste, um ihr Geheimnis zu erforschen…

Ich konnte allerdings nicht widerstehen, ich musste noch etwas Verspieltheit beisteuern, aber hey: Barbapapa ist ja auch französisch.

Und immerhin hab ich total original 14 Jahre alte klobige Schuhe. An denen klebt Geschichte! Und Dreck. Aber geschichtlich relevanter Dreck.

Ich frage mich gerade, was ich an Amélie eigentlich mag. Hm. Natürlich, die Geschichte ist bezaubernd, toll gefilmt und Audrey Tautou ist wunderhübsch. Aber die Figur an und für sich? Ich glaube, ich mag ihre Schüchternheit. Ich mag es, dass sie Dinge tut, die „man“ eigentlich nicht tut, vielleicht nicht zuletzt, weil ihr da eine gewisse Sozialisierung fehlt. Ich finde es toll, wie unvoreingenommen sie sich auf andere einlässt, als sie beschließt, am Leben anderer teilzuhaben. Ich finde es zugegebenermaßen weniger toll, dass sie sich von Manic Pixie Dream Nachbarschaftsopa über das Leben belehren lässt, aber je nun, irgendeine schicksalanstupsende Weisheitsfigur braucht halt jeder Film.

Und ich mag ihren Einfallsreichtum beim Ärgern des Gemüsehändlers. Harharhar. Hey, niemand sagt, dass man Filmfiguren nur für ihre guten Eigenschaften zu schätzen wissen soll!

(Ach ja, den Soundtrack halte ich übrigens für komplett übergedudelt und deswegen auch überschätzt. Ihr dürft jetzt alle entsetzt sein.)

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